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Seit 1988 arbeitet der gebürtige Oberösterreicher Günter Franzmeier als Schauspieler, davon die längste Zeit am Volkstheater. Auch in Fernsehrollen, etwa im "Tatort", ist er zu sehen. Am wichtigsten ist ihm dabei immer noch eines: Den Zuschauer/innen Geschichten nahe zu bringen.

Wenn Günter Franzmeier auf der Bühne eine gewisse Grund-Entspanntheit ausstrahlt, dann kommt das nicht von ungefähr. Wo andere Schauspieler/innen „schon immer“ und „nie etwas anderes“ als eben Schauspieler/in werden wollten, da sagt er über seinen immerhin schon seit 1988 recht erfolgreichen Werdegang: „Das hat sich so ergeben.“ 1966 in Wels geboren, war er als Jugendlicher sowieso mehr im Kino als im Theater – was wohl auch daran lag, dass seine Mutter als Kartenabreißerin und Garderobiere dort arbeitete. „Ich war hin und wieder im Welser Stadttheater, aber das hat mich nie wirklich fasziniert. Was mich interessiert hat, das waren Geschichten. Insofern hat mich die Schauspielerei schon irgendwie angelacht – aber damals eben noch nicht als Machender.“

An der Handelsakademie brachte ihn schließlich ein Deutschlehrer zum Schülertheater. „Das fand ich interessant. Und dann ist es schnell gegangen.“ Die Aufnahme an der Schauspielschule schaffte er zwar nicht, dafür landete er in einer Vorstellung der Elisabethbühne in Salzburg und bewarb sich dort für eine Ausbildung. Begegnet ist er in den darauf folgenden eineinhalb Jahren an der Elisabethbühne unter anderem Harald Krassnitzer, mit dem er heute gemeinsam im Wiener Tatort spielt – Krassnitzer als Kommissar Moritz Eisner, Franzmeier als schön schmieriger Pathologe Professor Kreindl. In der Zwischenzeit aber ist einiges passiert: Von der Salzburger Elisabethbühne ging Günter Franzmeier nach Wien, wo er am Volkstheater sowie in der freien Szene spielte, bis ihn Emmy Werner von 1995 bis 2005 fest ans Volkstheater holte. Zwischendurch war er zwei Jahre am Schauspiel Essen, seit 2008 ist er nun wieder in Wien und spielt, neben Fernsehrollen wie jener im Tatort, erneut fest am Volkstheater. „Viele Umwege in recht kurzer Zeit“, fasst er zusammen: „Mit 18 habe ich erst angefangen, mich für Schauspiel zu interessieren, mit 22 war ich schon ein Profi. Da gehört natürlich auch viel Glück dazu.“

Thomas Frank, Steffi Krautz, Christoph Rothenbuchner, Günter Franzmeier, Sylvia Bra, Haymon Maria Buttinger &copy www.lupispuma.com / Volkstheater

Günter Franzmeier (mi.) neben Thomas Frank, Steffi Krautz, Christoph Rothenbuchner, Sylvia Bra und Haymon Maria Buttinger in „Zu ebener Erde und erster Stock“. © www.lupispuma.com / Volkstheater

Was ihn heute noch genauso interessiert wie damals, sind die Geschichten. „Das ist unsere Pflicht als Schauspieler/innen: den Zuschauer/innen einen Text, eine Geschichte nahe zu bringen. Im Idealfall sollte unser Publikum nicht denken: Aha, jetzt macht er das oder jenes, der Schauspieler – sondern vielmehr das Gefühl haben: Der hat jetzt gar keine andere Möglichkeit, als genau das zu machen. Einfach, weil es die Geschichte verlangt.“ Neben der Begeisterung für das Geschichten-Erzählen hat sich Günter Franzmeier auch eine angenehme Abgeklärtheit im Umgang mit seinem Beruf bewahrt. Mit dem großen Nimbus, den dieser – zumal in Wien – hat, kann er nicht viel anfangen. „Hier ist diese Fixierung auf den Schauspieler-Beruf noch sehr stark. Auch wer noch nie im Theater war, glaubt trotzdem: Wer diesen Beruf ausübt, ist etwas Besseres.“ Er selbst würde sich dagegen am liebsten als „Bühnenbediensteter“ vorstellen. Und hat durchaus auch ein Leben neben seinem Bühnendienst: „Ich mache das jetzt seit 1988, im Schnitt fünf Produktionen im Jahr mit jeweils sieben bis acht Wochen Probenzeit, dazu die Vorstellungen – da kannst du dir ausrechnen, wie viel Zeit man noch hat nebenbei. Und in dieser Zeit denke ich nicht über Theater nach. Da mache ich mein Zeug, mit meiner Familie.“

Diesen abgeklärt klingenden Zugang aber darf man nicht falsch verstehen: „Der Beruf macht mir enormen Spaß.“ Und im Gegenteil ist es ja genau dieser Umgang mit seiner Arbeit, der seinen Figuren jene unverbissene Lässigkeit verleiht, der man einfach gerne zuschaut. Denn bei Günter Franzmeier kommt zur Liebe zum Beruf eben auch eine sehr entspannte Art, ihn auszuüben: „Wenn ich ein bisschen ehrgeiziger wäre, könnte man vielleicht auch mehr daraus machen. Aber ich bin nicht ehrgeizig. Nie gewesen. Deswegen bin ich auch hier – und das ist ja was Schönes.“

 

Aktuell ist Günter Franzmeier auf der Bühne des Volkstheaters in Zu ebener Erde und erster Stock sowie ab 18. März in Iwanow zu sehen.