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© Elisabeth Haider / Volkstheater
© Elisabeth Haider / Volkstheater
Der da ist übrigens der Franzl. Kommt aus dem Salzkammergut und hat noch viel zu lernen.
Verschiedene Spielstätten

Der Trafikant

von Robert Seethaler
Bühnenfassung Robert Seethaler
Franz Huchel, ein 17-jähriger Bub vom Land, verlässt seine Mutter, die Heimat und den Attersee und zieht nach Wien. Hier beginnt für ihn ein neues Leben als Gehilfe in einer Tabaktrafik im neunten Bezirk.

Wir befinden uns im Jahr 1937: Die politischen Ereignisse verändern das Leben in der Stadt. Das bekommt auch der Inhaber der Trafik zu spüren, der aufgrund seiner jüdischen Kundschaft von den Nachbarn angefeindet wird. Ein Stammkunde ist Sigmund Freud. Der bekannte „Deppendoktor“ beeindruckt Franz und es entsteht eine zaghafte Freundschaft zwischen dem alten Herren und dem jungen Mann. Franz macht sich auf Freuds Anraten hin auf, die Liebe zu suchen und trifft sie im Prater in der Person von Anezka, einer Böhmin. Franz verliert ihre Spur jedoch nach einem ersten Abenteuer und findet Anezka als spärlich bekleidete Tänzerin in einer Kabarettshow wieder. Er lässt sich davon nicht beirren, sein Bauch ist voller Schmetterlinge, und er muss das geliebte Mädchen um jeden Preis erobern.
Von Professor Freud erwartet Franz Antworten auf die ihn umtreibenden Fragen, doch nicht einmal der weise Mann weiß Rat im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Als auch noch die Gestapo den unbequemen Trafikanten mitnimmt, muss Franz die Verantwortung für das Geschäft übernehmen, seine ersten Schritte als Erwachsener in einer Welt tun, in der vertraute Maßstäbe nicht mehr gelten und dabei beweisen, dass er das Herz am richtigen Fleck hat.

Robert Seethaler, der als Schauspieler einst selbst in den Bezirken spielte, landete mit seinem Roman Der Trafikant (2012) einen internationalen Bestseller. Sebastian Schug entwickelt in seiner sinnlichen Lesart eine Geschichte über dunkler werdende Zeiten, vor allem aber über Menschen, die voller Lebenslust und -gier versuchen, ihren Weg zu finden.

 

Mehr über Der Trafikant erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.


mit Elzemarieke de Vos (Anezka/Mutter), Klaus Huhle (Sigmund Freud), Nils Rovira-Muñoz (Franz Huchel), Stefan Suske (Otto Trsnjek), Lukas Watzl (diverse Rollen)

Pressestimmen

„Das Stück folgt einem bestimmten Rhythmus – mal ekstatisch schnell, dann wieder hypnotisch langsam -, in den sich die Körperlichkeit von Rovira-Muñoz perfekt einfügt. Auf aufwändige Effekte wird verzichtet. Der Regen kommt beispielsweise aus der Sprühflasche (Bühne und Kostüm: Nicole Zielke). Lukas Watzl schlüpft gleich in mehrere Rollen und nimmt dazu am Schminktisch auf der Bühne Platz. Das wirkt erfrischend ehrlich und zerstört trotzdem die Illusion nicht.“

Katharina Stöger, Der Standard

„Stefan Suske ist als Otto, Kriegsversehrter und hellsichtiger Pessimist, wunderbar.“

Barbara Petsch, Die Presse

„In Nils Rovira-Muñoz fand er [Sebastian Schug] einen jungen Weltmann, dem man sogar die Unschuld vom Lande abnimmt. Kein Holzschnitt-Realismus wie in den Halbwüchsigen-Schicksalen bei Kroetz, Turrini, Mitterer! Dieser Franz verbiegt sich wie ein Showtänzer, lässt Misstrauen, Neugier, Zuversicht lässig heraushängen.“

Hans Haider, Wiener Zeitung

„Stefan Suske imponiert als einbeiniger, aber standfester Trafikant, der energisch das Lesen der Zeitung anempfiehlt (…). Lukas Watzl spielt E-Gitarre und im fliegenden Wechsel fast alle anderen Rollen. Das macht er grandios.“

Thomas Trenkler, Kurier