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Reihe: Nachtvolk

Das hündische Herz

von Michail Bulgakow
Fassung von Lisa Anetsmann

„Ich habe schon längst vermutet, dass der Hund viel klüger ist als der Mensch […]. So ein Hund ist ein hervorragender Politiker.“ Das Gedankenexperiment der Vermenschlichung des liebsten Haustieres, das der russische Dichter Nikolai Gogol bereits 1835 in den Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen spinnt, denkt Michail Bulgakow 1925 in seiner Erzählung Das hündische Herz radikal zu Ende: Dem Straßenköter Lumpi werden bei einem gewagten Eingriff die Hoden und Hypophyse eines kleinkriminellen Alkoholikers eingepflanzt. Der ehemalige Streuner entwickelt sich zum groben, fluchenden und saufenden Hundemensch, der seinem Operateur, seinem gesamten Haushalt und allen Katzen Moskaus das Leben zur Hölle macht – eine zynische Satire auf den „neuen Menschen“.

 
  • Szenische Einrichtung Lisa Anetsmann
  • Dramaturgische Mitarbeit Michael Isenberg