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von Sophokles
Übersetzung und Fassung von Hajo Kurzenberger und Stephan Müller
Müller/Chu/Hutter/Mitterer
Premiere: 4. März 2011
Spielstätte: Haupthaus
Die 442 v. Chr. entstandene Tragödie erzählt vom Konflikt zwischen dem thebanischen Herrscher Kreon und Antigone, Tochter des Ödipus und Schwester des Polyneikes, der im Krieg gegen die eigene Stadt vor den Mauern Thebens gefallen ist. Kreon erlässt ein Bestattungsverbot für den Staatsfeind, dem sich allein Antigone widersetzt. Denn die einzige potenzielle Verbündete, ihre Schwester Ismene, verweigert sich diesem Ungehorsam. Antigone wird beim Versuch, den Leichnam zu beerdigen, gestellt und von Kreon in verblendeter Hybris zum Tod verurteilt. Vergeblich versucht Haimon, Kreons Sohn und Antigones Verlobter, den Vater umzustimmen, doch weder er, noch die Warnungen des Sehers Teiresias vermögen es, die machtfixierte Haltung Kreons zu erschüttern. Seine Einsicht kommt zu spät: Antigone hat sich erhängt, Haimon tötet sich. Und auch Kreons Frau Eurydike hat sich auf die Nachricht vom Tod des Sohnes hin das Leben genommen.
Sie sei der „ideale Mensch, der illegal handelt" und „allen Gefahren Trotz bietet", schwärmte Malvida von Meysenburg. Nicht nur der mütterlichen Freundin Nietzsches, auch Brecht, Anouilh und anderen galt sie als Inbegriff widerständigen Handelns gegen eine tyrannische Staatsmacht: Antigone. Das Thema ihrer Tragödie ist heute so aktuell wie vor 2500 Jahren. Politisches Drama, königliche Familientragödie: Sophokles' Stück ist beides. Durch die Zweideutigkeit der Konstellation entfaltet sich auf poetische Weise eine menschliche Konfliktsituation, die unter dem nur dunkel zu erahnenden Regime der Götter unauflöslich ist.
Mit freundlicher Unterstützung der Österreichischen Lotterien
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Regie: Stephan Müller
Musik: Wolfgang Mitterer
Bühne: Hyun Chu
Kostüme: Birgit Hutter
Chor-/ Körpertraining: Raphael von Bargen
Dramaturgie: Hans Mrak, Hajo Kurzenberger
| Antigone, Tochter des Ödipus | Andrea Wenzl |
| Ismene, ihre Schwester | Nanette Waidmann |
| Kreon, König von Theben | Günter Franzmeier |
| Eurydike, seine Gemahlin | Claudia Sabitzer |
| Haimon, sein Sohn | Patrick O. Beck |
| Teiresias, ein blinder Seher | Rainer Frieb |
| Wächter | Raphael von Bargen |
| Bote | Dominik Warta |
| Chorführer | Thomas Kamper |
| Chor | Raphael von Bargen, Thomas Bauer, Patrick O. Beck, Wolf Dähne, Dominik Warta |
| Christian Humer, Reinhold Kainhofer, Valentin Klos |
„Packender Essay über Nekrophilie: Stephan Müllers "Antigone"-Inszenierung am Wiener Volkstheater
Es bedarf keines Hinweises auf Muammar al-Gaddafi oder auf demokratiebewegte ägyptische Demonstranten, um die Aktualität der 2400 Jahre alten Antigone einzusehen.Stephan Müllers Sophokles-Inszenierung, äußerlich von karger, kalter Pracht, handelt auf kluge, unspektakuläre Weise von der Konfusion der Sphären. Antigone (Andrea Wenzl) läuft ihrer Schwester Ismene (Nanette Waidmann) wie rasend in die Arme.
Das unausgesprochene Drama ihrer sexuellen Erweckung übersetzt Müller in das ungesunde Begehren einer Nekrophilen. Erst auf dem Boden dieser allerdings skandalösen Grundannahme gedeiht eine Produktion, deren fein abgestuftes Arsenal aus Zeichen und Bedeutungsverschiebungen wiederum erweist: Stephan Müllers unschätzbare Arbeit ist ein Segen nicht nur für das Wiener Volkstheater. Die vergrübelte Umdeutung auch kleinster "Selbstverständlichkeiten" parkt sein Theater in einer Sphäre, in der sich choreografisches Empfinden und essayistisches Behaupten auf die zwangloseste Art zusammenschließen. Müllers Antigone erblüht im Moment ihres unwiderruflichen Abwelkens.
Lauter Todeslüstlinge sind hier am Werk. Diese Antigone, pessimistisch bis zum Aberwitz, ist eine reinigende Großtat." (Der Standard)
„Günter Franzmeier schenkt dem Volkstheater-Publikum als Tyrann von Theben eineinhalb Sternstunden. Und Andrea Wenzl überzeugt als Sophokles' Antigone.
Welch eine Rolle. Und wie füllt sie Günter Franzmeier in der Inszenierung von Stephan Müller am Volkstheater mit Leben! Eine Glanzleistung.
Auf Müllers Arbeit muss man sich einlassen. Kraftvoll-martialisch ist die Ästhetik, durchkomponiert bis zum Bühnenbild von Hyun Chu und den uniformen Kostümen von Birgit Hutter. In der Tragödie beweist Müller immer wieder Mut zu beklemmender Stille.
Und dann sie. Das Weib, vor deren zivilem Ungehorsam sich die Polis fürchtet. Die Figur, mittels der Sophokles warnte, das Staatsrecht nie über die Gesetze der Götter zu stellen. Antigone. Andrea Wenzl spielt die Tochter des Ödipus, die ihren toten Bruder Polyneikes nicht den Geiern überlassen, sondern bestatten will, geradlinig, emanzipiert, unerbittlich in ihrem Glauben. Eine Widerstandskämpferin. Stark." (Kurier)
„Kunstvolle "Antigone" im Volkstheater
Der Schweizer Stephan Müller inszeniert mit Aufsteigerin Andrea Wenzl in der Hauptrolle Sophokles' Tragödie: Wuchtig, schlicht, kühl.
Köstlichen Humor verbreitet Raphael von Bargen, der als Wächter einer Shakespeare-Komödie entsprungen sein könnte. Wie er sich windet, wendet, in den absurdesten Verrenkungen federnd umherhüpft, um als Überbringer der schlechten Nachricht dem Tod zu entgehen, und schließlich nach Beschuldigung Antigones zwar lebend, aber ohne Trinkgeld abgehen muss, das ist das Beste an dieser Aufführung. Regisseur Stephan Müller hat mit dem Literaturwissenschaftler Hajo Kurzenberger eine prägnante Fassung des an sich knappen Textes hergestellt." (Die Presse)
„Attisches Tragödien-Urgestein sprachlich brillant und wissenschaftlich genau wiederbeseelt im Volkstheater.
Urgrund des antiken Bühnenbodens war der gestampfte Lehm. Antigone (Andrea Wenzl) und Ismene (Nanette Waidmann) kommen barfuß tänzelnd und tobend vor die (von Hyun Chu gebaute) Burgmauer. Wenzl kriecht zuletzt ins Verließ wie eine Maus, die verzweifelt einen Ausweg sucht. Solch packende Szenen werden wie Knallfrösche im chinesischen Feuerwerk in Serie gezündet. Günter Franzmeier als Kreon steht mal majestätisch in Positur, mal rast er durch den Raum. Raphael von Bergen stemmt die Berichte des so täppisch-tückischen Wächters über die verbotene Bestattung und die Festnahme der Täterin zu herzhaftem Szenenapplaus hoch. Ebenso exzellente Sprecher und starke Typen: Patrick O. Beck (Haimon) und Rainer Frieb (Seher Teiresias). Sabine Sabitzer als Königin trägt ihr Leid in marianischer Würde. Der Vorhang senkt sich, gespannte Ruhe - dann lauter, für mehr als ein Bildungserlebnis dankbarer Premierenapplaus." (Wiener Zeitung)
„Eine in jeder Hinsicht schnörkellose, mitreißende Aufführung, die dem Haus alle Ehre macht. Im sparsamen Bühnenbild Hyun Chus läuft Stephan Müllers Inszenierung, unterbrochen von brutalen musikalischen Akzenten des Komponisten Wolfgang Mitterer, ab. Birgit Hutter entwarf die modern anmutenden, kriegerisch wirkenden Kostüme. Der zehnstimmige Chor bildet den Kontrapunkt zu den wenigen Darstellern. Andrea Wenzl ist die mutige Antigone mit starker Ausstrahlung. Aus dem hervorragend sprechenden Männerchor lösen sich auch der herrlich versponnene Wächter von Raphael von Bargen, der prägnante Chorführer von Thomas Kamper und zuletzt der menschlich berührende Bote von Dominik Warta, der das grausame Ende von Haimon und Antigone schildert." (Kronen Zeitung)
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Premiere am 23. Mai
im Volkstheater in den Bezirken!
Mit: Annette Isabella Holzmann; Thomas Kamper, Matthias Mamedof
© Lalo Jodlbauer
Maria Bill als Edith Piaf: Faszinierend, berührend, aufregend und immer authentisch.
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© Lalo Jodlbauer
Mit Erni Mangold und
Erich Schleyer.
Nur mehr am 23. Mai
und 16. Juni 2012!
Infos & Karten
© Lalo Jodlbauer