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Früher, erinnert sich Volkstheater/Bezirke-Leiterin Doris Weiner, musste man bei Aufführungen in der VHS Liesing "brüllen wie ein Stier" - mittlerweile gibt es in der Spielstätte im 23. Wiener Gemeindebezirk schon lange eine Verstärkeranlage. Und einem ungetrübten Theatergenuss steht nichts mehr im Wege...

Bildung ist das Mittel zur Selbstverwirklichung und der effektivste Weg, um Zukunftsaussichten zu verbessern – weil das die Grundüberzeugung der Volkshochschulen ist, wurden in den 1960er und -70er Jahren das Netz in Wien ausgeweitet und bestehende Häuser umfassend renoviert. Als Teil dieser Erweiterungswelle wurde 1977 die VHS Liesing gegründet, die Ihnen heute auch als Spielstätte des Volkstheater/Bezirke bekannt ist.

Obwohl in dieser Zeit des Aufbruchs und der Modernisierung gegründet, gibt es dort erst seit gut 20 Jahren eine Verstärkeranlage, was über lange Jahre dazu führte, dass die Spielstätte beim Team des Volkstheater/Bezirke als akustisches Sorgenkind verschrien war. Volkstheater/Bezirke-Leiterin Doris Weiner erinnert sich noch gut an eine Vorstellung von Der eingebildete Kranke, bei der sie selbst auf der Bühne stand und die beinahe nicht zu Ende gespielt werden konnte: „Ernst Meister, den alle nur The Voice nannten und der damals als der beste Sprecher Österreichs galt, spielte die Hauptrolle. Wir mussten uns auf der Bühne anbrüllen wie die Stiere – und uns permanent das Lachen verkneifen, schließlich waren wir auch in den intimen Szenen gezwungen, entsetzlich zu schreien.“ Als es auf der Bühne eine kurze Pause gab, in der es ganz still wurde, kam aus den letzten Zuschauerreihen ein leises Stimmchen: „Entschuldigen Sie bitte, aber könnten Sie vielleicht etwas lauter sprechen?“ Das ganze mühsam zurückgehaltene Lachen brach in diesem Moment aus dem Ensemble heraus, und nur mit größter Not konnten sie die Vorstellung noch zu Ende spielen.

Heute müssen Sie sich bei einem Besuch im Volkstheater/Bezirke in Liesing keine Sorgen mehr um Ihr Gehör machen – zu brüllen wie ein Stier ist dank moderner Technik nicht mehr nötig. Stattdessen dürfen Sie sich auch in dieser Spielzeit wieder auf spannende Premieren freuen: Den Anfang macht gleich am 30. September Mittelschichtblues von David Lindsay-Abaire. Claudia Sabitzer durchlebt darin als fünfzigjährige alleinerziehende Mutter einer Tochter mit Behinderung eine schwere Zeit: Sie wir gekündigt und ein neuer Job ist nicht in Aussicht. Mit Witz und der Unterstützung ihrer Freundinnen lässt sie sich dennoch nicht unterkriegen!