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Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
von Ben Jonson
Komödie in 5 Akten
Lipgens/Kudlich/Navas/Holoubek
Premiere: 5. Oktober 2011
Spielstätte: Volkstheater in den Bezirken
Geld regiert die Welt! Davon ist der wohlhabende aber geizige Levantiner Volpone überzeugt. Um seinen Reichtum zu vermehren, hat er - gemeinsam mit seinem ihm treu ergebenen Diener Mosca - einen perfid-genialen Plan ausgeheckt: Er gibt vor, sterbenskrank zu sein, und verspricht allen möglichen Bekannten, ihnen sein gesamtes Vermögen zu hinterlassen - unter der Bedingung, dass sie ihn zu Lebzeiten mit Wohltaten oder teuren Gaben bedenken. Die Falle schnappt zu: Die Erbschleicher Venedigs überhäufen ihn geradezu mit Geschenken, der sonst so eifersüchtige Corvino überlässt Volpone - das mächtige Erbe vor Augen - sogar seine Frau. Um den Spaß auf die Spitze zu treiben inszeniert Volpone seinen eigenen Tod, denn die dummen Gesichter seiner habgierigen „Erben" möchte er sich unter keinen Umständen entgehen lassen. Doch er hat die Rechnung ohne Mosca gemacht ...
Volpone basiert im Kern auf der Fabel vom schlauen Fuchs, der sich tot stellt, um Aasfresser anzulocken, die ihm so leichte Beute werden. Das verdeutlichen nicht zuletzt auch die Tiernamen, die Ben Jonson seinen Figuren zugeschrieben hat (Fuchs, Fliege, Geier usw.), was auch darauf hinweisen soll, dass Menschen ohne Moral nichts anderes als Tiere sind. Dieses bitterböse Stück, eine „lieblose Komödie" - wie Stefan Zweig einmal schrieb - decouvriert gnadenlos menschliche Abgründe: Ein Betrüger, der andere Betrüger entlarvt, um am Ende selbst als Betrogener dazustehen, das ist ein rasendes Karussell von Niedertracht, Gier, Bosheit und kaum zu übertreffendem Zynismus, denn es zeigt sich, dass es die Reichen und Mächtigen sind, die Gesetz und Recht zu ihrem Vorteil zu drehen in der Lage sind. Und damit ist Jonsons Stück, das bereits 1605 am Londoner Globe Theatre uraufgeführt wurde, heute noch genauso aktuell wie damals. Daraus erklärt sich auch, dass sich Volpone - im Gegensatz zu anderen Stücken des
Autors, der zu seiner Zeit ähnlich populär war wie Shakespeare - bis heute auf den Bühnen gehalten hat.
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Regie: Anselm Lipgens
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Musik: Stefan Holoubek
Dramaturgie: Elisabeth Geyer
| Corbaccio, La Lupa, Agnella, Commedia | Susa Meyer |
| Volpone, Richter, Matto | Ronald Kuste |
| Mosca, Oberst, Clown | Patrick O. Beck |
| Voltore, Dr. Pazzo, Buffone | Clemens Matzka |
| Corvino, Pavone, Narr | Günther Wiederschwinger |
„Jonsons Komödie „Volpone oder Der Fuchs" in einer rasanten Inszenierung von Anselm Lipgens. Es ist die elisabethanische Vollendung der Commedia dell'Arte, ein böses, schwarzes Stück über menschliche Laster.
Um die Intrigen, Verkleidungen und Verstellungen zur Entfaltung zu bringen, braucht es präzises Timing. Das gelingt einem zauberhaften Quintett des Volkstheaters in den Bezirken. Die Premiere gab es in der Längenfeldgasse, sie wurde bejubelt. Mit Recht.
In Mehrfachrollen entwickeln die fünf Schauspieler unter der Regie von Anselm Lipgens ein rasantes Spiel. Es ist toll anzusehen, wie Susa Meyer sich in einen Mantel wickelt, um im Sekundentakt als böser, alter, raffgieriger Corbaccio und als nicht minder gierige, geile Lupa zu erscheinen. So geschickt erfolgt der Wechsel von einer Frau mit Perücke zu einem alten Mann mit Bart, so treffsicher sind die Stimmen, dass man meint, zwei Susa Meyers befänden sich simultan im Kostüm. Eine feine Leistung bietet auch Patrick O. Beck als Mosca, Oberst und Clown. Diese Schmeißfliege ist gefährlich, das weiß man schon beim ersten Auftritt des Dieners von Volpone. So sehen korrupte Lobbyisten, gewissenlose Profiteure von Verbrechen aus. Ben Jonsons sarkastisches Theaterstück hat nichts an Aktualität eingebüßt. Der Fuchs selbst wird von Ronald Kuste herrlich verschlagen gespielt. Ergänzt werden diese Charakterköpfe durch Clemens Matzka als Voltore, Doktor und Buffone sowie Günter Wiederschwinger als Corvino, Pavone und Narr. Sie sind differenziert in der Präsentation einer Summe aller Laster, von Dummheit, Aufgeblasenheit, Schäbigkeit. Deshalb reizen sie zum Lachen.
Alles in allem wird erfrischend gespielt (und auch schräg wie von Bänkelsängern musiziert), auf dieser kleinen Bühne, die Hans Kudlich mit wenigen billig vergoldeten Requisiten zu einer falschen venezianischen Verwandlungsmaschine zusammengezimmert hat. Lipgens legt eine listige Inszenierung hin, die sich einen Platz im Haupthaus des Volkstheaters verdienen würde." (Die Presse)
„Es ist ein Theater der überzeichneten Typen, die nicht umsonst alle Tiernamen tragen. Was so eine Aufführung folglich besonders braucht, sind Schauspieler, die dem Ganzen den richtigen Schwung geben. Und diese sind hier erfreulicherweise am Werk. Mit vollem Einsatz wuseln sie wie Kasperlpuppen über die Bühne und werfen sich von einer Rolle in die nächste. Sie nützen jede Gelegenheit für körpersprachliche Blödeleien oder greifen zwischen den Akten zu den Instrumenten, um melancholische Weisen anzustimmen. Großer Applaus." (Der Standard)
„Das Volkstheater schickt ein winziges Trüppchen auf die Reise durch die Bezirke: Fünf Personen suchen Authentizität in 16 Rollen und gleich vielen Kostümen. Dieser Kraftakt gelingt verblüffend locker, witzig, stilgerecht und heutig. Anselm Lipgens weiß, wie man Mängel an Budget und Raum kompensieren kann. Seiner ausgeklügelten Sparfassung genügt ein einziges Bühnenmöbel (von Hans Kudlich), bald Himmelbett, Theatervorhang, Gerichtszeugenstand. Jedoch reich sein Textbuch an Querverweisen auf Raffgier in der Gegenwart. In der alten Komödie Veneziens sprechen die Typen jeweils den Dialekt ihres Standes und ihrer Heimatstadt. Ronald Kuste, als Volpone ein quicklebendiger Augenroller und Kopfverdreher, ist als Richter zum Sächseln angehalten. Leichtfüßig als Narr, doch als Sergente mit einem tiefkehligen Hitlerton belastet ist Günther Wiederschwinger. Clemens Matzka bekam einen tollen Text für seine Knallnummer als Dottore. Ebenso donnert der Szenenapplaus nach Susa Meyers Perückenwechsle-dich-Spiel zwischen altem Mann und junger Frau. Patrick O. Beck als Schmarotzer und Strippenzieher würzt mit Ironie den typischen Dienerwitz, ein Bösewicht zum Fürchten und Gernhaben." (Wiener Zeitung)
„Die Schwächen seiner Mitmenschen gibt Ben Jonson der Schadenfreude der Zuschauer preis. Aber er will nicht als italienischer Typenkomödien-Schreiber festgelegt werden. Ganz anders Anselm Lipgens, der vom Publikum bejubelte Regisseur der Geschichte vom reichen Geizhals Volpone im Volkstheater in den Bezirken. Ronald Kuste spielt den alten, geilen Fuchs Volpone, als Richter verkleidet sächselt er gekonnt. Geschmeidigkeit verleiht Patrick O. Beck dem schlauen Mosca. Gleich drei Rollen spielt mit grellen Charakterisierungen Susa Meyer als Corbaccio, La Lupa und Agnella. Günther Wiederschwinger ist temperamentvoll der junge Corvino, Clemens Matzka der „Geier" Voltore." (Kronen Zeitung)
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Premiere am 23. Mai
im Volkstheater in den Bezirken!
Mit: Annette Isabella Holzmann; Thomas Kamper, Matthias Mamedof
© Lalo Jodlbauer
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© Lalo Jodlbauer
Mit Erni Mangold und
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Nur mehr am 23. Mai
und 16. Juni 2012!
Infos & Karten
© Lalo Jodlbauer