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Nicht nur Kaffee und Croissants, sondern auch jede Menge gute Ratschläge gab es beim Theaterfrühstück mit Ensemblemitglied Claudia Sabitzer. Laura Welland, Spieler/in im Spielclub "11 Freunde" berichtet von ihren Erlebnissen beim Theaterfrühstück.

Claudia Sabitzer ist in Deutschland geboren, in der Schweiz aufgewachsen und studierte am Schubert Konservatorium in Wien Schauspiel. Nach ihrem Studium war sie am Volkstheater Wien engagiert und spielte im Schauspielhaus. 2000 zog es sie nach Mannheim, dort spielte sie bis 2005 im Ensemble des Nationaltheaters. Seit 2005 ist sie nun Teil des Volkstheater-Ensembles in Wien und zurzeit in Iwanow und Das Wechselbälgchen zu sehen.

Am Samstag, den 2. April 2016 durften wir Claudia persönlich beim Theaterfrühstück kennen lernen und ihr unsere Fragen stellen.

Normalerweise gibt es für sie zum Frühstück nur einen Kaffee, beim Theaterfrühstück machte sie eine Ausnahme und zeigte uns bei Kaffee, Croissants, frischen Brötchen und allerlei Mitgebrachtem, wie sie sich kurz vor einer Aufführung vorbereitet, ihre Texte lernt und dass man bei manchen Entscheidungen am besten einfach mal auf sein Bauchgefühl hören sollte.

Wer Schauspielern will, der sollte sich seinem Wunsch ganz widmen, am besten eine Schauspielschule besuchen und Kritik niemals persönlich nehmen, erklärte uns Claudia. Das Theater lebt von der Kritik, so kann es eben auch mal passieren, dass das Stück vier Tage vor der Premiere als „grauslig“ bezeichnet und komplett umgeworfen wird. Claudia spricht hier aus eigenen Erfahrungen. Zudem könne man sich seine Rolle selten selber aussuchen. Jede Rolle ist eine neue Herausforderung und benötigt eine genaue Einstimmung auf den Charakter, auch wenn man nur in einer Szene spielt. Meist sind die Rollen, in denen man nur fünf Sätze sagt, die anspruchsvollsten, weil man nicht die Möglichkeit hat, sich in einer zweiten Szene zu verbessern, sondern in einer Szene alles geben und überzeugen muss.

Eine Aussage ist mir von diesem Treffen besonders im Kopf hängen geblieben:

Don’t try too hard, have fun.

Für Claudia ist die Beziehung zu ihren Kollegen sehr wichtig, man muss aufeinander eingespielt sein, im wahrsten Sinne des Wortes. Man spielt nicht für sich, sondern für und mit anderen.

Nachdem wir also beim Frühstück unsere Fragen klären konnten, wurde es etwas praktischer, es galt, die Verdauung in Schwung zu bringen. Wir beschenkten uns in Zweier-Teams mit fiktiven Geschenken ohne Sprache, nur mit Mimik, Gestik und fantasievollen Ausrufen. Es galt, dem anderen ein Geschenk zu machen, eine Freude.

Mein persönliches Highlight war Claudias Aufwärmritual vor einer Aufführung: Kopfhörer auf, Musik laut aufdrehen, mitsingen und alles geben. Natürlich haben wir das ganze einmal ausprobiert und uns den Refrain von Tina Turners Simply the best gegenseitig vorgesungen. Je lauter, desto besser.

Unser Treffen mit Claudia endete damit, dass wir uns in einem Kreis zusammenstellten und unserem Nachbarn/unserer Nachbarin reihum Komplimente machten und ihm oder ihr etwas Schönes mit auf den Weg gaben.

Am Samstag, den 7. Mai 2016 wird es das nächste Theaterfrühstück geben. Dieses Mal gibt es die Möglichkeit, Jan Thümer aus Iwanow, Lost and Found und Nora³ kennenzulernen. Zudem findet das Frühstück zum ersten Mal in diesem Jahr unter freiem Himmel auf dem großen Balkon des Volkstheaters statt. Ich werde auf jeden Fall wieder da sein, denn es ist eine einmalig wunderbare Möglichkeit, die Menschen, die man sonst nur auf der Bühne sieht, persönlich kennenzulernen und sich ein Bild von der Person hinter der Rolle zu machen, Fragen zu klären, Spieltechniken zu erlernen und das ein oder andere für sich selbst mitzunehmen.

© Malte Andritter

© Malte Andritter

 

Laura Welland ist eine der Spieler/innen im Spielclub 11 Freunde.