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Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
(El mètode Grönholm)
von Jordi Galceran
Deutsch von Stefanie Gerhold
Hiller/Kudlich/Navas
Premiere: 19. Jänner 2011
Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
Die Chefetage eines internationalen Unternehmens. Vier Kandidaten haben sich zur alles entscheidenden Endrunde eines Bewerbungsverfahrens eingefunden. Ein attraktiver Managerposten mit sechsstelligem Jahresgehalt winkt. Abgeschottet von der Außenwelt treffen drei Männer und eine Frau in einem Konferenzraum aufeinander.
Die fachlichen Qualifikationen stehen außer Zweifel, nun werden emotionale Belastbarkeit, soziale Kompetenz und Führungsqualität geprüft. Es gilt unterschiedlichste Aufgaben zu lösen. Ein aufreibendes „Spiel" beginnt, das die Bewerber bis an ihre Grenzen bringt. Wie weit wird jeder gehen, um die Konkurrenz auszuschalten? Was ist moralisch noch vertretbar und wie viel Selbstachtung bleibt am Ende, wenn Geld und Macht locken?
Jordi Galceran, der Autor von Reden mit Mama (2008/09 im Volkstheater in den Bezirken), analysiert in diesem hochaktuellen Psychokrimi die menschenverachtenden Methoden, die heute in Bewerbungsverfahren angewandt werden und beleuchtet gleichzeitig, was jeder einzelne bereit ist, auf sich zu nehmen und anderen anzutun.
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Regie: Katrin Hiller
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Dramaturgie: Elisabeth Geyer
| Fernando Porta | Günther Wiederschwinger |
| Enrique Font | Anselm Lipgens |
| Mercedes Degás | Martina Stilp |
| Carlos Bueno | Tim Breyvogel |
„Das Volkstheater in den Bezirken zeigt "Die Grönholm-Methode" von Jordi Galceran: Ein Porträt der zynischen Arbeitswelt
Mit jeder Wendung in Jordi Galcerans Stück Die Grönholm-Methode, das Katrin Hiller für das Volkstheater in den Bezirken inszeniert hat, muss auch das Publikum aufs Neue abwägen, was noch für glaubhaft gehalten werden kann.
Die Konkurrenzsituation holt das denkbar Schlechteste aus den Bewerbern heraus: Lügen, Betrug und Spott dominieren. Die Zuseher sind indes belustigt. Die Skurrilität der zu lösenden Aufgaben, das kindische Verhalten der Bewerber und die bissigen Kommentare, mit denen sie sich gegenseitig schlecht machen, sind komisch.
Dass es eigentlich grausame und verzweifelte Lacher sind, fällt nicht weiter auf, denn Mitleid ist dem Publikum verwehrt. Stehen doch vier "Ungustln" auf der Bühne, über die man sich gern amüsiert.
Ein Ensemble aus hervorragenden Darstellern erweckt das unsympathische Quartett zum Leben: Günther Wiederschwinger, Anselm Lipgens, Martina Stilp und Tim Breyvogel glänzen in vier ebenbürtigen Hauptrollen.
Die zweite Hälfte ist beklemmender, das Lachen verstummt - am Ende sind nicht nur die Figuren müde und betrogen. Jordi Galceran erzeugt eine bittere Leere, deren Ursache nicht die menschenverachtenden Personalauslesemethoden sind.
Ein Loch klafft, weil er sein Publikum ohne einen einzigen erlösenden Satz, ohne jemanden hinterlässt, der sich in die richtige Richtung wenden würde. Seine Karikatur der Arbeitswelt beinhaltet nichts Gutes, das die untergegangene Moral wie eine Rettungsboje tragen könnte." (Der Standard)
„Beinahe jeder Karriereweg in der Wirtschaft und Administration führt durch ein Assessment Center.
Führungsstärke, Belastbarkeit, soziale Kompetenz, Kreativität werden getestet. Die Probanden ahnen, was Gut- und Schlechtpunkte bringt, und retten sich in Camouflage. Umso trickreicher bohren die Psychoknechte nach Schwachstellen und Webfehlern. "Die Grönholm-Methode" des Katalanen Jordi Galceran treibt das wechselseitige Täuschen auf die Spitze. Vier Personen zusammen in einem kahlen Zimmer, Bewerber um denselben Posten. Bis zum Finale darf das Publikum miträtseln, wer sich bis auf die letzte Seelenfalte entblößt - und wer schwindelt. Jeder kennt das Selbstverwirrspiel: "Ich denke, dass du denkst, dass ich denke..." In dieser Versuchsanordnung erfüllt sich, voller Überraschungen, auf das Schönste das Simpelste und Schwierigste der Theaterkunst: das Tun als ob.
Ein Kammerspiel also mit bester Prognose. Die Regie von Katrin Hiller gönnt dem Saal manche Lacher. Wäre Hans Kudlichs perfekte Dekoration ein wirkliches Assessmentcenter, wäre zu protokollieren: Günther Wiederschwinger und Anselm Lipgens sind auch stark präsent, wenn sie bloß zuhören." (Wiener Zeitung)
„Katrin Hiller hat den Abend in der extrem nüchtern-leblosen Konferenzzimmer-Ausstattung von Hans Kudlich in geschickter Konfiguration der Personen inszeniert. Günther Wiederschwinger ist der erste Aspirant auf den Job, der eintrifft, und er bleibt der stärkste Mann des Abends - ein Schwächling, aber doch einer, der genau weiß, wie das Spiel zu spielen ist, und es entsprechend kaltschnäuzig tut.
In der einzigen Frauenrolle des Stücks lernt man Martina Stilp kennen, die im letzten Jahrzehnt im Grazer Schauspielhaus alles gespielt hat, was gut und teuer ist und auch eine „Nestroy"-Nominierung erhalten hat. Als kühle Karrierefrau, die gelegentlich so etwas wie Emotionen zeigt, steht sie ebenso attraktiv wie überzeugend auf der Bühne. Die Schlusspointe bietet auch ihr noch eine Wendung, die sie genüsslich auskostet.
Das Publikum wusste gutes Theater, das sich bewusst als solches ausstellt, zu schätzen und applaudierte lange und stark." (Der neue Merker)
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