VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Jeden Tag Theater.

Autorenlesung

Spielstätte: Schwarzer Salon, Weißer Salon

Spielstätte: Schwarzer Salon, Weißer Salon

In den Erzählungen von Dimitré Dinev begegnen wir Arbeitern und Asylanten, Popen, Steuereintreibern, Straßenkehrern, Taxifahrern, Kommunisten, Soldaten, Wunderheilern, Schuhputzern, Sträflingen und Polizisten und ihren Frauen, Kindern und Geliebten...
Der 1969 im bulgarischen Plovdiv geborene und seit 1990 in Wien lebende Autor Dimitré Dinev erzählt mit fröhlichem Pathos und tiefschwarzem Humor von heimatlosen Neueropäern. Er erzählt von jenen, die an der Grenze leben, von Menschen, für die der Begriff Heimat eine ferne, unerreichbare Insel ist.
"Die literarische Neuentdeckung des Jahres!" (FAZ)

Mit Alexander (Trompete) und Konstantin (Klavier) Wladigeroff - The Best of Balkan-Barock-Folk

16. Mai, 21.30 Uhr, Rote Bar, Karten € 7

Robert Schindel trifft Inge Deutschkron

Jüdische Menschen in Metropolen der Diaspora - Wien/Berlin

Inge Deutschkron, 1922 geboren, wuchs in Berlin auf. Die Familie wurde von 1933 an als Sozialdemokraten und Juden verfolgt. Nichtjüdische Freunde versteckten von 1943 Inge und ihre Mutter vor den Deportationen. Bis zur Befreiung 1945 waren die beiden ständig auf der Flucht. 1946 wanderte sie nach England aus. 1956 ließ sie sich in Bonn nieder. 1972 bis 1987 war sie als Journalistin in Tel-Aviv tätig. 1988 kehrt sie nach Berlin zurück; veröffentlicht zahlreiche Bücher u.a. Ich trug den gelben Stern, … denn ihrer war die Hölle, Sie blieben im Schatten.
Sie erhielt den Moses-Mendelssohn-Preis für Toleranz und die Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille.

Der österreichische Autor und Lyriker Robert Schindel wird mit Inge Deutschkron über ihre tiefgreifenden Lebenserfahrungen und ihr Lebenswerk, das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, sprechen.

18. April, 19.30 Uhr, Karten € 5
Weißer Salon im Volkstheater

Hans Weiss: Mein Vater, der Krieg und ich

Der österreichische Bestsellerautor liest aus seinem im September 2005 erschienenen Roman.
Eine Geschichte von Liebe und Tod aus den Zeiten des Krieges
Poetisch wie ein Roman und präzise wie ein historisches Werk: Hans Weiss erzählt die Geschichte seines Vaters und seine eigene, die ineinander verwoben sind, und beschreibt, wie der Krieg und die Sehnsucht sich fortschreiben über die Generationen.
Der Vater war Zeit seines Lebens ein verschlossener Mensch. Nach seinem Tod geht der Sohn dessen Tagebuch-Spuren nach. »Mein Vater, der Krieg und ich« ist die Geschichte eines einfachen Mannes aus einem Dorf im Westen Österreichs. Er hasst die Nazis, den Krieg und alles Militärische. Am 28. Juli 1941 wird er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und nach Norwegen versetzt. An den Beginn seines Tagebuchs setzt er ein Zitat von Jean Paul: »Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können«. Was er in den kommenden Kriegsjahren aufschreibt, sind Verwüstungen, innere und äußere, von der Front im Norden Europas. Ein zentrales Thema ist die große, unmögliche Liebe dieses Mannes zu einer Verwandten. Jeden Tag schreiben sie sich, Briefe von der Front und zurück. Und dann, für zwei kurze Wochen Fronturlaub, öffnet sich das Paradies. Frauen, Küsse, Berührungen, Wärme, Liebe. »Endlich wieder an einem zarten Frauenherzen liegen.« Gegen Ende des Krieges gerät er in Frankreich in Gefangenschaft. Als er nach Hause zurückkehrt, begegnet er einer Katastrophe. Sein Vater starb unter dramatischen Umständen, seine Mutter ist in der Psychiatrie, seine große Liebe ist verheiratet und hat ein Kind. Dreißig Jahre später arbeitet sein Sohn – der Autor dieses Buches – als Pfleger in der psychiatrischen Anstalt, in der seine Großmutter starb. Er führt ein Tagebuch und schreibt eine Dissertation. Die Veröffentlichung löst einen Skandal aus, der in die Kriegszeit zurückweist.
Hans Weiss, Jahrgang 1950. Studium der Psychologie und (Medizin-) Soziologie in Innsbruck, Wien, Cambridge und London. Freier Journalist (für ORF, stern, Spiegel) und Buchautor in Wien.  Mehr als ein Dutzend Buchveröffentlichungen mit einer Gesamtauflage von 4 Millionen und zahlreichen Übersetzungen,  u. a. Bittere Pillen, 1983-2007;  Kursbuch Gesundheit, 1990-2001; Kulissen des Abschieds. Roman, 1999; Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne, 2001, Neuauflage 2003.

17. November, 20.00 Uhr
Weißer Salon im Volkstheater

Arno Geiger: Es geht uns gut

Arno Geiger erzählt von einer Familie, in deren privater Unordnung sich die politische spiegelt - ein bewegendes Stück Lebensgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Philipp Erlach hat das Haus seiner Großmutter in der Wiener Vorstadt geerbt, und die Familiengeschichte, von der er definitiv nichts wissen will, sitzt ihm nun im Nacken. Arno Geiger erzählt sie, als sei sie gegenwärtig: Von Alma und Richard, die 1938 gerade Ingrid bekommen und nichts mit den Nazis zu tun haben wollen. Vom fünfzehnjährigen Peter, der 1945 mit den letzten Hitlerjungen durch die zerbombten Straßen läuft. Von Ingrid, die mit dem Studenten Peter eine eigene Familie gründen will, und von Philipp, dem Sohn der beiden. Arno Geiger gelingt es, ein trauriges und komisches Jahrhundert lebendig zu machen.
Pressestimmen:
"Arno Geigers großer österreichischer Familien- und Geschichtsroman jenseits nostalgischer Klischees (...) ein Werk von Einfühlungsgabe, Sprachkraft und Intelligenz."
Tilman Krause, Die Welt, 27.08.05

Der aus Voralberg stammende 37-Jährige gehört zu den jungen Literaturbegabungen in Österreich. Bereits 1996 nahm Geiger am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Ein Jahr später erschien im Münchner Hanser Verlag Geigers Schelmenroman "Kleine Schule des Karussellfahrens". Dem hat er in regelmäßigen Abständen weitere Werke folgen lassen. Sein vierter Roman, das Familienepos "Es geht uns gut", erschien dieses Jahr ebenfalls bei Hanser und erhielt im Oktober den Deutschen Buchpreis, der alljährlich zur Frankfurter Buchmesse die beste literarische Neuerscheinung im deutschsprachigen Raum prämiert.

Geiger studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien und Innsbruck. Während der Bregenzer Festspiele verdiente Geiger sich regelmäßig im Sommer ein Zubrot als Videotechniker. Geiger, der bereits den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis erhielt, lebt in Wolfurt und Wien.

22. November, 20.00 Uhr
Weißer Salon im Volkstheater

Fritz Lehner: Hotel Metropol. I. Ankunft

In seiner Roman-Trilogie über das Hotel Metropol, die Gestapo-Zentrale am Morzinplatz in Wien, entwirft der vielfach preisgekrönte Filmregisseur und Autor Fritz Lehner ein gigantisches Sittengemälde der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Inhaftierte Lilly Winter und der ehrgeizige Gestapo-Beamte Manhardt, der sie immer wieder verhört und grausamste Methoden anwendet, um sie zu Geständnissen zu bringen. Beide führen Tagebuch: er mit Papier und Bleistift, sie – im Kopf …
Fritz Lehner
, Drehbuchautor und Regisseur: Schöne Tage, Mit meinen heißen Tränen, Jedermanns Fest. Auszeichnungen u.a.: Prix Italia 1982, 1983; Adolf-Grimme-Preis in Gold 1982, 1986; Großer Diagonale-Preis 2002. Romane: R (2003), Trilogie Hotel Metropol: Ankunft (2005),Tage und Nächte (2005), Abreise (erscheint 2006)

15. Dezember, 20.00 Uhr
Weißer Salon im Volkstheater

Weitersagen:

GEMEINSAM INS THEATER

Noch keine Begleitung? Finden Sie Gleichgesinnte für Ihren Theaterbesuch - Nutzen Sie unser Service "Gemeinsam ins Theater"!

mehr erfahren!