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Österreichische Erstaufführung

Heisenberg

von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Ein alter Mann sitzt am Bahnhof und wartet. Auf nichts. Das macht er öfter, das ist sein Hobby. Plötzlich spürt er etwas im Nacken. Das Etwas ist warm und feucht, das Etwas ist ein Kuss. Der Mann dreht sich um, eine fremde Frau lächelt ihn an.

Er: 75, Fleischhauer. Sie: 42, Killerin oder Kellnerin oder Sekretärin – egal, auf jeden Fall lügt sie viel und gerne. Er war nie verheiratet, hat keine Kinder und lebt alleine. Sie ist geschieden oder verwitwet oder nichts von beidem, auf jeden Fall hat sie einen erwachsenen Sohn, der ganz woanders lebt, aber auch das könnte eine Lüge sein. Er mag Schokolade mit Ingwer, sie mag Sex. Er geht viel spazieren, war noch nie auf Urlaub, bricht oft grundlos in Tränen aus, spricht im Traum mit seiner toten Schwester, liebt Musik (Techno, Dubstep, Bach) und schreibt seit 67 Jahren Tagebuch (genau 50 Worte täglich). Sie lacht viel und liest heimlich sein Tagebuch. Er weiß nicht mehr, wann er zuletzt mit einer Frau geschlafen hat, sie riecht nach Moschus und braucht Geld.

Ein Kuss kann vieles bedeuten – in Simon Stephensʼ traurigkomischer Romanze Heisenberg bedeutet er den Beginn einer bizarren Beziehung zwischen zwei Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, außer sich selbst. In der spröden Hingabe an den anderen finden sie – ja was? Keiner der beiden kann es klar benennen, vielleicht ist es Liebe, vielleicht nur eine Ahnung davon, konturlos wie ein Phantom, unscharf an den Rändern, aber es ist da!

Sebastian Schug, der in den Bezirken zuletzt Der Trafikant inszenierte, führt bei dieser seltsamen Amour fou Regie.

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mit Joanna Kitzl (Georgie Burns), Michael Abendroth (Alex Priest)