
Jeden Tag Theater.
Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
von Arthur Schnitzler
Weiner/Kudlich/Navas
Premiere: 11. November 2009
Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
Große Szene Konrad Herbot ist nicht nur ein großer Schauspieler, sondern auch umschwärmter Liebling der Damen, denen er nicht widerstehen kann. Ehefrau Sophie erträgt seine Untreue nicht mehr und verlässt ihn. Dies wird zum ernsthaften Problem für Theaterdirektor Falk. Am Abend soll Hamlet gespielt werden, das Haus ist ausverkauft, aber der Star weigert sich aufzutreten, wenn Sophie nicht in der Loge sitzt. Es gelingt ihm, sie zur Rückkehr zu überreden. Da taucht der Bräutigam einer seiner verflossenen Geliebten auf und stellt Herbot zur Rede. Sophie belauscht die Szene im Verborgenen ...
Das Bacchusfest Der berühmte Schriftsteller Felix Staufner ist nach Tirol gereist, um dort an seinem neuen Stück zu schreiben. Seine Frau Agnes bleibt im Sommerhaus am Attersee zurück und verliebt sich in Dr. Guido Wernig, einen Bekannten des Paares. Sie beschließt, Felix zu verlassen und mit Guido ein neues Leben zu beginnen. Am Bahnhof in Salzburg erwarten die beiden den ahnungslosen Ehemann, um ihm ihren Entschluss mitzuteilen ...
Dem großen österreichischen Dichter Arthur Schnitzler gelingen hier mit Humor, Witz und Schärfe genaue Charakterstudien der bürgerlichen Gesellschaft um 1900 - ein zeitloser Spiegel der österreichischen Seele.
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Regie: Doris Weiner
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Dramaturgie: Elisabeth Geyer
Große Szene
| Konrad Herbot, Schauspieler |
Johannes Seilern |
| Sophie, seine Frau |
Gabriela Benesch |
| Doktor Falk, Theaterdirektor |
Alexander Lhotzky |
| Edgar Gley |
Stefan Puntigam |
| Vilma Flamm |
Irene Pernsteiner |
Das Bacchusfest
| Felix Staufner, Schriftsteller |
Johannes Seilern |
| Agnes, seine Frau |
Gabriela Benesch |
| Dr. Guido Wernig |
Stefan Puntigam |
| Bahnbediensteter |
Alexander Lhotzky |
„In seiner Garderobe redet sich der streunende Hofschauspieler einen ihn zum Duell fordernden betrogenen Bräutigam vom Hals; in einer Bahnhofshalle lässt der Theaterdichter einen Nebenbuhler abfahren. Ein bühnenbreites Jugendstil-Glasfenster (Dekoration: Hans Kudlich) und Erika Navas' luftige Fin-de-siècle-Kostüme schaffen in kühlen Volksbildungssälen den dazu nötigen Stilrahmen. Doris Weiner, zuletzt als hausmeisterische "Frau Wegrostek" auf Volkstheater-Tour, führte diesmal Regie: Sie bewegt ihr kleines Ensemble bourgeois-elegant.
Johannes Seilern und Alexander Lhotzky überraschen als seriöse Schwergewichte im Fach der Schnitzler-Konversation und wurden bei der Premiere heftig akklamiert. Ihr Sprechton macht Epochenmusik, sie entrücken aus dem Heute in eine brüchige Vergangenheit. Wo sich Pose und Empfindung, Herzensöffnung und Taktik kaum unterscheiden. Der Mann, das unfassbare Wesen: Er lügt so gut, dass er sich selber glaubt. Der zarte Stefan Puntigam gibt einen guten Sparringpartner in diesem Wörterkampf. Den kosten wahre Liebe beziehungsweise deutsche Einfalt den Sieg. Gabriela Benesch ist die selbstsichere Grande Dame, die ihren Hamlet trickreich zügelt - und danach die rasch überzeugte Heimkehrerin in die alten Verhältnisse." (Wiener Zeitung)
„Im Volkstheater in den Bezirken stehen zwei Einakter von Arthur Schnitzler auf dem Programm, die man gut und gerne als „Edel-Boulevard" bezeichnen kann. Zwei Ehehöllen, in glänzendes Geschenkpapier verpackt, pointenreiches Schauspielerfutter, das die von Schnitzler gern gestellte Frage von Schein und Sein paraphrasiert. Doris Weiner ließ sich in stimmungsstarken Bühnenbildern von Hans Kudlich, die hoch ästhetisch von einem großen, runden Jugendstilfenster beherrscht werden, einfach auf möglichst richtige Personenführung ein.
Vor allem ist es der Abend der Gabriela Benesch, die in jedem Einakter eine völlig andere, verschiedene, zutiefst stimmige Gestalt kreiert. In der „Großen Szene" ist sie die betrogene Gattin, die mit der Erkenntnis, wozu ein Schauspieler mit seiner Kunst der Lüge imstande ist, kaum zu leben vermag und Nuancen der schmerzlichen Erkenntnis und Enttäuschung auf und ab spielt - abgesehen davon, dass sie als elegante Jahrhundertwende-Dame eine wahre Schönheit ist. Im „Bacchusfest" hingegen verwandelt sie sich (in weißem Kleidchen und Sommerhut - schöne Kostüme von Erika Navas) in die leicht naive, leicht alberne junge Frau, die von der starken Persönlichkeit ihres Gatten hilflos um den Finger gewickelt werden kann. Das ist eine wirklich ergötzliche Studie, exakt wie von Schnitzler geschrieben." (Der neue Merker)
Faschingskonzert mit
dem deutschen Ensemble Selmer Saxharmonic.
19.02.2012, 20.00 Uhr
Karten und Infos
© Werner Kmetitsch
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Ute Bock in der Roten Bar statt!
Weitere Infos
© Lea Friessner