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Zum ersten Mal wurde der traditionsreiche Dorothea-Neff-Preis heuer vom Freundeskreis des Volkstheaters vergeben. Benedikt Simonischek sprach mit den beiden Moderator/innen der Preisverleihung: Vorstandsmitglied Dr. Beate Winkler und Freundeskreis-Präsident Prof. Helmut Mayer.

Benedikt Simonischek: Wie habt ihr die Preisverleihung erlebt?

Dr. Beate Winkler: Kurz und knackig.

Prof. Helmut Mayer: Wie wir es uns ja vorgenommen haben.

Wie war es für euch, einmal selber auf der Bühne des Volkstheaters zu stehen?

Mayer: Eine schöne Stunde in einem schönen Haus. Ein tolles Erlebnis.

Winkler: Ich dachte mir: Da ist das Volk! Wo aber ist das Theater? Und merkte, das Theater bin ich. Das war ein schönes Gefühl. Der ganze Raum bekommt eine ganz andere Wirkung, wenn man da oben steht. Dabei stehen wir alle ja gewissermaßen täglich auf einer Lebensbühne. Die Frage ist nur: In welcher Rolle bin ich?

Was ist für Sie das Besondere am Dorothea-Neff-Preis?

Winkler: Ich finde es wunderbar, dass diese hohe künstlerische Kompetenz, das politische Engagement und die daraus entstandenen Leistungen am Volkstheater durch diesen Preis ausgezeichnet werden. Für mich ist es ein Preis für das Leben. Dorothea Neff war eine sehr starke Persönlichkeit mit vielen Facetten. Sie hat viele Menschen geprägt und war eine der Schauspielerinnen, die vom Publikum geliebt wurden. Ich finde es toll, dass es diesen Preis gibt und dieser ihren Namen trägt.

Mayer: Ich finde es auch wirklich ein Geschenk, dass die BAWAG P.S.K. diesen Preis schon so lange ermöglicht und das auch in Zukunft weiter tun wird.

Winkler: Ja, das ist wirklich ein sehr besonderes Engagement! Auch die Stiftung des BAWAG P.S.K. Mitten im Leben-Preises finde ich eine wichtige Sache.

Mayer: Im Gegensatz zu anderen Preisen wird der Dorothea-Neff-Preis seit diesem Jahr vom Freundeskreis veranstaltet und von einer Jury vergeben, die mehrheitlich aus Vertreter/innen des Publikums besteht. Das finde ich eine sehr positive Entwicklung, die hervorragend zum Volkstheater passt. Auch, dass die Mitglieder der Jury die Laudationen gehalten haben, hat die Veranstaltung sehr persönlich und publikumsnah gemacht.

Was wird euch von der Preisverleihung noch lange in Erinnerung bleiben?

Winkler: Der Witz des kleinen Jungen bei der Dankesrede der Kinder aus der Produktion Der Junge wird beschnitten.

Mayer: Die Freude, dass auch nach der langen Vorstellung davor so viele Menschen zur Preisverleihung geblieben sind und für eine wunderbare Atmosphäre gesorgt haben.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Winkler: Ich wünsche mir, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen im Freundeskreis Volkstheater engagieren und sich für die Art von Theater begeistern, welche am Volkstheater stattfindet. Hier ist ein Ort, wo man sich über zivilgesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen austauschen kann – und sollte! Wir sind in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess, in einer Art von Identitäts- und Existenzkrise. Wir brauchen Gespräche und Diskussionen. Nah-Fühlen und weniger Fern–Sehen. Desto mehr Menschen sich einbringen, desto besser.

Mayer: Ich schließe mich da an. Was im Freundeskreis stattfindet, ist wirklich toll. Ich freue mich schon auf die nächste Saison.

Vielen Dank für das Gespräch!