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Mit freundlicher Unterstützung von Kulturkontakt Austria und dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
Spielstätte: Hundsturm
Rund 183.000 TürkInnen leben in Österreich, fast die Hälfte davon in Wien. Rechnet man die in Österreich geborenen Nachkommen dazu, macht das laut Statistik Austria insgesamt ca. 247.000 Menschen. Sie bilden damit - nach MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Deutschland - die drittgrößte MigrantInnengruppe Österreichs.
Grund genug, Folge 8 unserer Reihe DIE BESTEN AUS DEM OSTEN! der Türkei zu widmen; jenem Land an der Grenze zwischen Okzident und Orient, das geografisch zwar weit entfernt liegt, uns aber dennoch nicht unbekannt ist. Die Türkei mit ihren herrlichen Stränden ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der ÖsterreicherInnen. Auch ihre pulsierende Metropole Istanbul, Kulturhauptstadt 2010, lockt die Besucher. Weltlich, islamisch, europäisch und asiatisch: Istanbul, „die inspirierendste Stadt der Welt", ist voller Gegensätze. Die Stadt am Bosporus verbindet nicht nur Asien und Europa, sondern auch Ost und West, alt und neu, Tradition und Moderne, Aberglauben und Wissen.
Doch das Kontroverse ist nicht nur Istanbul, sondern auch dem Bild der Türkei im europäischen Ausland eingeschrieben, man denke an die nicht nur politischen Debatten zum EU-Beitritt der Türkei, zu Integration und Subkultur oder zuletzt die polemischen Äußerungen des türkischen Botschafters in Wien.
Am 25. und 26. Februar 2011 wollen wir einen hierzulande weniger bekannten Aspekt der Türkei in den Vordergrund rücken: Aktuelle Theaterproduktionen aus Istanbul und neue türkische Literatur zeigen das Land von einer anderen, ungewohnten Seite.
19:00 Uhr Eröffnung Michael Schottenberg (künstlerischer Direktor), Dr. Martin Eichtinger (Botschafter, Sektionsleiter BMEIA) und Annemarie Türk (KulturKontakt Austria)
im Anschluss Autorenlesung: Seher Çakir liest aus ihrer Kurzgeschichtensammlung Zitronenkuchen für die sechsundfünfzigste Frau
Seher Çakirs Geschichten erzählen von Stärke, Freiheit, Entschlossenheit, Spontaneität, Sensibilität, Träumen und Fluchten. Ihre ProtagonistInnen sind entschlossen ihre großen und kleinen Träume zu leben und/oder aber auch dafür zu sterben.
Seher Çakır, 1971 in Istanbul geboren und seit 1983 in Wien lebend, veröffentlichte ihre ersten lyrischen Texte in der von ihr mitgegründeten zweisprachigen (deutsch/türkisch) Zeitschrift Öneri. Es folgten zahlreiche Publikationen - sowohl Lyrik als auch Prosa - in Anthologien und Zeitschriften. 2004 erschien mit Mittwochgedichte ihr erster eigener Gedichtband. Nach diversen Stipendien und Auszeichnungen (u.a.exil-literaturpreis, Stipendiatin der Wiener Wortstätten) erhielt sie 2008/09 das österreichische Staatsstipendium für Literatur.
20.00 Uhr Aptal, Sıradan ve Suçlu /Dumm, gewöhnlich und schuldig
Gastspiel von oyun deposu
In türkischer Sprache mit deutschen Übertiteln (von Seher Çakır)
Erstpräsentation im deutschsprachigen Raum
Konzept oyun deposu (Baskın, Ceranoglu, Ercan, Ugurlu, Ürse)
Regie Maral Ceranoglu
Dramaturgie Ceren Ercan
Ausstattung und Licht Cem Yılmazer
Mit Yelda Baskın, Gülce Ugurlu, Elif Ürse
Keine hatte sich bis heute so sehr amüsiert!
Drei Frauen in einer Küche! Sie befinden sich in einer nichtssagenden Unterhaltung. Alltäglichkeiten, die nie von der Geschichte, der Kunst oder einem Autor registriert werden würden.
Drei Frauen amüsieren sich in der Küche - dem traditionellen „Reich" der Frau. Sie testen ihren Mut, sich in ihren bedeutungs-losen Momenten, die zwischen Theorie und Praxis divergieren, auf der Bühne zu zeigen.
Wie auch schon ihre erste, international erfolgreiche Arbeit Häss-liches Menschlein (zu Gast u.a. bei den Wiener Festwochen und Neue Stücke aus Europa in Wiesbaden) trägt Dumm, gewöhnlich und schuldig, entstanden 2010, autobiografische Züge. Im Zuge von Recherchen haben oyun deposu dem Bild der Frau in der heutigen Türkei nachgespürt. Mit einer sehr eigenen, sehr körperlichen Theatralität hinterfragen sie herrschende soziale Normen sowie Vorurteile in der partriarchalen türkischen Gesellschaft.
21.15 Uhr Kassas
Gastspiel von garajistanbul, in türkischer Sprache mit englischen Übertiteln; Erstpräsentation im deutschsprachigen Raum
Regie und Ausstattung Övül und Mustafa Avkıran
Sound und Musik Hakan Baycılı
Video Baris Özbiçer
Licht Yüksel Aymaz
Mit Övül und Mustafa Avkıran
Erzählkünstler aus präislamischer Zeit werden „Kassas" genannt. Bis heute haben sie die Tradition der mündlichen Erzählung aufrecht erhalten. Das Theaterprojekt Kassas von Övül und Mustafa Avkıran, den künstlerischen Leitern des innovativsten Off-Theaterproduktionshauses garajistanbul, begibt sich auf die Suche nach diesen Erzählkünstlern unter den Straßenverkäufern Istanbuls. Kassas wurde im Rahmen des multinationalen Projekts „Istanpoli" im Rahmen von Istanbul 2010 realisiert und uraufgeführt. Brot- und Süßwarenverkäufer, Tee- und Blumenverkäufer, Trödler, Muschelhändler, Sterndeuter, Schleifer, Valutenhändler - sie alle prägen seit Jahrhunderten das Stadtbild Istanbuls, werden aber durch die großen Einkaufszentren immer weniger. Sie erheben ihre Stimme, erzählen ihre Geschichten und eröffnen dem Publikum neue, unbekannte Welten.
Övül und Mustafa Avkıran gründeten 2007 im Untergeschoß eines Parkhauses im Istanbuler Stadtteil Galatasaray die freie Produktions- und Spielstätte garajistanbul. Mit ihrer Gruppe 10+ realisieren sie dort internationale Koproduktionen, die sie auch selbst inszenieren und zum Teil selbst spielen. Zuletzt kam dort die umstrittene zweisprachige Produktion Cabinet, eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg, zur Uraufführung und sorgte beim Publikum und medial für große Aufregung.
Mit der Unterstützung von Istanbul 2010, European Capital of culture, Koproduktion mit dem türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus
im Anschluss Buffet von Restaurant Kent
und DJane Özlem Sümerol
19.00 Uhr Schnee
Szenische Lesung nach dem Roman von Orhan Pamuk
Aus dem Türkischen von Christoph K. Neumann
© 2005 Carl Hanser Verlag München
In einer Fassung von Lars-Ole Walburg und Malte Jelden
Mit freundlicher Genehmigung der Münchner Kammerspiele
Einrichtung Carina Riedl
Mit Annette Isabella Holzmann, Stephanie Reinsperger, Katharina Straßer, Dennis Cubic, Till Firit, Robert Prinzler, Claudius von Stolzmann
Für eine Reportage über eine merkwürdigen Selbstmordserie junger Frauen und um seine Jugendliebe wiederzusehen, reist der Dichter Ka in die anatolische Provinzstadt Kars. Kurz nach seiner Ankunft kommt es zu einem Putsch, inszeniert von einem Schauspieler. Ein Theatercoup? Doch es fließt echtes Blut, es intervenieren echte Soldaten, und keiner kann die Stadt verlassen, weil es unaufhörlich schneit ... Abgeschottet von der Außenwelt, stehen sich die politischen Kräfte der Türkei, Laizisten und Islamisten, in einem isolierten Mikrokosmos gegenüber.
Schnee handelt von den inneren Konflikten heutiger Türken, von den Widersprüchen zwischen Moderne und Islam, von der Sehnsucht, in Europa aufgenommen zu werden - und zugleich der Angst davor.
Orhan Pamuk, geboren in Istanbul, studierte Architektur und Journalismus, ehe er sich dem Schreiben zuwandte. Er ist heute einer der bedeutendsten Schriftsteller der Türkei. 2005 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 2006 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Schnee wurde von der New York Times als das beste ausländische Buch des Jahres 2004 gefeiert. 2008 wurde die Dramatisierung des Romans an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.
20.15 Uhr Aptal, Sıradan ve Suçlu / Dumm, gewöhnlich und schuldig
Gastspiel von oyun deposu
In türkischer Sprache mit deutschen Übertiteln
21.30 Uhr KASSAS
Gastspiel von garajistanbul
In türkischer Sprache mit englischen Übertiteln
im Anschluss DJ Lasse & Bosse Funkstrøm
Noch keine Begleitung? Finden Sie Gleichgesinnte für Ihren Theaterbesuch - Nutzen Sie unser Service "Gemeinsam ins Theater"!
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Premiere am 23. Mai
im Volkstheater in den Bezirken!
Mit: Annette Isabella Holzmann; Thomas Kamper, Matthias Mamedof
© Lalo Jodlbauer
Maria Bill als Edith Piaf: Faszinierend, berührend, aufregend und immer authentisch.
Jetzt Karten sichern!
© Lalo Jodlbauer
Mit Erni Mangold und
Erich Schleyer.
Nur mehr am 23. Mai
und 16. Juni 2012!
Infos & Karten
© Lalo Jodlbauer