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Du bleibst bei mir

 015

Du bleibst bei mir

Spielstätte: Haupthaus

von Felix Mitterer
Uraufführung Auftragsarbeit
Sturminger/Zeger/Ball/Preinfalk
Premiere: 9. September 2011

Spielstätte: Haupthaus

In seinem neuen Stück, einem Auftragswerk für das Volkstheater, beschäftigt sich Felix Mitterer mit einer der großen und einzigartigen Persönlichkeiten des Wiener Volkstheaters und österreichischen Widerstandskämpferin, mit Dorothea Neff.

1903 in München geboren, beginnt sie ihre Laufbahn als jugendliche Heldin in Regensburg. Über Gera und Aachen kommt sie an das Staatstheater in München und von dort über Köln und Königsberg 1939 an das Deutsche Volkstheater in Wien. Hier wird sie zu einer der legendärsten Schauspielerinnen ihrer Zeit, und spielt - trotz fortschreitender Erblindung - mit großer Disziplin bis ins hohe Alter. Zu ihren Glanzrollen zählen die Elisabeth in Schillers Maria Stuart, die Frau Flamm in Hauptmanns Rose Bernd, die Claire Zachanassian in Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame und - 1962/1963 - die Titelrolle in Brechts Mutter Courage und ihre Kinder, jener legendären Inszenierung von Gustav Manker, die den „Brecht-Boykott" durchbrach, der unter Federführung von Hans Weigel und Friedrich Torberg über Wiens Bühnen verhängt worden war. Eine „Mutter Courage" ist die Neff nicht nur auf dem Theater - was sie neben ihren herausragenden künstlerischen Leistungen auszeichnete, waren ihr Mut und ihre Zivilcourage: Sie rettet der Jüdin Lilli Wolff das Leben. Ungeachtet der eigenen Gefährdung versteckt sie ihre Freundin jahrelang als U-Boot in ihrer Wohnung, von 1941 bis zur Kapitulation 1945, und bringt sie, als Lilli lebensbedrohlich erkrankt, unter falschem Namen in eine Klinik, ermöglicht so die rettende Operation. Dorothea Neff wurde von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern" geehrt. In ihrer Dankesrede sagte sie: „Das Weiterreichen von Hilfe wäre eine tröstliche Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens."
Am 27. Juli 1986 ist Dorothea Neff in Wien gestorben.

Mit freundlicher Unterstützung der BAWAG P.S.K.

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Michael Sturminger
    Bühne: Ralph Zeger
    Kostüme: Nina Ball
    Musik: Gerald F. Preinfalk
    Dramaturgie: Susanne Abbrederis

  • Besetzung

     

    Dorothea Neff   Andrea Eckert
    Lilli Wolff  Martina Stilp
    Martha Driessen, genannt Mati   Nanette Waidmann
    Meta Schmitt  Claudia Sabitzer
    Eva Zilcher   Annette Isabella Holzmann
    Frau Krottensteiner, Hausmeisterin   Inge Maux
    SS-Sturmführer  Thomas Bauer
    Erwin Ringel, Medizinstudent   Robert Prinzler
    Russischer Offizier   Rainer Frieb
    Schauspielschülerin I   Martina Stilp
    Schauspielschülerin II   Nanette Waidmann
       
    Musiker   Gerald F. Preinfalk/ Florian Fennes
       Clemens Wenger/ Martin Ptak
    Komparserie   Robert Hager, Lukian Guttenbrunner,
       Wolfgang Fahrner/ Benjamin Yanjek

  • Pressestimmen

    „Andrea Eckert brilliert als Dorothea Neff - Uraufführung von Mitterers "Du bleibst bei mir"
    Felix Mitterers Huldigungsstück an die große Schauspielerin Dorothea Neff zehrt von einer stillen Heldentat: Neff versteckte ihre jüdische Freundin Lilli Wolff in den Jahren der Nazi-Diktatur bei sich in der Wiener Wohnung. Kaum jemals machte die Neff von ihrem Heldenmut ein Aufhebens. Erst als sie 1979 von Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wurde, lüftete sie zögerlich den Mantel des Schweigens. Es ist Mitterers Auftragswerk hoch anzurechnen, dass es bemerkenswert ungeschwätzig daherkommt.
    Womit wir endlich zu Andrea Eckert kommen, der als Neff eine beglückende, auf diese Weise noch nicht gesehene Gratwanderung gelingt. Die Eckert, die in der Rolle ihrer Lehrermeisterin Neff gleich zu Anfang die Penthesilea zu geben hat, eine erhaben deklamierende Amazone, die mit Kleists Versen wie mit Brandsätzen um sich wirft, bewahrt sich bis zum Schluss die bewegten Umrisse einer Rätselfigur.
    Insofern ist Eckerts Neff jedes Lob wert." (Der Standard)

    „Andrea Eckert brilliert in "Du bleibst bei mir", einer Uraufführung von Felix Mitterer.
    Eine exzellente Idee war es, einer der wichtigsten und mutigsten Schauspielerinnen des Wiener Volkstheaters ein Denkmal zu setzen: Dorothea Neff (1903-1986) hat hier große Rollen gespielt - und sie war eine Institution des Widerstands gegen die Nationalsozialisten.
    Eckert ist als Neff nuancenreich und wunderbar. Sie verströmt Wärme, Herzlichkeit, zeigt aber auch die belastende Seite der Situation. Neff muss Texte lernen, auftreten. Lilli mag nicht allein bleiben, wird krank, muss operiert werden, erholt sich nur schwer. Martina Stilp lässt die Verwandlung dieser hübschen, lebensfrohen Frau sehen, die sich immer auf ihre Wirkung verlassen hat und nur langsam den Ernst der Lage begreift. Annette Isabella Holzmann spielt Lillis Nachfolgerin bei Neff, die Schauspielerin Eva Zilcher. Sie betreute die Künstlerin bis zu ihrem Tod und hielt die Verzweifelte vom Selbstmord ab. Inge Maux verströmt lauernde Bedrohung als erpresserische Hausmeisterin. Claudia Sabitzer und Nanette Waidmann als Meta und Mati erinnern Lilli an ihre glückliche Vergangenheit im Modesalon.
    Berührendes Kammerspiel. Die Männer haben eine untergeordnete Position in diesem Frauenstück: Robert Prinzler gibt den Medizinstudenten Erwin Ringel (1921-1994), der als Psychiater eine Institution war und „die österreichische Seele" nicht nur in Buchform analysierte. Thomas Bauer als SS-Sturmführer und Rainer Frieb als russischer Offizier setzen in kurzen Auftritten markante Akzente. Eine Musikcollage mit Jazz und Melodien der damaligen Zeit („Davon geht die Welt nicht unter") begleitet den Abend.
    Dies ist keines jener verkrampft pädagogischen Unternehmen (Schultheater!) wie man sie oft über die NS-Zeit sieht. Da ist nichts peinlich (Demonstration des Bösen an sich) oder besserwisserisch (kann uns nicht passieren). Mitterer ist ein Humanist und Psychologe." (Die Presse)

    „Am Ende gab es im Volkstheater langen Applaus und Bravos, vor allem für die großartige Andrea Eckert.
    Michael Sturminger inszenierte den Text ganz reduziert und unaufdringlich, der Abend hat trotz der beklemmenden Situation etwas sehr Zartes. Ralph Zeger baute eine fernsehspielartige Guckkastenbühne (man sieht nur das Wohnzimmer), welche die Beengtheit des Lebens als U-Boot sehr gut illustriert. Besonders gut gelungen ist die Klammer rund ums Stück: Am Anfang sieht man Eckert als Neff als gefeierte Penthesilea - und am Ende als bereits erblindete Mutter Courage, mit dem Volkstheater den damals in Wien geltenden „Brecht-Boykott" durchbrechend.
    Und jetzt sind wir endlich beim Wesentlichen, also bei Andrea Eckert: Wie sie ihre Schauspiellehrerin Neff darstellt, das ist sensationell. Wobei sie ganz im Sinne von Neffs Überzeugungen spielt: Jeder Satz, jede Geste ist glaubwürdig, nichts ist gekünstelt. Keine Posen, keine Effekte. Atemberaubend genau stellt sie das langsame Erblinden dar, von ersten Sehschwächen über das erste Ins-Leere-Greifen bis zur völligen Dunkelheit. Das Ensemble lässt sich mitreißen und bietet hohe Qualität. Hervorzuheben sind Martina Stilp als Lilli, Inge Maux als böse Hausmeisterin, Robert Prinzler als Erwin Ringel." (Kurier)

    „Es ist dies ein eindrucksvolles Stück Dokumentartheater und Ausdruck tiefen Respekts vor einer ungewöhnlichen Frau: Das Wiener Volkstheater hat den Dramatiker Felix Mitterer damit beauftragt, sich mit dem Leben Dorothea Neffs zu beschäftigen und das ist es allemal wert, erzählt zu werden.
    Ein staunendes und nachdenkliches Publikum erlebte am Freitag die Uraufführung. Schauspielerin Andrea Eckert, die die Neff selbst als Lehrerin erlebt hatte, übernimmt die zentrale Rolle. Sie zeigt die Neff als zugleich couragierte und verletzliche, leidensfähige Frau, als Unerschrockene und Verzweifelte. Andrea Eckert kehrt mit dieser Rolle nach langer Zeit ans Volkstheater zurück und knüpft damit an ihre großen Erfolge von früher an. Die junge Martina Stilp ist in dieser Aufführung ihre ideale Partnerin, liebesfähig, zornig, leidend.
    Eine große Liebe wird geschildert, mit Höhenflügen und Abstürzen. Aber Felix Mitterer kocht keinen Gefühlsbrei, sondern hält Balance. Er wird sowohl den Notwendigkeiten des Theaters, als auch dem Thema gerecht. Michael Sturminger hält sich als Regisseur an die Prinzipien, mit denen das Dokumentartheater Authentisches und Erfundenes vermitteln will. Bühnenbildner Ralph Zeger sorgte dafür, dass die Wohnung der Neff nicht bloß Guckkasten ist. Er macht das ganze Haus sichtbar, der Baukörper dreht sich und gibt sich als zusammengezimmertes Bühnenbild zu erkennen. Die Musiker setzen starke Akzente." (Salzburger Nachrichten)

    „Felix Mitterer hat alle vorhandenen Quellen studiert und ein berührendes Lebensbild entworfen, das Michael Sturminger beeindruckend und reich an Ausdrucksfacetten inszenierte. Mit einer genauen Identifikation mit ihrer Lehrerin Dorothea Neff war Andrea Eckert endlich wieder zu erleben. Nach ihrer Aufsehen erregenden Callas in „Meisterklasse" hat sie wieder eine ideale Rolle gefunden, die sie mit Energie, packender Intensität, aber auch Zartheit berührend erfüllt." (Kronen Zeitung) 

  • Fotos
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  • Video

    © Johannes Hammel

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