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Die Leiden des jungen Werther

von Johann Wolfgang Goethe
Ein junger Mann fährt aufs Land. Dort schwärmt er für die Natur und schreibt Briefe. Außerdem verliebt er sich in eine schwarzäugige Frau, die schon einem anderen gehört, und begeht Selbstmord, weil er sie nicht haben kann.

Werther, Charlotte, Albert. Überhitzte Gefühle, verführerische Verbote, dramatische Depressionen. Das ist der Stoff, aus dem die Träume sind – die Träume einer ganzen Epoche, genannt Aufklärung. Goethe hat sie 1774 mit dem schlafwandlerischen Instinkt eines talentierten Jungdichters (er war damals 25) zu Papier gebracht. Die Aufklärung: ein hellwaches Zeitalter, bis ins letzte Eck ausgeleuchtet mit der Fackel der Vernunft, bis in den kleinsten Winkel ausgeräuchert und befreit vom Ungeziefer (die Kakerlaken des Aberglaubens, die Nachtfalter der Mystik, die Läuse der Leidenschaft). Wovon träumt der Mensch, wenn er im Wachzustand nach den Regeln von Ratio und Kalkül zu funktionieren hat und sein Gefühlshaushalt so hübsch aufgeräumt sein soll wie eine Musterküche bei IKEA? Genau. Er träumt vom Gegenteil. Goethes Werther ist eine Hommage an den Exzess: gnadenlose Liebe, obsessives Begehren, krankhafte Eifersucht, unheilbare Egomanie – und am Ende, folgerichtig, ein ekstatischer Tod.

Der deutsche Regisseur Calle Fuhr erarbeitete seine ersten Inszenierungen am Volkstheater – Von den Beinen zu kurz (2015 in der Roten Bar) und Philoktet (2017 im Volx/Margareten) wurden zum tschechischen Divadelni Flora Festival eingeladen.

  • Premiere
    FR 03. MAI 2019