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Gelebt, erlebt, überlebt

Gedenksoiree
mit einer szenischen Lesung aus den Erinnerungen von Gertrude Pressburger
Gemeinsame Veranstaltung mit dem österreichischen Parlament unter dem Ehrenschutz des Präsidenten des Nationalrats Wolfgang Sobotka und mit dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
„Das Niedrigste wird aus den Leuten heraus geholt, nicht das Anständige.“ Mit ihrer Warnung vor der Hass schürenden Sprache der Rechten wurde die Wienerin Gertrude Pressburger populär. Dann erzählte sie ihre ganze Geschichte.

Als Gertrude Pressburger 1947 nach Wien zurückkehrt, muss sie die Stadt als „Feindesland“ empfinden. Sie bekommt überall zu spüren, dass jüdische Heimkehrer/innen ungern gesehen sind. Der Wiedereinzug in ihre alte Wohnung wird ihr verwehrt mit dem Hinweis, dass sie ja erst 11 gewesen sei beim Auszug ihrer Familie 1938, und ihr die Wohnung also nicht „gehört“ haben könne. Dass ihre Familie nach jahrelanger Flucht durch Italien und über den Balkan nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht wurde und sie als einzige überlebte, interessiert die Behörde nicht. Durch Ereignisse dieser Art wurden für Gertrude Pressburger die Orte ihrer Wiener Kindheit tabu und das Sprechen über Auschwitz war ihr, wie vielen Überlebenden, jahrzehntelang unmöglich. Ihre im Jänner 2018 erschienenen Erinnerungen, von Marlene Groihofer für den Zsolnay Verlag aufgezeichnet, enthalten die andere Geschichte von Wien und eine eindrucksvolle Mahnung an künftige Generationen.
Schauspieler/innen präsentieren nun das Buch in einer szenischen Lesung mit musikalischem Beiprogramm. Gespräch im Anschluss. Vor 80 Jahren, am 9. November 1938, wurden in der Reichspogromnacht in ganz Nazi-Deutschland jüdische Einrichtungen und Geschäfte zerstört und die Judenverfolgung unter viel Beifall zur Schau gestellt. Parlament und Volkstheater richten zu diesem Anlass seit Jahren eine gemeinsame Gedenkveranstaltung aus. Wie schon 2017/18 beim Gastspiel Strandflieder oder Die Euphorie des Seins beteiligt sich auch das Wiener Wiesenthal Institut an Soiree und Rahmenprogramm.

 
  • DI 06. NOV 2018 19.30