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Jeden Tag Theater.
Tri sestry
von Anton Tschechow
Schulte-Michels/Liebermann
Premiere: 27. Februar 2009
Spielstätte: Haupthaus
Die Schwestern Olga, Mascha und Irina - aufgewachsen in Moskau - leben seit über zehn Jahren in der Provinz, wo ihr verstorbener Vater ein Regiment übernommen hatte. Olga, die älteste, arbeitet aufopferungsvoll als Lehrerin. Mascha ist mit dem pedantischen Lehrer Kulygin verheiratet. Irina, die jüngste, leidet unter ihrer Untätigkeit. Des monotonen Lebens überdrüssig sehnen sich die Schwestern nach Moskau zurück und setzen dabei auf ihren Bruder Andrej: Er soll seinen Jugendtraum von einer akademischen Karriere in der Großstadt verwirklichen. Andrej jedoch gibt sich mit einem Posten bei der Lokalverwaltung zufrieden, verspielt das für den Umzug nach Moskau notwendige Erbe und heiratet die ortsansässige Natalja Iwanowna. Mascha verliebt sich in Werschinin, einen geschwätzigen Batteriekommandeur, der außerdem verheiratet ist. Irina wird von Stabskapitän Soljony und Oberleutnant Tusenbach umworben. Sie nimmt schließlich Tusenbachs Heiratsantrag an. Doch einen Tag vor der Hochzeit wird ihr Bräutigam von Soljony im Duell getötet. Als das Offizierkorps den Ort verlässt, muss sich auch Mascha von ihrem Geliebten für immer verabschieden. So bleibt „Moskau" ein Synonym für die Sehnsüchte der drei Schwestern nach einem anderen Leben.
Anton Tschechow schuf mit diesem kammermusikalisch komponierten Stück über das Vergehen der Zeit und der Hoffnungen genaue Seelenporträts. Drei Schwestern, 1901 uraufgeführt, erzählt auf ironisch-komische Weise von der unaufhörlichen Jagd der Menschen nach dem Glück und ihrer Unfähigkeit, die eigenen Träume und Sehnsüchte in die Realität umzusetzen.
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Regie und Bühne: Thomas Schulte-Michels
Kostüme: Tanja Liebermann
| Andrej Sergejewitsch Prosorow |
Raphael von Bargen |
| Natalia Iwanowna, seine Braut, dann seine Ehefrau |
Anna Franziska Srna |
| Olga, seine Schwester |
Claudia Sabitzer |
| Mascha, seine Schwester |
Heike Kretschmer |
| Irina, seine Schwester | Luisa Katharina Davids |
| Kulygin Fjedor Iljitsch, Gymnasiallehrer, Maschas Mann |
Thomas Kamper |
| Werschinin Alexander Ignatjewitsch, Oberst, Kommandeur der Artilleriegarnison |
Marcello de Nardo |
| Soljony Wassilij Wassiljewitsch, Hauptmann im Stab |
Thomas Meczele |
| Tusenbach Nikolaj Ljwowitsch, Baron, Leutnant | Till Firit |
| Tschebutykin Iwan Romanowitsch, Militärarzt | Rainer Frieb |
| Fedotik Alexej Petrowitsch, Unterleutnant | Simon Mantei |
| Rode Wladimir Karlowitsch, Unterleutnant | Florian Köhler |
| Ferapont,
Bote der Kreisverwaltung, ein alter Mann
|
Heinz Petters |
| Anfissa, Njanja, eine alte Frau | Elisabeth Krejcir |
„Eine reizvolle Verknappung. Ein Tschechow ohne typischen Tschechow-Zierrat ist es geworden, ohne Kunstpausen, ohne Denkspiele, aber mit bitterer, dichter Melancholie. Trotz der Verknappung ist das Spiel reizvoll. Das Leid der drei Schwestern wird trotz aller Kürze deutlich. Sie wollen fort, und zwar mit Tempo: „Nach Moskau!" lautet ihr Hilferuf. Doch Olga, Mascha und Irina, überzeugend interpretiert von Claudia Sabitzer, Heike Kretschmer und Luisa Katharina Davids, bleiben sitzen. Anna Franziska Srna spielt mit Lust die herrschsüchtige, betrügerische Land-Trutschen Natalia, die ihren Schwägerinnen das Leben vergällt und sich in deren Haus bereit macht. Ihre ignorante, bäurische Grausamkeit gegen die alte Dienerin, Njanja Anfissa (Elisabeth Krejcir) ist kaum zu überbieten." (Die Presse)
,,Ein direkter, burlesker Abend, der nicht zuletzt deshalb überraschend gut funktioniert, weil Schulte-Michels offenbar sehr gut mit Schauspielern kann. Claudia Sabitzer (Olga), Heike Kretschmer (Mascha) und Luisa Katharina Davids (Irina) sind drei starke Schwestern, und auch die Herren von Bargen, Frieb und Kamper hat man schon lange nicht so gut gesehen." (Der Falter)
„Ein starkes Trio." (Kurier)
,,Außerordentliche ,Drei Schwestern' ohne Melancholie, Sentimentalität und Birkenwäldchen am Wiener Volkstheater. Was Tschechow zeigen wollte, kam beklemmend über die Rampe: Wie drei Schwestern daran scheitern, ihrem Leben Sinn zu geben, und von der sinnlosen Einförmigkeit des Alltags überrollt werden. Man muss die Hektik und Irritation, die Schulte-Michels entfesselt, allerdings entsprechend interpretieren, und da leistet das Ensemble Erstaunliches. Claudia Sabitzer führt als Olga (die normalerweise blasseste Rolle wird hier zur stärksten) ihre Schwestern (Heike Kretschmer als Mascha, Luisa Katharina Davids als Irina) an und Anna Franziska Srna zieht als rücksichtslose Schwägerin alle Blicke auf sich. Variationen des täglichen Unglücks, das hier nicht still, sondern schrill verläuft, zeichnen in den Männerrollen Raphael von Bargen (besonders beeindruckend), Marcello de Nardo, Till Firit, Rainer Frieb und Thomas Kamper. Das Publikum erkannte schnell, dass es da einen besonderen Abend erlebte, und spendete verdienten stürmischen Applaus." (Neues Volksblatt)
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Regie: Miloš Lolić
Mit: Andrea Bröderbauer, Nina Horváth; Christoph F. Krutzler; Robert Prinzler
Infos & Karten
© Marko Lipuš
... und verleiht einen Preis
an KATHRIN RÖGGLA.
20. Mai, 11 Uhr, Rote Bar
Weitere Infos
© Coschell