VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Die Dreigroschenoper 06

Die Dreigroschenoper

Die Dreigroschenoper

Spielstätte: Haupthaus

Bertolt Brecht/Kurt Weill

Ein Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern nach John Gay
Musik von Kurt Weill
Schottenberg/Kudlich/Navas/Lichtenberger-Bozoki
Premiere: 16. Dezember 2011

Spielstätte: Haupthaus

Peachum, seines Zeichens geschäftstüchtiger Chef von „Peachum & Company", hat viel zu tun. Seine Firma profitiert von den Bettlern Londons „als Grundkategorien des Elends" und organisiert sie in der Stadt - mit einem Wort: Elend als Mittel zum Zweck. Als er von seiner Frau erfährt, dass seine Tochter Polly zu heiraten beabsichtigt - ausgerechnet den skrupellosen Ganoven Macheath - gerät Peachum außer sich und versucht, die Hochzeit zu vereiteln. Doch das Paar kommt ihm zuvor - in einem Pferdestall feiert man, bejubelt von Mackies Bande, Hochzeit. Auch Londons Polizeichef Tiger Brown gibt sich die Ehre - denn gegen hartes Geld erweist er sich seinem alten Armeekameraden immer wieder solidarisch. Als die Peachums Polly drohen, ihren frisch angetrauten Gemahl an den Galgen zu bringen, beschwört sie Macheath, unverzüglich zu fliehen - auch Brown könne ihn nun nicht mehr schützen. Macheath betraut Polly mit der Leitung seiner Geschäfte, wird von seiner früheren Geliebten, der Hure Jenny, verraten, verhaftet, kommt aber mit Hilfe seiner aktuellen Geliebten Lucy, Browns Tochter, wieder frei. Doch Peachum hat noch ein Ass im Ärmel ...

Die Dreigroschenoper ist - genau genommen - die Parodie einer Parodie: denn bereits die Vorlage, John Gays The Beggar's Opera (1728), war als zeitkritische Opernparodie angelegt. Brecht ging es in seiner Neukonzeption, die stark auf die Mittel seines epischen Theaters setzte, ebenfalls um harte Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit: In der Dreigroschenoper führen sich die Verbrecher wie die Bürger auf. Brechts Ziel war es, den Zuschauern begreiflich zu machen: Wenn die Verbrecher durch bürgerliche Manieren und Methoden erfolgreich sind, dann müssen die bürgerlichen Methoden und Manieren verbrecherisch sein. Das galt damals, und das gilt heute noch, man denke nur an die Skandale um korrupte Politiker oder verkrachte Banker, die auf private Auslandskonten wirtschaften.

Die Dreigroschenoper zählt seit ihrer Berliner Uraufführung 1928 im Theater am Schiffbauerdamm zu den weltweit bekanntesten und meistgespielten Theaterstücken und begründete Brechts Weltruhm. Großen Anteil an diesem Erfolg haben nicht zuletzt die von Kurt Weill hinreißend komponierten Songs.

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  • Termine
    • Montag, 25. Juni 2012, 19:30 bis 22:15 Uhr zum vorletzten Mal
      Wahlabo, Bezirke-Wahlabo, freier Verkauf, Preise I

    • Dienstag, 26. Juni 2012, 19:30 bis 22:15 Uhr zum letzten Mal
      Wahlabo, Bezirke-Wahlabo, freier Verkauf, Preise I

  • Regie und Ausstattung

    Regie: Michael Schottenberg
    Bühne: Hans Kudlich
    Kostüme: Erika Navas
    Musikalische Leitung: Imre Lichtenberger-Bozoki
    Korrepetition: Benjamin Schatz
    Dramaturgie: Hans Mrak

  • Besetzung
    Jonathan Jeremiah Peachum    Patrick O. Beck
    Frau Peachum Susa Meyer

    Polly Peachum,

    ihre Tochter 

    Katharina Straßer 
    Macheath Marcello de Nardo

    Brown

    Polizeichef 

    Thomas Kamper

    Lucy,

    seine Tochter

    Andrea Bröderbauer

    Charles Filch

    Arne Gottschling
    Pastor Kimball Wolf Dähne
    Smith  Thomas Bauer
    Matthew Alexander Lhotzky
    Jack Robert Prinzler
    Bob Christoph F. Krutzler 
    Walt Andy Hallwaxx
    Eddy Patrick Lammer
    Jim Matthias Mamedof
    Jenny Maria Bill
    Dolly Johanna Withalm
    Molly Franziska Hetzel
    Der Moritatensänger Patrick Lammer
    Polizisten  Andy Hallwaxx, Christoph F. Krutzler, Patrick Lammer, Alexander Lhotzky, Matthias Mamedof, Robert Prinzler, Thomas Schöndorfer 
    Putzfrau, 3 Huren  Luisa Lindenbauer, Verena Sigl, Elisabeth Weninger/Valerie Tiefenbacher
    Musiker  Viola Falb/Julia Schreitl, Florian Fennes/Gerald F. Preinfalk, Vladimir Kostadinovic/Jörg Mikula, Michael Kröss/Andy Mayerl, Imre Lichtenberger-Bozoki, Thomas Mauerhofer/Rens Newland, Benjamin Schatz/Simon Schuller 
  • Pressestimmen

    Schneidend scharf und provokant unkulinarisch hat Michael Schottenberg "Die Dreigroschenoper" brillant inszeniert.
    Im Herz der angeblich totgespielten "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill nistet ein unangenehmer Wahrheitskern. Asozial sind nicht die Bettler, Nutten, Bullen oder Schieber, die Brecht bekanntlich aus John Gays Beggar's Opera entliehen hat, um ein hübsch zwielichtiges Klima zu schaffen. Asozial zu sein bedeutet: die Schlechtigkeit der Welt hemmungslos zu genießen, ihre gebrechliche Einrichtung schamlos auszubeuten.
    Insofern darf sich Michael Schottenbergs trocken-zynische Brecht-Inszenierung im Wiener Volkstheater auf der Höhe der Einsicht wähnen.
    Auf eine mustergültig trockene Ouvertüre des kleinen Orchesters folgt die Moritat: Der hoch aufgeschossene Gangster Eddy (Patrick Lammer) quetscht sie wie eine peinliche Lieblingsmelodie aus den Tiefen seines Schlundes hervor.
    Mackie ist ein zaundürres Wesen mit wasserstoffblondem Haar, eine Art Billy Idol der Postpunk-Ära. Hinter seinen soziopathischen Gewaltausbrüchen lauert eine tiefe, von keiner Hure zu besänftigende Traurigkeit, wie denn überhaupt Schottenberg die szenische Weihnachtsbescherung auf ein unumgängliches Maß herabgesetzt hat. Die Geschenke sind heuer gestrichen! Polly (Katharina Straßer) navigiert als dunkelhaariges, aufmüpfiges Wiener Mädel durch eine Gaunerwelt, in der die Banditen wie Finanzdienstleister aussehen, die Huren von Turnbridge wie Nackttänzerinnen. Peachums Frau (Susa Meyer) säuft sich ekelkotzend in einen grämlichen Zynismus hinüber, Jenny (Maria Bill) nimmt mit ihren tiefen, schwarzen Augen die Bürde auf sich, schon zu Lebzeiten die Wasserleiche aus der Themsemündung zu sein.
    Und in Sachen Musik ist dem Wiener Volkstheater die schönste Überraschung geglückt: Mikrofone sausen aus dem Bühnenboden herauf, deklamiert wird rampennah, scharf und, höchstes Lob für eine Brecht-Unternehmung: unkulinarisch. Wunderbarerweise ist es Schottenberg gelungen, den Lotte-Lenya-Kitsch (nichts gegen Lotte Lenya!) herunterzuräumen, den ganzen Brecht-Flitter mit epischen Theaterbeamten, die ihr antikapitalistisches Gewissen in Al-Capone-Anzügen spazieren führen.
    Es bleibt Schottenberg und seinen tüchtigen Mitstreitern, voran Maria Bill, Patrick O. Beck und dem Musikleiter Imre Lichtenberger-Bozoki, zu wünschen, dass die Botschaft weit über Weihnachten hinaus gehört wird: "Bedenkt das Dunkel und die große Kälte/ In diesem Tale, das von Jammer schallt." (Der Standard)

    „Es ist die herbe Poesie des Klassikers, die zählt. 21 Darsteller und sieben Musiker (gut disponiert unter der Leitung Imre Lichtenberger-Bozokis) bieten in drei Stunden eine ordentliche Portion fast epischen Theaters im schrillen Kleid einer jazzigen Operette.
    Herausragend ist Maria Bill als grell geschminkte alte Hure Jenny. Ihr rauchiger Gesang hat Seele, in den Tiefen erinnert sie an Zarah Leander. Musikalisch meistert auch Susa Meyer ihren Part als Frau Peachum, sie singt und spielt voll Inbrunst eine trunksüchtige Bestie - die Frau des Bettlerkönigs Jonathan Peachum (Patrick O. Beck) und gnadenlose Mutter Pollys.
    Marcello de Nardo gelingt es fabelhaft, den miesen kleinen Anführer einer Gang darzustellen, mit grell gefärbter Punkfrisur und im knallig roten Anzug. Wenn er klatscht und andere zum Beifall zwingt, ist das bedrohlich, er hat die Gemütlichkeit eines Haifischs. Herzlicher Applaus für das ganze Ensemble, das alles in allem eine gediegene, kurzweilige Vorstellung bietet." (Die Presse)

    „Das Volkstheater zeigt eine harte, starke Inszenierung der "Dreigroschenoper"
    Erstaunlich hoch ist das musikalische Niveau: Das Schauspielerensemble des Volkstheaters bewältigt Kurt Weills hochgradig schwierige Lieder bravourös. Hervorgehoben sei Patrick Lammer als fantastisch gut interpretierender Moritatensänger und die großartige, vom Publikum zu Recht umjubelte Band unter der Leitung von Imre Lichtenberger-Bozoki. Michael Schottenberg inszeniert im gut funktionierenden Einheitsbühnenbild von Hans Kudlich atemberaubend hart und erzielt damit hohe Wirkung." (Kurier)

    „Wie sich die Stilmittel des epischen Theaters wirkungssicher für die Bühne von heute adaptieren lassen, ohne in brechtianisches Epigonentum zu verfallen, demonstriert Michael Schottenberg in seiner präzisen Inszenierung der "Dreigroschenoper". Und das exzellente Orchester (Leitung: Imre Lichtenberger-Bozoki) macht vom Anfang bis zum Ende in mitreißender Manier deutlich, dass Bertolt Brechts populärstes Werk seinen Erfolg zu einem Gutteil der Musik von Kurt Weill verdankt.
    Das bestens geführte Ensemble zeigt im karg ausgestatteten Bühnenraum von Hans Kudlich Menschen von heute. Patrick O. Beck ist als Peachum ein smarter Businessman, der seine Bettler-Organisation gekonnt managt und auch als Familienoberhaupt ein strenges Regiment führt. Susa Meyer als seine dem Alkohol zugeneigte Gattin überzeugt in ihrem angestrengten Bemühen um ein ladylikes Auftreten. Katharina Straßer brilliert als unkonventionelle, schwarzhaarige Polly: Ein naives, behütetes Mädchen, das mit seiner überstürzten Heirat mit dem übel beleumdeten Gangster Macheath den Eltern einen Streich spielt, ohne die Konsequenzen abzuschätzen.
    Marcello de Nardo strahlt als weißblonder Mackie Messer im roten Outfit  brutale Kälte aus, wenn er einem unbotmäßigen Mitglied seiner Gang quasi im Vorbeigehen einen Finger abzwickt und sich danach, ungerührt von den Schmerzensschreien, dem Hochzeitsdiner widmet. Maria Bill liefert eine meisterhafte Studie als vom Prostituiertenleben gezeichnete Jenny, durch deren Verrat dem einstigen Geliebten auf Betreiben Peachums die Hinrichtung droht. Als windiger Polizeichef Brown, Vater von Mackie Messers legitimer Ehefrau Lucy (Andrea Bröderbauer), tritt Thomas Kamper als Musterbeispiel eines nach außen hin untadelig auftretenden, aber durch und durch korrupten Justizbeamten in Erscheinung. Nicht er rettet Mackie Messer im allerletzten Moment vor dem Galgen, sondern ein reitender Bote des Königs. Dem Gauner wird verziehen, ihm winken ein Adelstitel und der Aufstieg zu einer hohen politischen Position.
    Eigens erwähnt sei am Ende nicht nur der lang anhaltende Applaus für alle Mitwirkenden, sondern auch das vorbildlich gestaltete, informative Programmheft." (Wiener Zeitung)

    „Bertolt Brechts „Dreigroschenoper" hat von ihrer zeitlosen Gültigkeit nichts verloren. In seiner exzellenten Neuinszenierung am Wiener Volkstheater hat Regisseur Michael Schottenberg das im Stück steckende Potenzial hervorgeholt.
     Hans Kudlichs Einheitsbühnenbild hält mit seinen Türen und Öffnungen sowie einem Gitter so manche Überraschung parat.
    Ein weiterer Pluspunkt dieser Neuproduktion ist die musikalische Einrichtung durch Imre Lichtenberger-Bozoki. Die Arrangements nach Kurt Weills grandioser Musik klingen gelegentlich ein wenig „jazzig".
    Susa Meyer kehrt als Mrs. Peachum eine große Geschäftsfrau mit alkoholbedingter Schlagseite hervor. Beck ist als Peachum ein ganz tougher Geschäftsmann, der den Polizeichef Brown (sehr fein Thomas Kamper) am Krawattl hat.
    Ausgezeichnet auch Maria Bill als Jenny, Andrea Bröderbauer als Polizeichef-Tochter Lucy und Katharina Straßer in der Paraderolle der Polly Peachum. Auch das übrige Volkstheaterensemble läuft bei dieser Inszenierung zu großer Form auf. Ein Bühnenklassiker im heutigen Gewand. Die reine Freude." (Oberösterreichische Nachrichten)

     

  • Fotos
    • Die Dreigroschenoper 01 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 02 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 03 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 04 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 05 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 06 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 07 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 08 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 09 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 10 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 11 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 12 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 13 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 14 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 15 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 16 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 17 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 18 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 19 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 20 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 21 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 22 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 23 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 24 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 25 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 26 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 27 © Lalo Jodlbauer
    • Die Dreigroschenoper 28 © Lalo Jodlbauer

  • Video

    Copyright: Johannes Hammel

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