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Die Reise

 023

Die Reise

Spielstätte: Haupthaus

Ein Projekt für 30 MigrantInnen von Jacqueline Kornmüller
Eine Kooperation von Volkstheater mit wenn es soweit ist
Uraufführung
Kornmüller/Kastler/Wolf
Premiere: 23. September 2011

Spielstätte: Haupthaus

Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr unterwegs in eine bessere Welt. Flüchtlinge haben auf ihrer Odyssee oft alle Schrecken erlebt, die man sich nur ausdenken kann: Lebensgefahr, Betrug, Raub, Diebstahl, Trennung von geliebten Menschen, Armut, Hunger und Vergewaltigung. Unzählige finden, bevor sie noch die paradiesische Ferne erreichen, den Tod. Dass das Paradies keines ist, sondern mit Tarnung, Verstecken, neuem Elend und Hass verbunden ist, erfahren sie bald, wenn sie ihr Ziel erreicht haben, aber kaum jemand wird sich das eingestehen. Fast alle sind aus ihrer Hölle in ein Fegefeuer geraten, denn im Kontinent des Wohlstandes will man nicht mit ihnen teilen. Man sieht in den Gestrandeten vielmehr Heuschreckenschwärme, vor denen man sich schützen muss, weil sie das Sozialsystem gefährden. Kein Staat in Europa besitzt eine grundsätzlich andere Philosophie.
Aus Die Stadt, Entdeckungen im Inneren von Wien von Gerhard Roth

Das Volkstheater widmet in Kooperation mit wenn es soweit ist diesem vieldiskutierten Thema ein Projekt, das gewohnte Perspektiven und Sichtweisen in Frage stellt. Wir möchten unser Publikum einladen, zuzuhören, wenn Menschen verschiedener Herkunft und unterschiedlichen Alters die Geschichten ihrer Reise erzählen.

Der Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock ist für viele AsylwerberInnen erste und wichtige Anlaufstelle für Hilfe jeglicher Art. Mit dieser Produktion wird die unermüdliche Arbeit der engagierten Flüchtlingshelferin finanziell unterstützt: jeweils ein Euro des Kartenpreises fließt an ihre Initiative. Ute Bock wird auch persönlich an diesem Theaterprojekt mitwirken.

Für dieses Projekt wird auch mit dem KunstSozialRaum Brunnenpassage zusammengearbeitet.

Das Volkstheater setzt den Fokus auf Brennpunkte sozialer und gesellschaftlicher Bedürfnisse. Das Projekt Die Reise ist dazu ein wichtiger Beitrag. Migration ist das Thema der Stunde. Wenn wir so genannte Fremde nicht mit Respekt empfangen, ihnen Arbeit ermöglichen und Heimat geben, programmieren wir den nationalen Selbstmord. Diesmal geben wir ihnen ihre Stimme zurück. Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Wienerinnen und Wiener ihnen Gehör schenken.
Michael Schottenberg

wenn es soweit ist heißt eine Wiener Gruppe um die Theater und Filmregisseurin Jacqueline Kornmüller und den Schauspieler und Produzenten Peter Wolf, gegründet 2009, um philosophisches und gesellschaftspolitisches Material ebenso wie das alltägliche Leben mit seinen individuellen Besonderheiten zu untersuchen. Die Begegnung und die Arbeit mit anderen Suchenden ist existenzieller Bestandteil ihrer Arbeit.

 

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  • Regie und Ausstattung

    Regie und Bühne: Jacqueline Kornmüller
    Kostüme: Heide Kastler
    Produktion: Peter Wolf
    Dramaturgie: Peter Wolf / Irene Girkinger
    Musikdramaturgie: Peter Wolf
    Musikbearbeitung: Uli Bühl

  • Besetzung

    mit Zsuzsi Vecsei, Afruz Mashadi, Roman Benković, Hadi Mohammadi,
    Asif Safdary, Oana Cîrpanu, Olga Verbytska, Yuri Correa Vivar,
    Pjeter Logoreci, Silach Magomadova, Ayata Magomadova,
    Aslanbek Dudaev, Azamat Chapkhanov, Mana Abdurahman,
    Inti Lautaro Alava, Mahsa Ghafari, Nahoko Fort-Nishigami, David Jarju, Laura Roche, Margarita Mazur, Ansumana Barrow (DJ Buju),
    Ibrahim Bah, Jamal Mataan, Hafit Cabdi Mohamed, Fadumo Mohamed, Ismail Mohamed, Wanda Galecki, Judith Aguilar, Veronica Handl,
    Yoshie Maruoka und Ute Bock

  • Pressestimmen

    „Mitunter setzt sich Theater über alle möglichen Einwände einfach hinweg: Die Reise nennen Jacqueline Kornmüller und Co-Produzent Peter Wolf ihr Erzählprojekt, in dem 30 Migranten beiderlei Geschlechts von ihren meist unfreiwilligen Transitbewegungen herüber in unsere Wohlstandsbreiten erzählen.
    Einen hohen Kasten hat Kornmüller für ihr dokumentarisches Gruppenprotokoll in das Wiener Volkstheater hineinbauen lassen: Die Rückwand scheint jederzeit imstande, die bei uns untergekommenen Menschen plattzudrücken. Flüchtlinge aus Ungarn, Bosnien, Afghanistan, Tschetschenien, aber auch aus der Ukraine oder Spanien rekapitulieren die überwiegend betrüblichen Umstände ihrer individuellen Anstrengungen. Die Leute geraten aufgrund von Kornmüllers kluger Regie in ein gemeinschaftliches Agieren, das Tanzbewegungen einschließt, kollektives Koffertragen, aber auch banges Sitzen im Boot, das die Unglücklichen nach Lampedusa trägt.
    Aus dem babylonischen Gewirr der nacheinander aufgerufenen Stimmen entsteht ein Erzähldickicht. In diesem blitzen wiederholt die Unwörter jener Verwaltungslogik auf, mit denen sich Europa die weniger privilegierten Mitglieder der Weltgesellschaft pikiert vom Leib hält: "Frontex", "Auffanglager", "Schubhaft"." (Der Standard)

    "Die Reise" ist szenische Erfindung, nicht dokumentarisch trocken.
    Die Geschichten werden nicht nur erzählt und gespielt, sie werden getanzt (wunderbar: Ansumana Barrow aus Gambia) und pantomimisch dargestellt (eine Entdeckung: Inti Lautaro Alava aus Kolumbien). Eine der schönsten Szenen ist, wenn alle wild durcheinander Kochrezepte aus ihrer Heimat erklären wollen.
    Erschütternd, trotzdem.
    Tränen fließen nicht nur auf der Bühne. Wenn von Bombenhagel und Staatsterror "dort", Angst und Einsamkeit hier die Rede ist.
    Hadi Mohammadi berichtet, wie er mit 13 aus Afghanistan weg ist. Abschied von den Eltern. "Auf der Flucht lernt man, auf sich aufzupassen." Mana Abdurahman aus Somalia wurde vom Schlepper sexuell missbraucht.
    Immer wieder geht es um Auffanglager, Schubhaft, Arbeit, Würde. "Ich bin karriereorientiert. Ich will einen Job mit Perspektive", hofft Olga Verbytska aus der Ukraine. Ibrahim Bah, der Tischler aus Sierra Leone, und Wanda Galecki, die Notfallmedizinerin aus Kolumbien, haben keinen.
    Veronika Handl ist eine "Verschwundene" aus Argentinien. Opfer der Videla-Dikatur. Kapuze übern Kopf, Stromfolter. 1938 flüchtete ihre Familie vor den Nazis. Raus aus Wien. Sie kann nicht weitersprechen...
    Das Schlusswort hat Ute Bock. Sie spricht. Von der Schande für uns. Für Europa.
    Zum Schluss wird getanzt. Auf der Bühne, im Publikum. Die Hoffnung stirbt - wann?
    Fazit: Ein Projekt für das ganze Europa
    Darsteller: Danke für den Mut, sich auf die Volkstheaterbühne zu stellen und einem Saal voller Unbekannter so Intimes, so Unfassbares zu erzählen." (Kurier)

    "Die Reise", eine Uraufführung im Volkstheater, bei der Migranten ihre Schicksale erzählen, begeisterte. Manche Geschichten rühren zu Tränen. Zeitweise gibt es auch komische Momente.
    Die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Jacqueline Kornmüller lässt 30 Migranten und Migrantinnen zu Wort kommen: Die Bandbreite ist gewaltig, sowohl geografisch als auch inhaltlich. Welten trennen die Ungarin, die als Achtjährige mit ihren Eltern ein paar Kilometer durchs Maisfeld marschierte und in Österreich war, und die Argentinierin, die nach Gefängnis und Folter floh - und zu weinen beginnt, als sie von dem Arzt berichtet, der die Elektroschocks stoppte, wenn Exitusgefahr bestand. Bei manchen Geschichten kämpft man selbst als hart gesottener Kritiker mit den Tränen.
    Die einzelnen Menschen sind sehr deutlich und nah, gut geführt, würde man bei einer normalen Aufführung sagen.
    Nicht Schauspieler spiegeln etwas vor, so perfekt es immer sein mag, sondern Menschen stellen ihr eigenes Schicksal dar. Da gibt es zeitweise auch komische Momente.
    Eines kann man sich nach diesem Abend gründlich abschminken: das Vorurteil, dass Flüchtlinge sich mit Lust in den „goldenen Westen" stürzen. Die Freiwilligkeit hält sich bei den meisten in Grenzen. Ihre Lebensumstände sind hier wie in ihrer Heimat miserabel. Die Frage nach dem Sinn jeglicher Existenz stellt sich völlig anders, wenn man zwischen Ländern, Kontinenten schwebt, die Familie fern, keine Arbeit. Das alles teilt sich an diesem Abend plastisch mit. Insofern ist dem Volkstheater bei aller Skepsis gegen Kunst für „Sentimentalisten" wohl ein Beitrag zur beidseitigen Integration gelungen.
    So wird Theater einigen seiner schönsten Aufgaben gerecht: dem Bewegen und Öffnen der Herzen." (Die Presse)

    „In "Die Reise" erzählen 30 Menschen von ihren schwerwiegenden Gründen, ihre Heimat zu verlassen. Eine Theaterproduktion voll Poesie.
    Mit 30 Menschen aus so ziemlich allen Weltgegenden, die in Österreich eine neue Heimat suchen, entwickelte Jacqueline Kornmüller "Die Reise".
    Da referieren dann 30 Menschen in zwei Dutzend Sprachen Kochrezepte. Eine beeindruckende Produktion angefüllt mit unglaublichen Schicksalen und jeder Menge Poesie." (Kleine Zeitung)

     

     

  • Fotos
    • Die Reise 01 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 02 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 03 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 04 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 05 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 06 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 07 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 08 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 09 © Helmut Wimmer
    • Die Reise 10 © Helmut Wimmer

  • Video

    Copyright: Jacqueline Kornmüller, Helmut Wimmer

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