VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Jeden Tag Theater.

Schreiben am Tolmun

Spielstätte: Schwarzer Salon, Weißer Salon

Literatur des slowenischen Nachbarn III / Dramatik
4. Dezember 2006, 19.45 Uhr, Weißer Salon, Karten € 5

Spielstätte: Schwarzer Salon, Weißer Salon

Der slowenische Dramatiker Matjaz Zupancic  (Jg. 1959) studierte Theaterregie und Dramaturgie in Ljubljana und London. Seine Stücke sind dem Theater des Absurden verpflichtet und wurden bislang vor allem in Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Polen und Italien aufgeführt.
Zupancic wurde für seine Stücke u.a.der Grum-Preis, die höchste Theaterauszeichnung Sloweniens, verliehen.

Ensemblemitglieder lesen aus seinem Text Die Klasse.
mit:
Katarina Hartmann, Petra Torky; Peter Becker, Rainer Frieb, Benjamin Strecker, Günther Wiederschwinger
Moderation
: Erwin Köstler

In Zusammenarbeit mit: KSSSD/Klub Slowenischer StudentInnen
in Wien und dem Zentrum für slowenische Literatur/Ljubljana

Schreiben am Tolmun

Literatur des slowenischen Nachbarn II / Lyrik

25. Oktober, 19.45 Uhr, Weißer Salon, Karten € 5

Die Poesie steht seit dem 18. Jahrhundert bis heute im Zentrum der slowenischen Literatur.
– An diesem Abend stellen sich 7 slowenische Lyriker vor:
Maja Vidmar, die bereits einen Gedichtband in Österreich veröffentlicht hat. Primoz Cucnik, Esad Babacic und Tone Skrjanec, von denen Arbeiten in deutscher Übersetzung vorliegen, sowie Erika Vovk und die beiden Dichter der jüngeren Generation, Jana Putrle und Milcek Komelj.
Anchelka Mazur singt Poesie an der Glasorgel.

Moderation: Aleksander Studen-Kirchner
es lesen:
Jennifer Frank und Peter Becker
in Anwesenheit der Autoren

In Zusammenarbeit mit: KSSSD/Klub Slowenischer StudentInnen in
Wien und dem Zentrum für slowenische Literatur/Ljubljana

Schreiben am Tolmun

Literatur des slowenischen Nachbarn I / Prosa

28. September 2006, 19.45 Uhr, Weißer Salon, Karten € 5

Am ersten von drei Abenden stellen sich zeitgenössische Prosaschriftsteller vor.
Milan Dekleva
, geboren 1946, schildert in seinem neuen Roman Triumph der Ratten die Erfahrungen eines jungen Intellektuellen beim Studium im Wien der 1920er Jahre. Wien war über Jahrhunderte zeitweiliger und zuweilen sogar dauernder Aufenthaltsort für slowenische Schriftsteller.
Mojca Kumerdej,
geboren 1964, hat unlängst eindringliche Kurzprosa veröffentlicht. Ihre Geschichten loten das Potenzial extremer Charaktere unserer Gegenwart aus, sie dringen in immer neue Bereiche intimer und psychischer Realitäten ein und zeichnen damit ein faszinierendes Panoptikum unseres beschädigten Alltags.
Drei weitere Autoren der jüngeren Generation breiten vor uns das Spektrum slowenischer Gegenwartsliteratur aus. Ihre Geschichten erscheinen uns nicht allzu fremd, doch der Blick auf die Dinge zeigt ungewohnte Perspektiven: Europa als neue Orientierung, alternative Lebensformen im Widerstreit mit traditionellem Beharren,urbaner und ländlicher Alltag in der Mediengesellschaft und die sozialen und kulturellen Gefährdungen vor dem Hintergrund globaler Veränderung.
Moderation
: Peter Scherber
Es lesen
: Petra Torky, Erwin Ebenbauer, Paul Matic

In Zusammenarbeit mit dem Klub Sowenischer Studentinnen und Studenten in Wien/KSSSD und dem Zentrum für slowenische Literatur/Ljubljana

Schreiben am Tolmun

Literatur des slowenischen Nachbarn

Drei Abende im Volkstheater sollen bis Jahresende 2006 die vielgestaltige und weltoffene Literaturszene Sloweniens vorstellen. In den Jahrhunderten der staatlichen Fremdbestimmung (durch Wien oder Belgrad) einten gerade Literatur, Theater, Kunst und Kulturtätigkeit eine Nation, die als demokratisches Staatswesen erst seit wenigen Jahren einen eigenen „aufrechten Gang“ beschreiten kann. Gleichwohl gehört Slowenien schon zu den Neuzugängen der Europäischen Union, die kulturell bereichernden Mehrwert schaffen. Die Literatur steht dabei ganz vorne in der ersten Reihe.

Aus einer bislang eher randständigen Position im Bezug auf Mitteleuropa, den Balkan oder die mediterrane Welt beginnt Slowenien, die Rolle des Vermittelns und des Brückenschlagens wie selbstverständlich anzunehmen. Auch in der Literatur ist dies zu spüren, deshalb werden moderne Prosa- und auch einige Lyriktexte den einen, die Lesung neuester Dramatik einen weiteren Schwerpunkt bilden.

Ein Thema ist der in der slowenischen Literatur besonders virulenten Erfahrung der Fremde gewidmet, das Autoren der jüngsten Generation vorstellen werden. Slowenien ist klein und es kann heute mit dieser Kleinheit gut umgehen, man ist sogar ein wenig stolz darauf. Für die Slowenen war es deshalb immer notwendig, Glück und Brot auch außerhalb des Landes zu suchen. In der Auseinandersetzung mit dem oft bedrohlichen Fremden, im Umgang mit der fremden Mentalität draußen hat man jahrhundertelange Erfahrung. Seit kurzem gilt dies im eigenen Land auch für die früheren Landsleute, die der Zerfall Jugoslawiens zu Fremden gemacht hat. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Autoren slowenischer Sprache, die in Italien oder in Kärnten leben, eine besondere Rolle in der slowenischen Literatur spielen, sich sehr oft aber auch im literarischen Leben ihrer Heimat als Vermittler über die Grenzen hinweg verstehen.

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