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© Menno Aden / Volkstheater
© Menno Aden / Volkstheater
Der Strick ist zu schade für sie
Österreichische Erstaufführung

Hangmen (Die Henker)

von Martin McDonagh
Deutsch von Michael Raab
An der Anzahl der Hinrichtungen gemessen, war Harry Wade nur der zweitbeste Henker des Vereinigten Königreichs, in seinem Selbstwertgefühl ist er jedoch Spitze – obwohl man ihn in Pension geschickt hat. Das langersehnte neue Stück von Martin McDonagh offenbart schwarzen britischen Humor vom Feinsten.

In einem trüben Pub in Nordengland, das er mit seiner Frau nach landesüblich rauer Tradition betreibt (Bestellungen nur am Tresen!), lässt sich Harry am Jahrestag seiner letzten Hinrichtung von seinen Fans feiern. Es ist auch der Tag, an dem in Großbritannien die Todesstrafe abgeschafft wird (1965), das Pub ist so voll wie lange nicht, und ein ehrgeiziger Reporter der Lokalzeitung versucht, Harry die letzten Wahrheiten über das Henken abzuringen – ebenso wie die größten Fiesheiten über seinen Erzfeind, den vormals vorgesetzten königlichen Henker Albert Pierrepoint. Als auch noch ein arroganter Unbekannter aus London ins Pub kommt, ein Zimmer mieten will und in einem unbeobachteten Moment mit der Tochter des Henkers schäkert, nimmt der bitterböse Krimi seinen Lauf. Die Vergangenheit holt sie alle ein.

Die Süddeutsche Zeitung erkannte in Hangmen bei der Uraufführung am Londoner Royal Court Theatre 2015 „ein Meisterwerk“, die New York Times sprach von einer „triumphalen Rückkehr“ des exzeptionellen Theaterautors und in Großbritannien wurde Hangmen als Stück des Jahres ausgezeichnet. Bekannt und als „Tarantino des Theaters“ entdeckt wurde der irischstämmige Martin McDonagh für seine Leenane-Trilogie; Der Leutnant von Inishmore und Der Kissenmann wurden Erfolge auch in Wien. Es inszeniert Volkstheater-Ensemblemitglied Lukas Holzhausen, der 2016 bei der Bezirke-Produktion Halbe Wahrheiten Regie führte.

 

Mehr über Hangmen (Die Henker) erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.

  • SA 25. FEB 2017 20.00 - 22.45
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  • SA 04. MRZ 2017 20.00 - 22.45
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  • MO 13. MRZ 2017 20.00 - 22.45
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Weitere Termine in Planung

mit Michael Abendroth (Pierrepoint), Rainer Galke (Mooney), Lukas Holzhausen (Harry), Sebastian Klein (Syd), Steffi Krautz (Alice), Kaspar Locher (Hennessy), Nils Rovira-Muñoz (Clegg), Alina Schaller (Shirley), Alfred Schibor (Charlie u. a.), Mario Schober (Arthur u. a.), Jürgen Weisert (Bill u. a.), Günther Wiederschwinger (Inspektor Fry)

Pressestimmen

„Ensemble, Ausstattung und Handwerk sind pipifein. Dem Volx ist ein solides Unterhaltungsstück gelungen. Es hat das Zeug zur Erfolgsproduktion.“ Michael Wurmitzer, Der Standard

„Lukas Holzhausen hat Hangmen, bereits in London viel gelobt, inszeniert und spielt den selbstgerechten Henker Harry Wade, den am Schluss des Abends sein grandseigneuraler Rivale Pierrepoint (fulminant: Michael Abendroth) in die Ecke treibt. Rainer Galke ist phänomenal als prächtiges Schlitzohr Mooney, wie ein Blitz fährt der Desperado in die bieder alltagsfaschistische Stammtischrunde, bedient von Harrys dem Gin zusprechender Gattin (Steffi Krautz) und manchmal auch von der unwirschen Shirley im Kilt (Alina Schaller) – die von einem Prinzen träumt, egal, wie er aussieht und wie alt er ist …“ Barbara Petsch, Der Standard

Hangmen ist sein [Martin McDonaghs] Comeback als Bühnenautor, als der er in den 90ern Erfolge feierte. Er ist Meister darin, existenzielle Fragen unterhaltsam und bodenständig zu verhandeln. Hier wird im Bierdunst und mit locker sitzenden Fäkalphrasen eine Kultur der Vorverurteilung und Selbstgerechtigkeit demaskiert. Und nebenbei ungesunder Wettbewerb im Berufsleben und der Trend zum Arbeit-nachhause-Nehmen grotesk verzerrt.“ Christina Böck, Wiener Zeitung

“(…) Sebastian Klein als Hinrichtungsassi und Rainer Galke als Störenfried Mooney wissen ihre schrägen Figuren scharf zu zeichnen: Wie Galke Pommes isst, macht einen im besten Sinne wahnsinnig (und all das Pub-Bier: sehr durstig).“

Martin Pesl, Falter