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Nach 37 Jahren kehrt der gebürtige Wiener Stefan Suske zurück in seine Heimatstadt – und findet sich an einem vertrauten und zugleich fremden Ort wieder. Hier erzählt er regelmäßig über seine Entdeckungen in einem Wien zwischen gestern und heute. Mit dieser letzten Folge ist er nun wieder in Wien angekommen – wenn auch nicht komplett ...

Nach 20 Heimkehrer-Kolumnen bin ich wieder in Wien “angekommen”.

Sie erübrigen sich also mittlerweile.

Das heißt aber nicht, dass ich mich bereits an alles gewöhnt habe.

Ich bin z.B. nach wie vor erstaunt, wie viele heftige Ressentiments gegen alles Fremde es hier gibt (“Kaum wird bei uns in der Siedlung a Wohnung frei, schaun zwa Kopftüachln ausse. Die ghörn do net her!!!”), wo doch Wien ohne Fremdeinflüsse gar nicht das Wien wäre, das alle Fremden so lieben.

Glaubt man diesen Stimmen, ist die Türkenbelagerung – etliche hundert Jahre später – doch erfolgreich gewesen.

Fasziniert bin ich auch, nach so vielen Jahren in der Schweiz, von dieser speziellen Mischung an Autoritätsgläubigkeit einerseits und Hass auf die Elite (“Die da oben”) andererseits.

Vielleicht haben “Die da unten” weniger Aufstiegschancen als z.B. in der Schweiz, vielleicht krankt es ja grundsätzlich am ganzen Bildungs- und Ausbildungssystem, die ohnmächtige Wut findet jedenfalls ihre Entsprechung in der Ohnmacht der politisch Verantwortlichen, die sich schon seit geraumer Zeit mit Begeisterung gegenseitig blockieren, das Angehen der offensichtlichsten Probleme ihrer jeweiligen Parteitaktik opfern.

An all diese Dinge werde ich mich noch lange nicht gewöhnen.

Hoffentlich.

Den Leser/innen meiner Kolumnen danke ich für ihre Aufmerksamkeit.

Für die nächste Spielzeit fällt mir vielleicht ein anderes, ein neues Format ein.