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© Lisa Sifkovits
Mit der Elektrizität is Essig
Verschiedene Spielstätten

Der Lechner Edi schaut ins Paradies

von Jura Soyfer
Der Lechner Edi ist seit sechs Jahren arbeitslos. Schuld daran, so erklärt er seiner Freundin Fritzi, sei der Motor – sein Konkurrent, der schneller Schuhe fabriziert als er. Edi schwört brutale Rache, da biegt der Motor um die Ecke und behauptet, ebenfalls entlassen worden zu sein.

Er stellt sich als Petersens elektrischer patentierter Industriemotor, kurz Pepi, vor und weiß, wo der ganze Jammer herrührt: Luigi Galvani hätte nicht die Elektrizität entdecken sollen, die zur Automatisierung der Arbeit führte – dann gäbe es auch keine Arbeitslosen. Kurzerhand schlägt der Motor vor, das Übel aufzuhalten; zu dritt reisen sie in die Vergangenheit, zu sämtlichen Wendepunkten der zivilisatorischen Entwicklung, bis sie schließlich im Himmel angelangen, wo gerade der Mensch erfunden werden soll. Lassen sich Fortschritt und Arbeitslosigkeit verhindern, wenn auf die Spezies Mensch verzichtet wird?

Christine Eder, die in der vergangenen Spielzeit mit Alles Walzer, alles brennt den Wiener Kämpfer/innen für Demokratie zwischen Kaiserreich und Februar 1934 ein theatrales Denkmal geschaffen hat, inszeniert nun Jura Soyfers 1936 entstandenes Stück. Soyfer, der für kleine Wiener Bühnen wie das Theater ABC in der Porzellangasse oder die Literatur am Naschmarkt schrieb, schuf mit seinem Lechner Edi einen Wiener Vorstadt-Rächer der industriellen Reservearmee, der so inbrünstig wie vergnüglich nach den sozialen Konsequenzen technischen Fortschritts, nach politischer Verantwortung und individueller Handlungsmacht fragt.

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mit Thomas Frank (Lechner Edi), Evi Kehrstephan (Fritzi), Christoph Theussl (Pepi), Adrian Hildebrandt (Historische Figuren), Thomas Butteweg (Historische Figuren und Musiker)