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© Daniel Skowronek / Volkstheater
Damit ich nur erwache aus diesem verfluchten Spuk ...
Uraufführung

Klein Zaches – Operation Zinnober

nach der Erzählung von E. T. A. Hoffmann
Bühnenstück von Péter Kárpáti/ Deutsch von Sandra Rétháti
„Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten, gelangt zur Wahrheit.“ E. T. A. Hoffmann

Obwohl vor vielen Jahren die totale Aufklärung im Kleinstaat beschlossen und alle Feen und Zauberwesen des Landes verwiesen wurden, gelang es einigen von ihnen, darunter Fee Rosabelverde, unterzutauchen. Sie ist es auch, die dem missgestalteten Bauernkind Klein Zaches die Wundergabe zukommen lässt, in jedermanns Auge gefällig und bemerkenswert zu erscheinen. Und sie sorgt dafür, dass der Zwerg zwanzig Jahre später die Verhältnisse im Staate aufmischt. Alles, was Menschen in Zinnobers Umfeld an Leistung hervorbringen, wird diesem zugesprochen. So erobert er im Sturm die Universitätsstadt Kerepes und spannt dem jungen Studiosus Balthasar die Geliebte Candida aus. Balthasar muss verzweifelt beobachten, dass die Erfolge des Zwerges umso fulminanter sind, desto gemeiner und größenwahnsinniger dieser sich verhält. Zinnober macht eine steile politische Karriere, steigt vom Staatssekretär zum Innenminister auf und bringt schließlich das ganze Land unter sein Diktat. Bald verlassen die besten Kräfte das Land. Balthasar, der noch einen Sensor für das Unbegreifliche und Wunderbare bewahrt hat, sieht sich allein vor die Aufgabe gestellt, dem um sich greifenden Irrsinn zu Leibe zu rücken. Da kommt Hilfe aus ungeahnter Richtung…

Der ungarische Regisseur Victor Bodo nimmt E. T. A. Hoffmanns romantisches Kunstmärchen über eine gescheiterte Aufklärung aus dem Jahr 1819 zur Spielvorlage, um den grotesken Auswüchsen eines autoritären Obrigkeitsstaates künstlerisch nachzuforschen.

 

Mehr über Klein Zaches – Operation Zinnober erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.

 

 

 

 

 

 


mit Gábor Biedermann (Zaches/Zinnober), Thomas Frank (Minister/Mister), Günter Franzmeier (Egon), Anja Herden (Fee Rosabelverde), Evi Kehrstephan (Candida), Christoph Rothenbuchner (Balthasar), Claudia Sabitzer (Staatssekretärin/Sekretärin), Stefan Suske (Mosch Terpin), Jan Thümer (Großfürst/Kleinfürst), Luka Vlatković (Fabian), Pablo Leiva (Kamera), Paul Spittler (Kameraassistent), Charlotte Kallenberg (Komparserie), Nitzan Bartana/Alejandro Loguercio (Violine), Patrick Dunst/Christoph Pepe Auer (Klarinette/Saxophon), Klaus von Heydenaber/Maciej Skarbek (Klavier), Uli Soyka/Simon Springer (Schlagwerk)

Pressestimmen

„Gábor Biedermann gibt den Zaches/Zinnober. Der 1,87-Meter-Mann verzwergt sich allein durch Mimik und Gestik, das ist große Kunst, wie er aus dem unflätigen Unhold einen ordinären Aufsteiger macht, die Schläge, die er bisher fürchtete nun selber austeilend.“

Michaela Mottinger, Mottingers-Meinung

„Die heftigsten Metamorphosen sind Evi Kehrstephan als Candida (vielleicht nach Voltaires Candide) verordnet worden: die idealistische Liebende, das rebellische Girlie, das dem Vater eins auswischen will, aber sich nicht recht traut, der Automat und die Sexsklavin, Kehrstephan ist großartig. (…) Anja Herden ist fabelhaft als Rosabelverde, bei Hoffmann eine Fusion aus Fee und Aristokratin. (…) Jan Thümer parodiert so geschmackvoll wie treffend den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.“

Barbara Petsch, Die Presse

„Günter Franzmeier rockt an der E-Gitarre (Szenenapplaus!) und hält bis zur Erschöpfung den Ton im „Kleinzack“-Lied aus Offenbachs „Erzählungen“. Süffisante Musikakzente (von Klaus von Heydenaber) aus dem Graben. Und viel, viel Video. Pablo Leiva saust mit der Handkamera durch die Szenen, ein genialer Bildschöpfer!“

Hans Haider, Wiener Zeitung

„Ein Höhepunkt ist das Duell zwischen Fee (Anja Herden) und Zauberer (Günter Franzmeier), Bühnenarbeiter wie Ensemble leisten aber die gesamten zwei Stunden Außerordentliches.“

Thomas Trenkler, Kurier

„Die Macht Zaches‘, den Gábor Biedermann quecksilbrig als ekelhaften Troll gibt, ist dahin. Doch selbst er kann Regisseur Victor Bodo, seinen Ausstattern, dem für die Livemusik verantwortlichen Klaus von Heydenaber und seinen tollen Spielern die Fantasie nicht austreiben. Was sie mit wenigen Versatzstücken, toller Kamera und Musik zaubern, ist bald erstaunlich. (…) Eine herzhaft rasende Theater-Fantasterei vom Ensemble furios hingezaubert.“

Stefan Musil, Kronen Zeitung

„Fantastisch, wie Bodo die Tonalität der für Hoffmann so typischen Nachtschattenkomik trifft. Natürlich unterstützt von einem groß aufspielenden Ensemble, allen voran Gabór Biedermann, der seinem Zaches die aufreizende Mistkerlhaftigkeit verleiht, die trotzige Losertypen gern vor sich hertragen. Claudia Sabitzer, Jan Thümer, Thomas Frank liefern glänzende Karikaturen autoritärer Obrigkeit, Günter Franzmeier und Anja Herden amüsieren als verfeindete Zauberwesen. Verdienter Jubel nach zwei kompakten Theaterstunden.“

Ute Baumhackl, Kleine Zeitung

„Mit seiner technisch versierten Inszenierung dieses düsteren Märchens beweist sich der ungarische Regisseur Victor Bodo als Tim Burton des Theaters: humor- und fantasievoll, dabei immer eher bissig als lieblich. Das Ensemble schafft sensationell schrullige Figuren, das Orchester, der Kamera- und der Bühnendienst holen das Maximum aus dem Theaterwerkl raus. Ein Hit.“

Martin Pesl, Falter

„Christoph Rothenbuchner turnt in dieser Rolle über sich selbst hinaus. Also, turnen tut er wirklich viel, bemerkenswerter noch aber ist seine lässig, sich beständig über den Haufen werfende Mimik.“

Theresa Luise Gindlstrasser, Nachtkritik