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© Käthe Schönle
Wenn ka Teufel nicht wär, wo kommt alles das Teufelszeug her?

Höllenangst

von Johann Nestroy
Posse mit Gesang in drei Akten
mit Couplets von Peter Klien (Text) und Clemens Wenger (Musik)
Der Schustersohn Wendelin geht einen ehrlichen Handel ein – und verliert dabei das Seelenheil. Zumindest in seiner Vorstellungswelt.

Auf der Flucht nach einem nächtlichen Stelldichein mit seiner heimlich angetrauten Adele steigt der junge Oberrichter von Thurming bei der verarmten Schusterfamilie Pfrim ein und wird von Wendelin, dem mit seinem Schicksal hadernden Sohn des Hauses, für den Leibhaftigen gehalten. Als von Thurming Wendelin für einen rettenden Kleidertausch reichlich Entlohnung verspricht, geht dieser einen Pakt mit dem vermeintlichen Teufel ein. In der festen Überzeugung, diesen fortan an seiner Seite zu haben, wird Wendelin von nun an von „Höllenangst“ getrieben, und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Verbrechen aus der Vergangenheit, Missetaten hoher Amtspersonen, politische Rivalitäten und geheimnisvolle nächtliche Handlungen sind die Ingredienzien von Nestroys rasanter dunkler Komödie. 1849 uraufgeführt, sind in dieser politischen Posse die Zeichen der Zeit weit deutlicher sichtbar als in den meisten anderen Stücken, die Nestroy nach der Revolution 1848 auf die Bühne gebracht hat.

Nach den zwei erfolgreichen Inszenierungen Isabelle H. (geopfert wird immer) und Der Menschenfeind untersucht der österreichische Regisseur Felix Hafner in seiner neuen Arbeit am Volkstheater die Mechanismen einer Gesellschaft im Umbruch. Die Couplets werden von dem Kabarettisten und Autor (Willkommen Österreich, ORF) Peter Klien aktualisiert, die Musikkompositionen und das Sounddesign stammen von Clemens Wenger, Musiker und Komponist der Wiener Soul-Band 5/8erl in Ehr’n.

Junges Volkstheater für Schulen

Die Expert/innenrunde bestehend aus Lehrer/innen, Schüler/innen und Student/innen empfiehlt:
Das Stück ist geeignet für Schüler/innen ab 14 Jahren. Die Vor- bzw. Nachbereitung ist sinnvoll. In Vorbereitung auf den Theaterabend sollte auf die Funktion der Couplets und die politischen Hintergründe zur Zeit Nestroys eingegangen werden. Mit folgenden Unterrichtsthemen lässt es sich besonders gut verbinden:
– österreichische Literatur- und Theatergeschichte: Nestroy und die Hintergründe zu Stück und Couplets
– österreichische Geschichte und Sozialkunde des 19. Jahrhunderts
– Wiener Revolution 1848 (Metternich, Zensur, gesellschaftliche Situation, Bevölkerungsstruktur)
– Realität / Wahrheit / Religion / Aberglaube
– Teufelsbündnisse / Teufelssagen
– Wie funktioniert Komödie?
– Sprache bei Johann Nestroy
Weitere Infos zu den Angeboten für Schulen finden Sie hier.

  • DI 21. NOV 2017 19.30 - 21.20
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  • DI 28. NOV 2017 19.30 - 21.20
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  • FR 01. DEZ 2017 19.30 - 21.20
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  • MO 11. DEZ 2017 19.30 - 21.20
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  • SO 17. DEZ 2017 15.00 - 16.50
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  • DO 21. DEZ 2017 19.30 - 21.20
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mit Gábor Biedermann (Freiherr von Reichthal), Thomas Frank (Wendelin), Günter Franzmeier (Pfrim), Isabella Knöll (Rosalie), Laura Laufenberg (Baronesse Adele von Stromberg), Kaspar Locher (von Arnstedt), Valentin Postlmayr (Johann), Christoph Rothenbuchner (von Thurming), Claudia Sabitzer (Eva), Mario Schober (Gendarm), Stefan Suske (Freiherr von Stromberg), Luka Vlatković (Ignaz)

Pressestimmen

„Nestroys Höllenangst, sehenswert und erstaunlich unbequem inszeniert im Wiener Volkstheater.“ Guido Tartarotti, Kurier

„Felix Hafner inszeniert „Höllenangst“ mit einem fulminanten Ensemble. (…) Felix Hafner schälte im Wiener Volkstheater erfolgreich wieder die zeitlose Parabel aus dem auf den ersten Blick verwickelten Stück. (…) Alles in allem: eine amüsante und gescheite Aufführung, knapp zwei Stunden, ohne Pause.“ Barbara Petsch, Die Presse

„Als Wendelin und dessen versoffener Vater brillieren Thomas Frank und Günter Franzmeier.“ Martin Lhotzky, Falter

„Die Couplets, eine weitere Sollbruchstelle vieler Nestroy-Bearbeitungen, gelingen erstaunlich gut. Peter Klien, Kabarettist und bekannt als Polit-Reporter der TV-Satire „Willkommen Österreich“, verfasste zündende Miniaturen, die von Soundtüftler Clemens Wenger in ein Rap-Format gebracht wurden.“ Petra Paterno, Wiener Zeitung

„Thomas Frank stattet seinen Wendelin mit erstaunlicher Finesse aus, grobschlächtig wie feinfühlig zugleich und äußerst präzise, vor allem im Zusammenspiel mit Günter Franzmeier, der den Vater Pfrim gekonnt als den trüben Verhältnissen geschuldetes Alkohol-Wrack gibt.“
Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung

„Vor allem Günter Franzmeier als illuminierter Schuster Pfrim sowie sein Sohn Wendelin (Thomas Frank) (…) und dessen herzallerliebste Rosalie (neu am Volkstheater Isabella Knöll) loten ihre Figuren aus, legen darstellerische Gustostückerln auf die Bühnenbretter und heimsen dafür verdienten Szenenapplaus ein. Diese „Höllenangst“ ist nichts zum Fürchten, sondern eine recht erfreuliche Theaterproduktion.“
Reinhold Reiterer, Kleine Zeitung