Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Ute Bock in der Roten Bar statt!
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Jeden Tag Theater.
von Dea Loher
Österreichische Erstaufführung
Schmiedleitner/Brandtmayr/Kraske/Larssen
Premiere: 2. Mai 2010
Spielstätte: Haupthaus
Ein Kind wird von einem Auto überfahren. Das Unglück geschieht genau an dem Tag, als Rabe, der Fremde, in das Viertel am Rande der Stadt zieht. Der Junge ist einer Polizistin ins Auto gerannt, die einen Raser verfolgte, den sie für einen Terroristen hielt. Das Leben aller Menschen im Umkreis dieses Schicksalsmoments ändert sich schlagartig. Rabe ist der einzige Zeuge des Unfalls. Aber etwas stimmt nicht mit ihm, und je mehr die Menschen seiner Umgebung versuchen, ihm nahe und seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen, desto gefährdeter scheinen ihre eigenen Verhältnisse zu werden. In der Rückschau wird langsam deutlich, wie sich das Unglück in das brüchige Leben aller Beteiligten frisst - in das der Eltern und der Großmutter, der Polizistin und des Rasers ohne Führerschein, der Lehrerin, die ihm das Auto „geliehen" hatte, des Freundes und des geheimnisvollen Fremden. Sie alle scheitern bei dem Versuch, das Unglück zu fassen.
Das Stück beschreibt eine Gesellschaft, die in ihrer Suche nach Trost und Glück Hoffnung schöpft und am Ende doch scheitert - ein schmerzvoll poetisches Kaleidoskop menschlichen Lebens.
Das letzte Feuer, ein Auftragswerk für das Thalia Theater Hamburg, ist eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Stücke der Gegenwart. Es wurde in der Uraufführung von Andreas Kriegenburg 2008 mit dem renommierten Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet - es war bereits die sechste Einladung eines neuen Stückes der Autorin nach Mülheim. Die Jury der Fachzeitschrift Theater heute kürte Das letzte Feuer zum „Stück des Jahres 2008".
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Regie: Georg Schmiedleitner
Bühne: Stefan Brandtmayr
Kostüme: Cornelia Kraske
Musik: Julie Larssen
Dramaturgie: Irene Girkinger
| Susanne | Claudia Sabitzer |
| Ludwig | Rainer Frieb |
| Rosmarie | Johanna Mertinz |
| Edna | Katharina Vötter |
| Karoline | Susa Meyer |
| Olaf | Simon Mantei |
| Peter | Thomas Meczele |
| Rabe | Raphael von Bargen |
|
und Edgar † |
Felix Millauer/Adis Schulmeister |
„Regisseur Georg Schmiedleitner gelingen zwei packende Stunden mit bestens disponiertem Ensemble. Ein Kind stirbt. Edgar (Felix Millauer) wird von der Polizistin Edna (Katharina Vötter) überfahren, die im Auto dem arbeitslosen Olaf (Simon Mantei) hinterherrast, weil sie ihn für einen Bombenleger hält. Doch das wird nicht gezeigt in Dea Lohers hochgelobtem Drama „Das letzte Feuer" (2008), das am Sonntag im Wiener Volkstheater die österreichische Erstaufführung hatte, sondern der gewöhnliche Schrecken ergibt sich Jahre danach durch das Verhalten der Leidtragenden. Alles Tragödie. Dieses Scheitern wird vom Ensemble mit Hingabe und großer Musikalität gespielt, die Charaktere kommen zur Geltung - starker Applaus für eine sensible, schnörkellose Inszenierung." (Die Presse)
„Bei der österreichischen Erstaufführung von „Das letzte Feuer" im Wiener Volkstheater gab es für das Team und den Linzer Regisseur Georg Schmiedleitner heftigen Applaus.
Der Linzer Bühnenbildner Stefan Brandtmayr zimmerte einen grau gehaltenen Raum mit drei, vier skulpturalen Elementen, die den Ringelreihen des Lebens und des aus der Kurve geschmissen Werdens symbolisieren.
Regisseur Georg Schmiedleitner agiert wie ein Archäologe. Er gräbt tief in den Text, durchstößt die Oberfläche und geht bis hinein in das Archaische der Loher‘schen Verfahrensweise, die in einem Refrain auf den Punkt gebracht wird: „Der Tod war schneller als das Leben".
Mit dem durch die Bank überzeugenden Ensemble entsteht in den zwei Aufführungsstunden eine beklemmende Dichte, die Herz und Hirn entflammt." (Oberösterreichische Nachrichten)
„Im Grunde erzählt Dea Loher in ihrem 2008 in Hamburg uraufgeführten, mit dem Mühlheimer Dramatikerpreis ausgezeichneten Stück "Das letzte Feuer" eine Alltagsgeschichte, die dennoch mit den Mitteln des Theaters von heute in die Dimension einer antiken Tragödie vordringt. Georg Schmiedleitner gestaltet das Stück nun in seiner dichten, musikalisch akzentuierten Inszenierung am Volkstheater zu einem der mitreißendsten Theaterabende seit langem.
Im Ensemble gibt es keinen einzigen Schwachpunkt. Schmerz, mühsam unterdrückte Aggressionen, laute Verzweiflung, Gewaltakte gegen sich selbst und gegen andere kontrastieren mit atemberaubenden Augenblicken der Stille. Für die alzheimerkranke Rosmarie - großartig: Johanna Mertinz - ist der Enkel noch am Leben. Mit ihren kindlich besorgten Fragen nach seinem Befinden macht sie ihrer Schwiegertochter Susanne (Claudia Sabitzer) und ihrem Sohn Ludwig (Rainer Frieb) den Verlust des Kindes stets aufs Neue präsent. Ein Theaterabend, wie man ihn selten erlebt: beklemmend und zugleich beglückend." (Wiener Zeitung)
„Georg Schmiedleitner und dem durch die Bank guten Ensemble ist eine dichte Aufführung gelungen." (Kleine Zeitung)
„Auch dieses Stück zeigt Dea Loher als Meisterin der Sprache. Regisseur Georg Schmiedleitner vermittelt Lohers Sprache, die oft auch im Chor gesprochen wird, genau. Raphael von Bargen, Claudia Sabitzer, Rainer Frieb, Katharina Vötter, Johanna Mertinz, Susa Meyer, Simon Mantei und Thomas Meczele agieren eindringlich und fern von allen Klischees." (Kronen Zeitung)
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Ute Bock in der Roten Bar statt!
Weitere Infos
© Lea Friessner
Faschingskonzert mit
dem deutschen Ensemble Selmer Saxharmonic.
19.02.2012, 20.00 Uhr
Karten und Infos
© Werner Kmetitsch