Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Ute Bock in der Roten Bar statt!
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Jeden Tag Theater.
von Franz Molnár
Eine Vorstadtlegende in sieben Bildern und einem szenischen Prolog
Deutsch von Alfred Polgar
Schottenberg/Kudlich/Navas
Premiere: 5. März 2010
Spielstätte: Haupthaus
Liliom ist Türsteher im Café Rennbahn der Frau Muskat - und ein Strizzi, roh, brutal, aber charmant. Alle Frauen liegen ihm zu Füßen. Auch die kleine Julie verliebt sich in ihn, sehr zum Missfallen der eifersüchtigen Muskat. Ein Streit eskaliert und endet mit der Entlassung Lilioms. Auch Julie verliert ihre Stelle.
Im braven Familienleben angekommen, findet sich Liliom nicht zurecht. Er liebt Julie und dennoch - er ist unfähig, seine Gefühle zu zeigen, und schlägt sie. Als sie schwanger wird, verschärft sich die Situation, denn er braucht dringend Geld. Ein Freund überredet ihn zu einem Raubüberfall. Das Verbrechen scheitert jedoch kläglich, sein Komplize entkommt, Liliom wird gestellt und bringt sich um, ehe er verhaftet werden kann.
Im Jenseits erhält Liliom eine zweite Chance, etwas Gutes für Julie und das gemeinsame Kind zu tun. Für einen Tag darf er zurück auf die Erde ...
Molnár siedelt seine Vorstadtlegende zwischen Märchen und Volksstück, zwischen Sozialdrama und Prater-Seligkeit an. Bei ihm schließt Brutalität Zärtlichkeit nicht aus und auch dem tiefsten Elend begegnet er mit Witz und Humor. Liliom wurde 1909 in Budapest wenig erfolgreich uraufgeführt. Erst in der Bearbeitung und Übersetzung von Alfred Polgar, der das Stück aus dem Budapester Stadtwäldchen in den Wiener Prater transferierte, begann 1913 dessen weltweiter Siegeszug. Liliom wurde mehrfach verfilmt (u.a. von Fritz Lang 1934) und diente Rodgers und Hammerstein als Vorlage für das Musical Carousel.
„Jeder hat schon einmal eine Schießbude im Stadtwäldchen gesehen. Erinnern Sie sich daran, wie kindisch, wie komisch alle Figuren darauf dargestellt sind? Der Jäger, der Trommler mit dem dicken Bauch, der Knödelschlucker, der Kavallerist. Arme, schlechte Schildermaler malen diese Figuren so, wie sie sich das Leben vorstellen. Ich wollte das Stück auch in solcher Weise schreiben. Mit den Gedankengängen eines armen Schaukelgesellen im Stadtwäldchen, mit seiner Fantasie und seiner Ungehobeltheit." (Franz Molnár)
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Regie: Michael Schottenberg
Bühne: Hans Kudlich
Kostüme: Erika Navas
Dramaturgie: Hans Mrak
| Andreas Zavoczki, genannt Liliom | Robert Palfrader |
| Julie |
Katharina Straßer |
| Marie, ihre Freundin | Nanette Waidmann |
| Frau Muskat, Besitzerin des Café Rennbahn | Claudia Sabitzer |
| Polizist 1 |
Günther Wiederschwinger |
| Polizist 2 |
Mario Schober |
| Die Hollunder | Brigitte Swoboda |
| Der Sohn, Fotograf |
Andy Hallwaxx |
| Ficsur | Christoph F. Krutzler |
| Herr Kadar |
Günter Tolar |
| Frau Kadar | Iris Graf |
| Wolf Beifeld |
Haymon Maria Buttinger |
| Kocsek, Geldbriefträger | Thomas Kamper |
| Dr. Reich |
Wolf Dähne |
| Der Konzipist | Heinz Petters |
| Luise | Larissa Hois/Antonia Jung |
|
Wartende, Konzipisten |
Ulrike Heckenthaler, Elvira Leeb, Silvana Schreieck-Mauritz; Leopold Böhm, Peter Fässlacher, Erich Gratzl, Martin Grill, Victor Krenn |
„Schöner Erfolg für Molnárs "Liliom" im Volkstheater: Robert Palfrader als einer, der sich selbst stets fremd bleibt.
Ja, auch so kann man "Liliom" spielen. Ohne Kitsch und Süßlichkeit und praterseliger Vergemütlichung. Dieses Stück handelt von der Abwesenheit von Sprache und der dadurch bedingten Abwesenheit von Verstehen. Es ist das große Verdienst von Regisseur Michael Schottenberg und seinen Darstellern, dass sie genau das zeigen.
Robert Palfrader spielt den Liliom genau so, wie er in dieser Inszenierung gespielt werden muss: Unverschmiert, uncharmant, sogar uncharismatisch - einer, der sich selbst nicht kennt. Eine bemerkenswert genaue, reife Darstellung des Quereinsteiger-Schauspielers. Großartig ist auch Katharina Straßer als Lilioms Freundin Julie - in keiner Sekunde ist sie ein Opfer. Warum sie sehend in den Untergang geht, bleibt ein spannendes Rätsel, eine offene Frage. Und das ist gut: Gutes Theater hat auch den Mut, Rätsel stehen zu lassen.
Auch in allen anderen Rollen wird gut bis sehr gut gearbeitet. Jubel.
Fazit: Ein Klassiker ohne Gemütlichkeit. Regie: Sachlich, wahrhaftig.
Spiel: Großteils klar und stark." (Kurier)
„Katharina Straßer und "Kaiser" Robert Palfrader brillieren in Franz Molnárs "Liliom" im Volkstheater. Insgesamt: Düster, aber sehenswert.
Michael Schottenberg hat inszeniert und die Besetzung ist überwiegend einsame Klasse. Die bildhübsche, kesse Katharina Straßer trägt Brille und ist auch sonst sehr anders als gewohnt.
Als der Liliom, bei dem Versuch einen Geldbriefträger zu berauben, stirbt, schluchzt Julie herzzerreißend und wütet wie ein Kind. Es ist der größte Augenblick dieser Julie von Katharina Straßer, ganz großes Theater, ganz große Natur, ganz große Kunst.
Schön zu sehen, wie Palfrader den Kraftlackl verweigert. Er wirkt sehr authentisch, echt und zurückhaltend, zeigt die Unsicherheit dieses Mannsbilds, das Gefühle, weder fremde noch die eigenen, ertragen kann und geradezu panisch auf Nähe reagiert.
Vor allem die Frau Muskat schwingt verbal die Fäuste. Claudia Sabitzer tut das allerdings mit solcher Bravour, dass man nur staunen kann.
Brigitte Swoboda erntet Lacher als brabbelnde Vermieterin Hollunder. Köstlich: Andy Hallwaxx als ihr Sohn, ein Fotograf, der Nackerte und Hochzeitspaare mit dem gleichen stoischen Wesen ablichtet. Ein starker Duft der muffig-trostlosen Horváth-Milieus, in denen es immer wieder plötzlich urkomisch hergeht, durchzieht diesen Molnár.
Nanette Waidmann und Haymon Maria Buttinger sind ein umwerfendes Paar. Weniger knallig, aber auch nicht schlecht: Herr und Frau Kadar, Günter Tolar und Iris Graf.
Liliom trifft seine Tochter (entzückend: Larissa Hois) und raubt ihr alle Illusionen. Dann fällt der Vorhang." (Die Presse)
„Michael Schottenberg hat im Volkstheater einen "Liliom" auf die Bühne gebracht, der im heutigen Türsteher-Milieu angesiedelt ist und in seiner konsequenten Klarheit keine moralische Hintertür offen lässt. Das Publikum feierte das hervorragende Ensemble, allen voran Robert Palfrader als Liliom und Katharina Straßer als Julie.
Temporeich verstreichen die ersten eineinhalb Stunden dieses Abends, der nach der Pause noch so einiges an Lachern für das Publikum bereit hält.
Die Schlussszene, als Palfrader durch eine hölzerne Pinocchio-Figur seiner Tochter die ganze Wahrheit über ihren Vater erzählt, gehört zu den vielen eindrucksvollen Momenten des Abends. Doch wieder kommt Liliom die Hand aus - und alle können es spüren." (Kleine Zeitung)
„Robert Palfrader kniet sich förmlich in die Rolle des charismatischen Schlurfs. Er spricht und wirkt ungekünstelt, verfällt nie in Pathos. Der Theater-Quereinsteiger ist eine echte Naturbegabung! Nestroy-Preisträgerin Katharina Straßer ist die Julie. Erstmals ist sie kein süßes Mädel mehr, sondern eine geschundene, verhärmte Kreatur. Damit ist Straßer auf dem besten Weg zur Charakterschauspielerin! Claudia Sabitzer entwickelt als Frau Muskat die adäquate Penetranz. Am Ende Bravos und Jubel speziell für Palfrader und Straßer." (Österreich)
„Das Ensemble, darunter Brigitte Swoboda als schrullig-sudernde Alte und Christoph F. Krutzler als glatzköpfiger Brutalo, spielt auf hohem Niveau. Heinz Petters ist ein wunderbarer Konzipist." (Salzburger Nachrichten)
„Robert Palfrader ist nur einer von vielen Gründen, sich „Liliom" im Volkstheater anzuschauen.
Palfrader verlässt sich auf seinen Instinkt. Und auf seine Bühnenpräsenz. Das genügt. Der Star des Abends aber ist Palfrader nicht. Er ist nur einer von vielen. Da ist, allen voran, Katharina Straßer als Lilioms Frau Julie. So tough, so unsentimental ergreifend hat man diese Figur vielleicht noch nicht gesehen. Da sind aber auch etliche andere, die aus kleineren Rollen große Nummern machen: Claudia Sabitzer als Lilioms Ex-Chefin, die unter ihrer herben Schale eine enttäuschte Liebende verbirgt; Brigitte Swoboda als hantige Alte mit Tourette-Syndrom; Andy Hallwaxx als hinreißend verschlurfter „Erotik"-Fotograf; Nanette Waidmann als Julies herrlich naive Freundin Marie; oder Haymon Maria Buttinger als deren drolliger Bräutigam.
Es ist einer jener Abende, an denen sich das Volkstheaterensemble vor keinem anderen der Stadt verstecken muss." (Falter)
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Ute Bock in der Roten Bar statt!
Weitere Infos
© Lea Friessner
Faschingskonzert mit
dem deutschen Ensemble Selmer Saxharmonic.
19.02.2012, 20.00 Uhr
Karten und Infos
© Werner Kmetitsch