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König Ottokars Glück und Ende

von Franz Grillparzer
mit englischen und tschechischen Übertiteln
König Ottokar von Böhmen steht vor dem Scherbenhaufen seiner Macht- und Heiratspolitik. Von seiner Frau hatte er sich getrennt für eine jüngere, die ihm einen Thronfolger schenken sollte, bei der Kaiserwahl fiel er daraufhin durch.

Nun muss er mit eigenen Ohren hören, wie seine früheren Untertanen sich dem römisch-deutschen Kaiser Rudolf I. von Habsburg andienen. Ein steirischer Dichter empfiehlt Rudolf in blumigen Worten, sich Österreichs als eines wangenrot daliegenden Jünglings anzunehmen („Er ist ein guter Herr, es ist ein gutes Land“), auch der Wiener Bürgermeister läuft vom Böhmenkönig zum Habsburger über – „O Wiener! Leichtbeweglich Volk!“, seufzt Ottokar.
Grillparzers historische Parabel ist seit fast 200 Jahren ein Hauptbeitrag des Theaters zur österreichischen Identität, allein am Burgtheater und am Volkstheater wurde das Stück unzählige Male gegeben. Nun inszeniert zum ersten Mal ein tschechischer Regisseur das Trauerspiel, das von der k.u.k.-Zensur anfänglich wegen „Böhmenfeindlichkeit“ zurückgehalten wurde und das bis heute nicht ins Tschechische übersetzt worden ist.
In Dušan David Pařízeks fünfter Arbeit am Volkstheater (nach Nora³, Alte Meister, Selbstbezichtigung, Das Narrenschiff) spielt der tschechische Schauspieler Karel Dobrý die Titelrolle.

  • SO 16. JUN 2019 19.30 - 21.40
    Tickets
  • DI 18. JUN 2019 19.30 - 21.40
    Tickets
    ZUM LETZTEN MAL

mit Gábor Biedermann (Braun von Olmütz), Karel Dobrý (Primislaus Ottokar), Peter Fasching (Zawisch von Rosenberg), Thomas Frank (Seyfried Merenberg), Rainer Galke (Margarethe von Österreich/Paltram Vatzo/Friedrich Zollern), Anja Herden (Kunigunde von Massovien), Lukas Holzhausen (Rudolf von Habsburg)

Pressestimmen

„Ein witziger, großartiger und überraschend aktueller Abend.“
Sara Schausberger, Falter

„So trocken wie Pařízek und sein Ensemble muss man dieses Stück erst einmal über die Bühne bringen.“
Wolfgang Kralicek, Süddeutsche Zeitung

„Einmal mehr beweist das Volkstheater, dass es das junge Publikum nicht übel zu bedienen weiß, mit Klassikern, die, zur Kenntlichkeit entstellt, Spaß mit Substanz verbreiten. … In dieser Aufführung steckt Wahrheit – von gestern und heute. (…) Charismatisch: Karel Dobry als Protagonist. (…) herrlich, heftig: Anja Herden (…) großartig: Peter Fasching (…) Beredt, sprachlich wie spielerisch, ist Gábor Biedermanns Kanzler.“
Barbara Petsch, Die Presse

„Zu den Höhepunkten des Abends zählt nicht nur das Zusammenspiel Lukas Holzhausens mit Rainer Galke, sondern auch der Schwyzerdütsch-Nachhilfeunterricht, den der sich kumpelhaft gebende neue Kaiser allen Menschen seiner Umgebung angedeihen lässt. (…) Thomas Frank gefällt nicht nur als betont naiver steirischer Recke Merenberg, sondern auch als Springbrunnen.“
Wolfgang Huber-Lang, APA

„Rainer Galke liefert in der Rolle des Wiener Bürgermeisters eine vokale wie performative Glanznummer – als Nacktbadender an der Alten Donau. (…) Dušan David Pařízek treibt Franz Grillparzers Historiendrama die staatstragenden Machtposen aus, zugunsten eiskalter Höflichkeitsspiele – und von Witz.“
Margarete Affenzeller, Der Standard

„Grillparzer, hinreißend durchgeknallt inszeniert von Dušan David Pařízek. (…) Die Darsteller waren sehr, sehr gut.“
Guido Tartarotti, Kurier