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© Irena Dodal: Theresienstadt 1942

Frage nicht!

Konzept und Text Katja Sindemann
Der verschollene Film Theresienstadt 1942 und seine Geschichte / Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen / Gemeinsame Veranstaltung mit dem Österreichischen Parlament
Ehrenschutz Doris Bures, Präsidentin des Nationalrats
1988 wurden in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen 14 Standbilder mit unbekannten Alltagsszenen aus dem Konzentrationslager Theresienstadt gefunden – die ersten Hinweise auf den pseudo- dokumentarischen Film Theresienstadt 1942.

Weitere Filmfragmente konnten daraufhin in Archiven aufgespürt werden, die geschnittene Version des historisch bedeutenden Films ist allerdings bis heute verschollen. Die in Österreich begonnene Suche führte nach Warschau, Prag und Buenos Aires, dem letzten Wohnort der 1989 verstorbenen Drehbuchautorin und Regisseurin Irena Dodal. Ihr wurde die Autorschaft des Filmes, in dem u.a. der österreichisch-tschechische Judenälteste Jakob Edelstein, der österreichische Zionist Richard Friedmann und der österreichisch-tschechische Grafiker Bedřich Fritta (Fritz Taussig) zu sehen sind, in der Folge zugeschrieben.

Die Filmfragmente entfachten Diskussionen, die bis heute typisch sind für den Diskurs um jüdische Funktionär/innen in Ghettos: War Irena Dodal eine „Wichtigtuerin“, eine „Kollaborateurin“? Oder wurde die in den 1930er-Jahren international bekannte Leiterin des Prager Trickfilmstudios IRE-Film Opfer böswilliger Verleumdung durch Mitgefangene? Aussage steht gegen Aussage. Die Problematik der Aufarbeitung wird in diesem Fall erneut schmerzhaft deutlich.

Die in Wien lebende Journalistin und Autorin Katja Sindemann geht in der von ihr konzipierten Gedenkveranstaltung anlässlich der 77 Jahre zurückliegenden Novemberpogrome diesen ambivalenten Sichtweisen auf die Regisseurin Dodal und ihren Film nach und bringt anhand historischer Quellen verschiedene Stimmen der Erinnerungskultur zusammen.

 

Nach der Vorstellung in der Roten Bar:

Gespräch mit Katja Sindemann und Filmhistoriker Frank Stern

Moderation Heike Müller-Merten

 

Erfahren Sie mehr über Frage nicht! im Volkstheater-Magazin.