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© Marlies Plank / Volkstheater
Wovor haben Sie Angst?
Österreichische Erstaufführung

Ihre Version des Spiels

von Yasmina Reza
Eine berühmte, doch zurückgezogen lebende Schriftstellerin stellt entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten bei einer Lesung ihr neuestes Buch Das Land des Überdrusses dem Publikum vor.

Doch was mit der liebenswürdigen Einladung eines provinziellen Bibliothekars und Hobbylyrikers beginnt, wird vor den Augen des Publikums schon bald zu einem abgründigen Tanz der Worte zwischen hingebungsvoller Bewunderung und unverhohlener Verachtung. Denn die selbstbewusste Literaturkritikerin, die mit der viel bewunderten Autorin über deren neuen Roman ein Gespräch führen soll, beginnt diese mehr und mehr mit Fragen zu bedrängen. Zunehmend gewinnt das Spiel um Fiktion und Realität, Macht und Verunsicherung, Masken und die Leere, die bleibt, wenn diese langsam abzufallen drohen, an Grausamkeit. Wann ist der Moment, in dem aus Idolen Opfer werden?

Yasmina Reza, die seit Kunst (1994) zu den meistgespielten Theaterautor/innen Europas zählt, schafft es immer wieder mit großer Meisterschaft, in den scheinbar angriffsfreien bürgerlichen Lebensrealitäten zwischenmenschliche Abgründe aufbrechen zu lassen. In Ihre Version des Spiels der 1959 in Paris geborenen, vielfach ausgezeichneten Dramatikerin wird der Albtraum einer Autorin auf der Bühne lebendig.

Regie führt Sebastian Kreyer, dessen Kölner Inszenierung von Die Glasmenagerie zum Festival Radikal jung eingeladen war. Zuletzt war Kreyer am Theater Bonn, am Theater Bremen, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg sowie am Schauspielhaus Zürich tätig.

 

Erfahren Sie mehr über Ihre Version des Spiels im Volkstheater-Magazin.


mit Anja Herden (Nathalie), Birgit Stöger (Rosanna), Dominik Warta (Roland), Günther Wiederschwinger (Bürgermeister)

Pressestimmen

„An der Regie von Sebastian Kreyer ist jedenfalls nichts auszusetzen, Anja Herden profilierte sich bestens als auf ihr Image bedachte, in ihr neues Kleid gezwängte Nathalie, Birgit Stöger war schon vom Outfit her – schwarze, weiß gepunktete Schlabberhose – eine Konventionen hinterfragende Karriere-Journalistin, Dominik Warta ein sein Fähnchen nach dem Wind richtender Beamter und Günther Wiederschwinger punktete als schleimiger, auf Reputation bedachter Bürgermeister.“

Hilde Haider-Pregler, Wiener Zeitung

„Der Reza-Faktor errechnet sich bekanntlich aus der Gleichung Unsympath plus Alkohol ist gleich Eskalation. Wobei Regisseur Sebastian Kreyer diese Klausel elegant aushebelt. Er macht aus dem Stück Boulevard eine melancholische Komödie. Viel spielt sich in Zwischentönen ab, viel ausschließlich mimisch. Rezas Schablonen entwickelt Kreyer zu fein ziselierten Figuren, die an den emotionalen Kampfschauplätzen gegen einander antreten. Die darstellerische Turbotaste wird auch, aber nur selten gedrückt. (…) Ein gelungener Auftakt für das Volkstheater in den Bezirken. Einer, der Lust auf mehr macht. Intendantin Anna Badora setzt hier auf ein ambitioniertes Programm.“

Michaela Mottinger, Mottingers-Meinung.at