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Posse in 3 Akten
von Johann Nestroy
Musik von Fritz Rainer unter Verwendung zweier Lieder von Georg Kreisler
Schubert/Koch/Stolterfoht/Rainer/Chefalo
Premiere: 14. Oktober 2011
Spielstätte: Haupthaus
Schon als Kinder sind sie von ihrem Vater verwechselt worden, bezog der eine die Prügel für die Streiche des anderen: die Zwillingsbrüder Hermann und Kilian Blau. Jetzt ist Hermann bei der Grenzgendarmerie, ein hemdsärmeliger Draufgänger und Schürzenjäger. Kilian hingegen - ein schüchterner, argloser Zivilist ohne jede „Kurasch'" - hat den bodenständigen Beruf des Färbers ergriffen. Sie gehen sich geflissentlich aus dem Weg, Kilian hat den Bruder nicht einmal zu seiner Hochzeit eingeladen. Just an diesem Tag jedoch ereilt ihn die Nachricht, dass Hermann wegen einer Liebesaffäre sein Bataillon verlassen habe, unauffindbar sei; sollte er nicht rechtzeitig zurück sein, werde das schlimme Folgen für ihn haben. Auf der Stelle macht Kilian sich - gefolgt von seiner Braut Roserl - auf, Hermann zu suchen. Noch wissen die beiden nicht, dass ihnen eine Menge brenzliger und gefährlicher Situationen bevorstehen, denn um den martialischen Bruder zu retten, muss der friedfertige Kilian in dessen Uniform schlüpfen und stellvertretend den Helden markieren ...
Nestroy war ein genialer, außerordentlicher, vom Spieltrieb besessener, souveräner und vielseitiger Schauspieler. Und so verwundert es nicht, dass er sich die Doppelrolle der ungleichen Zwillingsbrüder, von denen der eine extrem kriegerisch, der andere extrem furchtsam ist, auf den Leib geschrieben hat. Mit der Rolle des Roserl ist ihm zusätzlich noch eine seiner - neben der Salome Pockerl im Talisman und der Kathi im Zerrissenen - reizvollsten und originellsten Frauengestalten gelungen, eine Figur, die entschieden gegen gängige Stereotypen des Weiblichen ankämpft. Als Vorlage diente Nestroy die komische Oper Le Brasseur de Preston von Adolphe Adam, die 1838 in Paris uraufgeführt wurde. Nestroy machte daraus eine beschwingte Parodie auf den Militarismus seiner Zeit, die mit ihren eingängigen Couplets seit ihrer Uraufführung 1840 im Theater an der Wien zu den beliebtesten Werken Nestroys zählt.
Mit freundlicher Unterstützung der WIENER STÄDTISCHEN Versicherung AG.
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Regie: Vicki Schubert
Bühne: Stephan Koch
Kostüme: Inge Stolterfoht
Musik: Fritz Rainer
Choreographie: Ferdinando Chefalo
Dramaturgie: Hans Mrak
| Kilian Blau, Färbermeister | Matthias Mamedof |
| Hermann Blau, Sergeant der Grenzgendarmerie | Matthias Mamedof |
| Wetter, Sergeant der Grenzgendarmerie | Andy Hallwaxx |
| Schlag, Sergeant der Grenzgendarmerie | Christian Graf |
| Knall, Sergeant der Grenzgendarmerie | Arne Gottschling |
| Sturm, Sergeant der Grenzgendarmerie | Christoph F. Krutzler |
| Anselm, Altgeselle bei Kilian Blau | Wolf Dähne |
| Roserl, in Kilians Hause erzogen | Andrea Bröderbauer |
| Meister Klopf, ein Konditor | Thomas Bauer |
| Löwenschlucht, Oberforstmeister aus Sachsen | Thomas Kamper |
| Cordelia, seine Schwester | Nina Horváth |
| Peter, sein Bedienter | Alexander Jagsch |
| General | Erwin Ebenbauer |
| Major von Dornberg, Major der Grenzgendarmerie | Alexander Lhotzky |
| Gendarmen | Kerstin Oberhauser, Vanessa Pfaller, Tajamul Hussain, Thomas Schöndorfer |
| Musiker | Manuela Kloibmüller/Angela Appenzeller, Clemens Hofer/Mario Vavti, Fritz Rainer/Matthias Lill, Matthias Schwetz/Peter Weitzer |
„Vicki Schubert inszeniert am Wiener Volkstheater die Verwechslungskomödie "Der Färber und sein Zwillingsbruder" mit Matthias Mamedof in der Doppelrolle. Die Musik ist flott, die Pointen sind sicher.
Dieser von einer französischen Oper abgekupferte Dreiakter aus dem Jahre 1840 ist eine pointenreiche Verwechslungskomödie.
Die Premiere vom Freitag zeigte, dass vieles richtig gemacht wurde, um den Publikumsgeschmack des Hauses zu treffen; keine Experimente, sondern sanfte Ironie, viel Gefühl und schmissige Musik der Combo von Fritz Rainer. Dazu noch passende Lieder über Ehe und andere Katastrophen von Georg Kreisler statt der üblichen Couplets sowie ein Mix aus altgedienten Stars und werdenden Lieblingen. Der Applaus nach zweieinhalb Stunden sicheren Handwerks war herzlich bis euphorisch. Flott dreht sich die Bühne (Stephan Koch) von der Kaserne zum Färberhaus, dazwischen eingeklemmt ist ein kleines Militärorchester, während oben auf einer Empore ein Schlagzeuger dem Geschehen Schmiss gibt.
Glücklich gewählt war die Besetzung der Hauptrolle. Mit Matthias Mamedof in der Doppelrolle als Färbermeister Kilian und dessen Zwilling Sergeant Hermann Blau wurde ein werdender Publikumsliebling geschickt in Szene gesetzt. Als gutmütiger Färbermeister, dem die Worte fehlen, wenn er sich seinem geliebten Roserl erklärt, wirkt er besser denn als Weiberheld vom Militär. Er reüssiert als kleiner Schwiegermuttertraum, eine reizvolle Ergänzung zu seiner fast schon Angetrauten, die von Andrea Bröderbauer nicht als süßes Mädel, sondern als resche Person gegeben wird. Die Komik beherrscht sie. Ihre Ausbrüche der Leidenschaft und Wut oder auch das bloße Anhimmeln sind immer gut gesetzt.
In ihren Pointen sind auch Andy Hallwaxx und Christoph F. Krutzler als Sergeanten, Alexander Lhotzky als Major und Thomas Kamper als sächselnder Oberforstmeister Löwenschlucht versiert. Die meisten Lacher aber erntet Alexander Jagsch als Löwensteins Bedienter Peter - mit seinem Kunstfranzösisch und in hellblauer Seidenlivree scheint er ein der Pariser Oper entsprungener Anachronismus zu sein.
Wie aus einer anderen Zeit wirkt auch Harald Serafin. Sein Auftritt als skurriler General im dritten Akt erfolgt aus dem Parkett. Und für immer hat er sie, die allgemeine Aufmerksamkeit und Bewunderung, als ob er eben zum Dancing Star gekürt worden wäre. Dabei gelingt Doppeldeutiges; ist er nun ein vertrottelter Militär oder ein alter Mann, der mehr über das vertrottelte Militär und das Leben an sich weiß, als er zugeben will? Sein Lied vom General sagt alles. Die Posse endet aber versöhnlich, der hohe Offizier wird alles vergeben und vergessen. Deshalb ruft er generös: „Amnesie!" (Die Presse)
„In dieser oft übersehenen, meisterhaft gebauten Verwechslungskomödie Nestroys geht es um die Grenze. Um die Grenze zwischen Österreich und Sachsen, zwischen Häuslichkeit und Abenteuer, zwischen Liebe und Sex, zwischen Vorsicht und Mut, zwischen Kaserne und Schlafzimmerkasten eines gehörten Ehemannes. Die Handlung erzählt davon, dass Grenzen vor allem zu einem einladen: Sie zu überschreiten. 1840, mitten im Biedermeier, war das eine gewagte Aussage.
Andrea Bröderbauer ist in einer der wenigen interessanten Frauenrollen Nestroys, als Kilians mutige Braut Roserl, großartig und entzückend, aber auch vielschichtig. Eine tolle Talentprobe. Unter den tölpelhaften Soldaten fällt Christoph F. Krutzler positiv auf. Viel Jubel vom Premierenpublikum." (Kurier)
„Matthias Mamedof switcht gekonnt in der Doppelrolle der ungleichen Brüder: dem einen entschlüpft unterm Soldatenkäppi die Elvis-Tolle, der andere, Färber vom Beruf, trägt sein Haar wie Cary Grant, und alle zusammen tragen sie schönstes Blau. Den kunstfertig tollpatschigen Slapstickszenen hält des Färbers Roserl (Andrea Bröderbauer) ihre Grazie entgegen." (Der Standard)
„Regisseurin Vicki Schubert- selbst erfahrene Nestroy-Schauspielerin- findet für ihre klassische, den Erwartungen des Volkstheaterpublikums entsprechende Inszenierung flotte Pointen. Matthias Mamedof gibt die Titel-Doppelrolle witzig und mit viel Einsatz. Vicki Schubert entwickelt schöne Ideen, macht aus dem Sergeanten Sturm (Christoph F. Krutzler) einen Obelix, der ohne viel Anstrengung Kanonen trägt und Gitterstäbe verbiegt. Mit frechem Mut nimmt sie manchen Sprachwitz wörtlich und schreckt nicht vor Gags zurück. Im dritten Akt gibt es sogar Auftrittsapplaus: Harald Serafin schreitet als General durch den Zuschauerraum Richtung Bühne. Der Helm mit blauem Federbusch kleidet ihn vorzüglich, allein schon das Kostüm verleiht ihm eine Komik. Mit seinen Versprechern trifft er ins Schwarze.
Der Mut zu schalkhaften Plattheiten macht auch den zweiten Teil kurzweilig." (Salzburger Nachrichten)
„Insgesamt ist es ein spielfreudiges junges Ensemble, das sich hier präsentiert. Der Theaterroutinier Serafin hat die Publikumslacher immer auf seiner Seite und fühlt sich sichtlich wohl. Das wirkliche Highlight dieser Aufführung ist aber die Musik: Couplets von Georg Kreisler über Ehe-Nöte und Ehren-Nöte sind ebenso in die Szenen eingebaut, wie ein Tanzorchester, das live auf der Bühne für Stimmung sorgt." (Die Furche)
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Premiere am 23. Mai
im Volkstheater in den Bezirken!
Mit: Annette Isabella Holzmann; Thomas Kamper, Matthias Mamedof
© Lalo Jodlbauer
Maria Bill als Edith Piaf: Faszinierend, berührend, aufregend und immer authentisch.
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Mit Erni Mangold und
Erich Schleyer.
Nur mehr am 23. Mai
und 16. Juni 2012!
Infos & Karten
© Lalo Jodlbauer