VOLKSTHEATER - JEDEN TAG THEATER

Don Juan

Don Juan

Don Juan

Spielstätte: Haupthaus

von Molière
Deutsch von Benno Besson und Heiner Müller
Müller/Chu/Hutter/Mitterer/Zerz
Premiere: 2. Oktober 2010

Spielstätte: Haupthaus

Don Juan hat Donna Elvira aus dem Kloster entführt, sie geheiratet und dann sitzengelassen. Er begegnet ihr nur noch mit Spott und Hohn, ist ihrer längst überdrüssig. Elviras Brüder heften sich an seine Fersen, wild entschlossen, die Schwester zu rächen und den Wüstling zu töten. In der Zwischenzeit ist der, gemeinsam mit seinem treuen Diener Sganarelle, wieder auf der Suche nach neuen Objekten für sein Begehren. Doch der Entführungsversuch einer jungen Dame auf offener See scheitert und der Fischer Pierrot rettet Don Juan vor dem Ertrinken. Anstatt Dankbarkeit zu zeigen, macht er sich an dessen Braut heran und verspricht ihr und deren Freundin die Ehe. Kurze Zeit später will es der Zufall, dass Carlos, einer der Brüder Elviras, von Banditen überfallen wird ­ und ausgerechnet Don Juan ist es, der ihm unerkannt das Leben rettet. Erst durch das Auftauchen des zweiten Bruders klärt sich die Situation, ein Duell ist schnell beschlossene Sache. Zuvor will Don Juan jedoch noch ausgiebig soupieren ­ und lädt sich zur Gesellschaft übermütig die Statue eines Komturs ein, den er vor einiger Zeit getötet hat. Sganarelles Schrecken ist groß, als der Komtur die Einladung annimmt. Alle Ermahnungen zur Reue, durch seine Mutter und Donna Elvira, fruchten nichts,­ denn Don Juan schlägt alle wohlmeinenden Ratschläge in den Wind.

Der Titelheld ist, wie kein anderer bei Molière, Bestandteil der Weltliteratur, hat geradezu mythische Dimensionen und bis hin zu Horváth und Handke immer wieder neue Deutungen freigesetzt. Aus Spanien über Italien gelangte der Stoff nach Frankreich und erfuhr in Molières Bearbeitung einen ersten Höhepunkt. 1665 erfolgreich uraufgeführt, wurde das Stück - anders als der Tartuffe - zwar nicht sofort verboten, Molière musste aber einige besonders provokante Szenen streichen: Angegriffen fühlten sich vor allem Vertreter des Adels, die sich in dem gotteslästernden Libertin porträtiert sahen. Nach dem Tod des Autors kam eine entschärfte Version zur Aufführung, die bis ins letzte Jahrhundert dem Urtext vorgezogen wurde. In seiner Mischung aus Komödie, Farce, Satire und Tragödie ist der Don Juan eines der vielschichtigsten Werke Molières, der Titelheld, gleichermaßen fröhlich auftrumpfender Verführer wie trister Heuchler, eine der schillerndsten und rätselhaftesten Figuren der Weltliteratur.

mit freundlicher Unterstüzung von Österreichische Lotterien

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  • Regie und Ausstattung

    Regie: Stephan Müller
    Bühne: Hyun Chu
    Kostüme: Birgit Hutter
    Musik: Wolfgang Mitterer
    Licht: Michael Zerz
    Dramaturgie: Hans Mrak

  • Besetzung
    Don Juan, Sohn der Donna Luisa

    Denis Petkovic

    Sganarelle, Don Juans Diener

     Raphael von Bargen

    Donna Elvira, Don Juans Frau

     Heike Kretschmer

    Guzman, Elviras Diener / Don Carlos, Elviras Bruder

     Thomas Meczele

    Don Alonso, Elviras Bruder / Pierrot, Fischer

     Claudius von Stolzmann

    Donna Luisa, Don Juans Mutter / Der Komtur

     Leandra Overmann

    Charlotte, Fischerin

      Nanette Waidmann 

    Mathurine, Fischerin

    Claudia Sabitzer

    Monsieur Dimanche, Banquier

    Erwin Ebenbauer

    Don Juans Diener,  Banditen,

    Gefolge von Don Carlos und Don Alonso

    Christian Humer, Valentin Klos,  Michael Krappel; Mario Schober 

  • Pressestimmen

    „Mit einem funkelnden Theater-Essay nach Molières "Don Juan" gelingt Regisseur Stephan Müller eine Inszenierung, die in dieser Stadt zurzeit nicht ihresgleichen hat.
    Denn Petkovic, ein schlaksiger Artist auf dem Hochseil, hat abgeschlossen mit den Verstellungskünsten. Sein Dasein als erkalteter Ehemann, der einst die Donna Elvira (Heike Kretschmer, scharlachrot) dem Kloster entriss, hat er bereits mit dem schrecklichsten aller Übel bezahlt: Er glaubt nicht mehr. Nicht an Gott (hat er nie), nicht an die Liebe: Die lohnt die Mühe keine zwei Augenblicke lang. Müller aber, der den Zuschauern einen bravourösen Theateressay hinpfeffert, geht noch einen Schritt weiter: Don Juan, der wie ein lächerlicher Mallorca-Urlauber mit Strohhut auf dem Kopf, mit Diener-Proletarier an der Seite (Raphael von Bargen) glutäugigen Fischerinnen den Hof macht (prächtig: Nanette Waidmann), staunt. Petkovic ist der geniale Schmock unter den Nihilisten. Die Wände glitzern grottenblau, wie mit Lackfarbe versiegelt (Bühne: Hyun Chu). Die bis auf das Skelett abgemagerte Handlung ist ein schwarzes Hin- und Herhuschen. Der virtuose Diener (Bargen) macht ihm, die Beine an die Wand gestemmt, die Verrenkung nach: Man muss von der Herrschaft lernen können. Schließlich will das Bürgertum den Adel einmal ablösen.
    Unbehagliche 80 Minuten sind vorüber: ein bravouröser Kommentar zu einem Uraltmythos. Ein Abend, der derzeit in Wien kaum seinesgleichen hat." (Der Standard)

    Köstlich komödiantisch.
    Mit einigen Eingriffen, radikalen Strichen sowie klugen Erweiterungen schufen Dramaturg Hans Mrak und Regisseur Stephan Müller eine abgeschlankte und doch kompakte Fassung von Molières „Don Juan".
    In nicht einmal neunzig Minuten läuft auf der Bühne (beeindruckend das nachtblau gehaltene Bühnenbild von Hyun Chu) ein von unterschiedlichen Stilmitteln unterstütztes Geschehen ab: Der Machtmensch Don Juan (ein wunderbar austarierter Denis Petkovic) ist ein moderner Europäer, der ohne die christliche Tradition auskommt. An seiner Seite der Diener Sganarelle (Raphael von Bargen erweist sich als begnadeter Komödiant), der unter seinem Herrn leidet, weil diesen außer dem hedonistischen Begehren nichts interessiert, vor allem keine Moral. In Summe ist dieser „Don Juan" eine geglückte neue Sicht auf eine altbekannte Geschichte. Thomas Meczele und Claudius von Stolzmann, Erwin Ebenbauer sowie die junge Nanette Waidmann und Claudia Sabitzer komplettieren das Ensemble, das mit viel Engagement bei der köstlich komödiantischen Sache ist." (Oberösterreichische Nachrichten)

    „Raphael von Bargen brilliert auch mit Pantomime. Der verzweifelte Diener, der seinen Herren Mores lehren will, ist zum Gotterbarmen bedauernswert und komisch. Nicht minder köstlich: Claudius von Stolzmanns Fischer Pierrot. Diesem fischt Don Juan seine Charlotte weg. Doch weil der böse Verführer zuvor ihre Kollegin Mathurine belagert hat, steht er jetzt mit zwei wilden Weibern da, denen er die Ehe versprochen hat. Diese Szene gehört zu den richtig lustigen, auch dank der herzigen Nanette Waidmann mit kecken kurzen Zöpfchen (Charlotte) und der herben Claudia Sabitzer mit langen Zöpfen (Mathurine). Heike Kretschmer ist eine vornehme, elegante Donna Elvira. Hyun Chu hat ein tolles Bühnenbild mit nachtblauen Spiralen gebaut. Birgit Hutter hat die teils formellen, teils lässigen Kostüme entworfen." (Die Presse)

    „Die Bühne ist, da von Bilderzauberin Hyun Chu, einmal mehr atemberaubend. Glitzernd dunkelblaue Wände, die Meer, Himmel und Weite der Welt sind. Und sich am Ende zur Gruft verdichten, in der Don Juan lebendig begraben wird." (Kurier)

  • Fotos
    • Don Juan 01 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 02 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 07 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 03 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 06 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 05 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 04 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 08 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 11 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 09 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 10 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 12 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 19 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 18 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 17 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 16 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 15 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 14 © Christoph Sebastian
    • Don Juan 13 © Christoph Sebastian

  • Video

    Copyright: Johannes Hammel

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