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Doderers Dämonen mit Stefan Suske – Das Feuer in Folgen

Fast eine Parallelaktion: Aus Anlass des 50. Todestags von Heimito von Doderer und in Gedenken an die Morde von Schattendorf sowie den Justizpalast-Brand vor 90 Jahren werden Die Dämonen in szenischen Lesungen vorgestellt – mit einem Finale schräg gegenüber vom Volkstheater im Justizpalast, welcher bei Doderer eine Hauptrolle spielt.

„Den Buben hätten sie nie umbringen dürfen. Denn jetzt halten sie’s nicht mehr auf. Jetzt natürlich wird es brennen müssen, wird das Feuer sein, und ich möcht‘ wissen, wie die da jemals noch herauskommen wollen, denn das Kind macht keiner mehr lebendig.“ Solcherart nimmt Anna Kapsreiter, „ganztägige Kaffeetrinkerin“ und Tante des in Schattendorf ermordeten Buben Pepi Grössing, den Justizpalastbrand am 15. Juli 1927 vorweg. Das hellsichtige „Nachtbuch der Kaps“ ist eine der Quellen, aus denen sich Doderers epochale Chronik Die Dämonen zusammensetzt, im Kapitel Das Feuer illuminiert der brennende Justizpalast einen „Platzregen von Banalitäten“, der an diesem Tag über Wien niedergeht. Dieser große Schlussakkord ist minutiös den Ereignissen des historischen Tages nachgestaltet, der mit 89 Toten endete und für die politische Entwicklung der Ersten Republik ausschlaggebend wurde. 90 Jahre nach den geschilderten Ereignissen und 60 Jahre nach Erscheinen von Doderers Hauptwerk widmet sich Ensemblemitglied Stefan Suske in seiner Matinee-Reihe der finalen Zusammenführung von Doderers penibel inszenierten Figuren und ihren Liaisons. Auf drei Dämonen-Folgen im Frühjahr – mit Sammelpunkten! – folgt eine abschließende am Originalschauplatz vis-à-vis vom Volkstheater, im Justizpalast.

Konzeption und Leitung Stefan Suske