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von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Österreichische Erstaufführung
Khodadadian/Gretler/Willi/Winde
Premiere: 6. Mai 2011
Spielstätte: Haupthaus
Sie sind 17, besuchen ein Gymnasium in England, machen Party, flirten, schikanieren sich gegenseitig, teilen die gleichen Ängste und kreisen doch meist um sich selbst. Alles ganz normal. Doch durch die Ankunft einer neuen Schülerin ändert sich ihr Leben schlagartig. Lilly trifft gleich an ihrem ersten Tag auf diese Clique, in der nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint: auf den arroganten Bennett, der die anderen quält und den intelligenten Chadwick zum bevorzugten Opfer seiner „Späße" erkoren hat. Auf Cissy, Bennetts Freundin, die zu Hause Ärger bekommt, wenn sie nicht Klassenbeste ist, Tanya, die sich ein Kind von ihrem Lehrer wünscht, Nicholas, den Supersportler und auf den zurückhaltenden William, der eine tote Mutter erfindet und sich in Lilly verliebt. Die Mischung aus Coolness, wechselnden Allianzen und quer schießenden Hormonen ist explosiv und entwickelt eine Dynamik, die schließlich in einem Blutbad mündet.
Stephens erklärt nicht etwa Colombine, Erfurt oder Winnenden, ihn interessieren die Ohnmacht und die Widersprüche, die damit verbunden sind. Stephens gräbt tiefer, legt Wünsche und Sehnsüchte der Jugendlichen offen. In einer ebenso präzisen wie brutalen Sprache erzählt er vom Leben übersättigter Jugendlicher, ihrer Verzweiflung an dem vorgezeichneten Lebensentwurf und der Sehnsucht, gegen die Regeln der Erwachsenen aufzubegehren. Die erfolgreiche Uraufführung von Punk Rock war im September 2009 in London. Am Volkstheater war in der Spielzeit 2006/07 Stephens‘ Stück Am Strand der weiten Welt (Regie: Ramin Gray) zu sehen.
Mit freundlicher Unterstützung der AK Wien
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Regie: Schirin Khodadadian
Bühne: Hugo Gretler
Kostüme: Charlotte Sonja Willi
Musik: Johannes Winde
Dramaturgie: Hans Mrak
| William Carlisle | Simon Mantei |
| Lilly Cahill | Katharina Straßer |
| Bennett Francis | Matthias Mamedof |
| Cissy Franks | Annette Isabella Holzmann |
| Nicholas Chatman | Robert Prinzler |
| Tanya Gleason | Nanette Waidmann |
| Chadwick Meade | Arne Gottschling |
| Dr. Richard Harvey | Patrick O. Beck |
„Am Wiener Volkstheater, wo Punk Rock seine österreichische Erstaufführung hatte, versammelt Regisseurin Schirin Khodadadian Schülerpersönlichkeiten mit schnoddrigem Mundwerk und kessen Röcken (Kostüme: Charlotte Sonja Willi). Diese Jugend ist verwirrt, sexuell fixiert, brutal, dabei zutiefst verletzlich.
Mit einer Rampe rückt Bühnenbildner Hugo Gretler das Geschehen nahe ans Publikum: aufgerissene Blusen, suchende Blicke, quietschende Sesselstapel. Der nervöse Bennett (Matthias Mamedof) kompensiert Komplexe mit Attacken auf den Streber Chadwick (toll: Arne Gottschling), Freundin Cissy (Annette Isabella Holzmann) steht ihm mit Grimassen zur Seite. Tanya (Nanette Waidmann) träumt vom bürgerlichen Leben, will ein Kind vom Lehrer. Lilly (Katharina Straßer), neu an der Schule, geht mit Nicholas (Robert Prinzler) ins Bett, obwohl William (Simon Manthei) sie um ein Date gebeten hat.
Regisseurin Khodadadian bildet die Vorgänge realistisch ab, baut auf ein überengagiert jugendliches, fast kindliches Spiel. Dem stellt sie interessante choreografische Ideen entgegen: So drückt sich die Unbeholfenheit zwischen William und Lilly etwa in einer absturzgefährdeten Begegnung auf einem schmalen Fensterbrett aus.
Überhaupt: Das exzellente Zusammenspiel von Mantei (William) und Straßer (Lilly) hat Spannung und trägt das Rätsel und die Gefahr all dieser Vorgänge in sich.
Unerfüllte Liebe, enttäuschte Freundschaft oder die globale Erwärmung kann junge Menschen in Hass, Zorn und Panik verfallen lassen. Das reicht Stephens nicht, er eröffnet Leerstellen und markiert Missing Links, die so banal erscheinen wie Williams Erklärung der eigenen Tat: "Ich hab es getan, weil ich konnte." Da hat sich das über dem Schauplatz Schulbibliothek mittig thronende große Glasfenster schon erhellt, hinter dem ein Jugendpsychologe (Patrick O. Beck) zwischen symbolisch hohen Stapeln von Fragebögen seiner Arbeit nachgeht. Wo führt ihn diese Antwort hin?" (Der Standard)
„Schirin Khodadadians Arbeit zeigt, dass sich das Volkstheater keine Nachwuchssorgen zu machen braucht. Denn die jungen Kräfte des Hauses liefern nicht nur eine durchwegs starke Leistung ab, sondern finden auch als Ensemble sehr schön zusammen. Hier wird einfach ehrlich gespielt. Der bekannteste Name auf der Besetzungsliste ist der von Katharina Straßer, die als Neuzugang an der Schule die bestehenden Verhältnisse durcheinander wirbelt. Neben ihr überzeugen Simon Mantei als Schüchti, der sich Hoffnungen auf eine Lovestory macht; Robert Prinzler als Sportskanone, dem diese schließlich gewährt wird; und Matthias Mamedof als sexuell unentschlossener Ungustl, der seinen Frust am schwächsten, aber intelligentesten Glied der Gruppe auslebt. Diesen spielt - und er hat auch die beste (Emanzipations-)Szene des Abends- Arne Gottschling als eine Art jungen Stephen Hawking.
Simon Stephens erzählt das alles ohne erhobenen Zeigefinger, ohne Erklärungsversuch. Ein Abend zum Drübernachdenken." (Kurier)
„Das Chaos der Gefühle wird zu einem der Auslöser der Katastrophe. „Punk Rock" nämlich handelt von einem Amoklauf, und das Reizvolle an diesem Stück ist, dass man eine Zeit lang denkt, jeder dieser Heranwachsenden könnte Täter oder Opfer sein, bis man in einer knallharten Szene sieht, wer den Abzug drückt.
Am besten gelingt die Verstellung zum Jugendlichen Gottschling in der Rolle des Außenseiters und Holzmann, die sich schlaksig gibt, authentisch unausgeglichen. Mamedof überzeugt in der Aggression. Man nimmt es diesem Bennett ab, dass er erfolgreich Mitschüler drangsaliert, die ihn um zwei Köpfe überragen. Und die intensive Straßer kann mädchenhafter Koketterie einiges an Komik abgewinnen. So ergibt sich ein differenziertes Bild dieser Klasse." (Die Presse)
„Das Stück ist absolut wirksam, begeistert vor allem das junge Publikum - auch dank der Musikauswahl, die die Regisseurin Schirin Khodadadian getroffen hat. Ihre Inszenierung ist flüssig, hat Tempo, zeichnet die Charaktere genau. Ihre Typen sind frech, rotzig, hinterhältig.
Simon Mantei spielt den Burschen William Carlisle, der die Welt nicht verstehen kann - oder will - und vergeblich Halt an anderen zu finden versucht. Katharina Straßer ist der Schuleindringling Lilly, ein Mädel, das für alle zur „Herausforderung" wird. Matthias Mamedof überzeugt als der sadistische Bennett, Arno Gottschling als sein Opfer Chadwick, Annette Isabella Holzmann, Robert Prinzler und Nanette Waidmann spielen die sehr individuell gezeichneten Schüler. Patrick O. Beck ist der verständnislose Lehrer. Dem Publikum gefiel's." (Kronen Zeitung)
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Premiere am 23. Mai
im Volkstheater in den Bezirken!
Mit: Annette Isabella Holzmann; Thomas Kamper, Matthias Mamedof
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Nur mehr am 23. Mai
und 16. Juni 2012!
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© Lalo Jodlbauer