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© Katja Hasenöhrl / Volkstheater
© Katja Hasenöhrl / Volkstheater
Wie kannst du erkennen: Das ist der Moment, wo dein Land nicht mehr deine Heimat ist?
Uraufführung

Hakoah Wien

von Yael Ronen und Ensemble
Übernahme vom Schauspielhaus Graz
Wien um 1930: Ein junger Jude träumt von einem Leben in Tel Aviv. Tel Aviv 2012: Der Enkel dieses Mannes träumt davon, österreichischer Staatsbürger zu werden.

„Beide müssen ihre Identität finden und zwar in einer Zeit der Gewalt, des drohenden Krieges“, schreibt die Autorin und Regisseurin Yael Ronen. „Die Geschichte, die wir erzählen, handelt von zwei Generationen der gleichen Familie, von Emigration, Nationalgefühl, Fußball und Männlichkeit.“ Yael Ronens Großvater Wolf Fröhlich war Spieler in der legendären Fußballmannschaft des Sportclubs Hakoah (hebräisch: Kraft). 1909 gegründet, war Hakoah Wien Ausdruck des gestiegenen Selbstbewusstseins liberaler Jüdinnen und Juden und ihres positiven Bezugs zur Körperkultur, während andere Sportvereine Jüdinnen und Juden bereits damals mittels „Arierparagraphen“ ausgrenzten. 1936, am Vorabend des „Anschlusses“ an Nazi-Deutschland, kehrte Wolf Fröhlich Wien den Rücken und ging, wie viele andere Mitglieder der Hakoah, als begeisterter Zionist nach Palästina. Seine Enkelin Yael Ronen und ihr Bruder Michael, der als Schauspieler in der Produktion mitwirkt, haben Israel hingegen verlassen und leben in Berlin. Ausgehend von den gegenläufigen Migrationsbiographien entwickelte Yael Ronen gemeinsam mit den Schauspieler/innen am Schauspielhaus Graz Hakoah Wien, das 2013 mit dem Theaterpreis Nestroy ausgezeichnet wurde und mehrfach am Maxim Gorki Theater in Berlin gastierte. Nun kommt die Produktion endlich in die Heimatstadt von Wolf Fröhlich und der Hakoah: nach Wien.

 

Erfahren Sie mehr über Hakoah Wien im Volkstheater-Magazin.

Weitere Termine in Planung
  • Bühne Fatima Sonntag
  • Kostüme Moria Zrachia
  • Licht Thomas Trummer, Paul Grilj
  • Choreographie Moria Zrachia
  • Dramaturgie Irina Szodruch, Regina Guhl

mit Knut Berger (Oliver Aftergut), Julius Feldmeier (Großvater Fröhlich/Sascha), Sebastian Klein (Fußballfan Ulf/Kommentator), Michael Ronen (Michael Fröhlich), Birgit Stöger (Michaela Aftergut)

Pressestimmen

“Die vorerst schönste Komödie dieses Wiener Theaterherbstes trägt den Titel Hakoah Wien. (…) Hakoah Wien gleicht einer nach Wien-Leopoldstadt verlegten Komödie von Woody Allen. Viele der Einzelszenen pulsieren auf die köstlichste Weise.”

Ronald Pohl, Der Standard

Hakoah Wien ist eine so rasante wie temporeiche Aufführung, scharfsinnig und dazu überaus unterhaltsam. (…) Dem Team um Ronen glückt ein erzählerisch komplexes und zugleich amüsantes Werk über jüdisches Leben in Israel und der Diaspora, in selten szenischer Vitalität (wieder) auf die Bühne gebracht (…). Schwere Bühnenkost kommt bei Hakoah Wien leichtfüßig auf die Bühne, trocken und unsentimental, ohne dabei an Tiefgang zu verlieren. Es ist ein Spiel voller überraschender Wendungen und amüsanter Spielzüge, unerwartet und spannungsreich wie ein EM-Finale zwischen Deutschland und Österreich.”

Petra Paterno, Wiener Zeitung

Hakoah Wien von Yael Ronen begeistert im Volkstheater mit intelligenter Stilfusion und witzigem Spiel. Schwere Themen werden hier sinnlich-leicht, aber nicht billig abgehandelt.”

Barbara Petsch, Die Presse

“Getragen wird der 110-minütige Abend von einem spielfreudigen, äußerst wandlungsfähigen Ensemble. Während Yael Ronens Bruder Michael den fahrigen, von Selbstzweifeln getriebenen und in Wien zu neuer Euphorie auffahrenden Soldaten Michael gibt, vollzieht Birgit Stöger eine überzeugende Identitätswandlung. Knut Berger mimt den frustrierten Ersatz-Tormann mit unterdrückten homoerotischen Gefühlen mit einer herrlichen Mischung aus Machotum und Loser, Sebastian Klein sorgt als Hooligan mit weichem Herz für berührende Momente. Das Publikum zollte dem Ensemble lang anhaltenden, herzlichen Applaus.”

Kleine Zeitung