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© Aslan Kudrnofsky / Volkstheater
© Aslan Kudrnofsky / Volkstheater
Uraufführung

Lost and Found

von Yael Ronen und Ensemble
Von der Keimzelle der Gesellschaft zum Auge des Sturms: Die westliche Familie kündet von tiefgreifenden Veränderungen der sozialen Welt, die sie umgibt.

Als die Geschwister Maryam und Elias mit ihren (Ex-)Partner/innen wieder aufeinandertreffen, entwickelt sich ein komödiantisches Ringen um ein neues und passendes Modell von Familie. Bis das Eintreffen eines Cousins, der aus dem Irak geflüchtet ist, gänzlich neue Fragen aufwirft.

Die Regisseurin Yael Ronen entwickelt ihre Arbeiten ausgehend von Interessenspunkten, die sie gemeinsam mit den Schauspieler/innen im Lauf der Proben mit den Mitteln des Theaters ausarbeitet. Ihr Theater bleibt nah an den Erzähler/innen, deren Geschichten es verfolgt, es ist dem Zuhören verpflichtet und setzt dort an, wo große Konflikte ihre Dramatik in den Biographien der Einzelnen entfalten.

Nach Hakoah Wien, das dem jüdischen Erbe Wiens nachgeht, widmet sich Yael Ronen mit ihrer zweiten Premiere in dieser Spielzeit erneut heutigen Lebensrealitäten dieser Stadt.

 

Erfahren Sie mehr über Lost and Found im Volkstheater-Magazin.

  • DI 20. SEP 2016 20.00 - 21.30 Kaufen
    Wiederaufnahme - 21.30 Uhr Weißer Salon: Publikumsgespräch
  • SA 08. OKT 2016 20.00 - 21.30 Kaufen
    zum letzten Mal
Weitere Termine in Planung
  • Bühne Tal Shacham
  • Kostüme Amit Epstein
  • Musik Yaniv Fridel, Ofer (OJ) Shabi
  • Video Jan Zischka
  • Licht Klaus Tauber
  • Dramaturgie Veronika Maurer

mit Knut Berger (Schnute), Anja Herden (Camille), Sebastian Klein (Elias Sabry), Birgit Stöger (Maryam Sabry), Jan Thümer (Jochen), Osama Zatar (Yousef)

Pressestimmen

“Ronen beweist ausgefeilte Comedy-Qualitäten. Es erstaunt, dass ein im Ensemble entwickelter Text ein so nahtloses, in sich schlüssiges Räderwerk ergibt, das erstklassige, an Larry David und andere Hollywood-Konsorten erinnernde Dialoge enthält. Zudem hat die in Berlin lebende israelisch-österreichische Regisseurin Gespür für interkulturelle Klüfte und damit verbundene Vorurteile. (…) Besser (so schnell, so klug, so heiter) lässt sich unsere überforderte Gesellschaft derzeit kaum aufschlüsseln: ein Stück mit Zukunftspotenzial.”

Margarete Affenzeller, Der Standard

“Der Stoff ist aktuell, die Handlung erscheint auf den ersten Blick banal. Doch Ronen ist mit ihrem Team in dem flotten Kammerspiel ein kleines Meisterwerk voller Gags gelungen. Wie bei früheren Stücken, etwa Hakoah (das unter der neuen Volkstheater-Direktorin Anna Badora aus Graz für Wien übernommen wurde), überzeugt die Aufführung durch ihre Spontaneität, durch ihren Witz und das rare Talent, platte Alltagssprache aufzuspießen, all die Lebenslügen der abgesicherten Boheme zu enthüllen – lauter heutige Charaktere mit ihren lässlichen Sünden und großen Träumen. (…) eine wunderbare, kluge und auch herzige Aufführung, die das Ensemble hervorragend auf die Bühne bringt. Ein Höhepunkt der bisherigen Saison.”

Norbert Mayer, Die Presse

“Dass dieses Stück so ans Herz geht, liegt an Yael Ronens unvoreingenommenem Blick auf die gezeigte Situation. Alle sind überfordert. Niemand weiß, was eigentlich zu tun ist. Und das, was zu tun wäre, erfordert Entbehrungen. Dass es nach all den Verlusten auch zu Zugewinnen kommt, wird erst in den letzten Minuten des Abends – übertitelt mit “Found” – angedeutet. Was das für jeden Einzelnen bedeutet, ist genauso vielfältig wie die eingangs erwähnten Verluste. Langer, herzlicher Applaus beendete den Abend.”

Sonja Harter, APA

“Keine Frage: Die österreichisch-israelische Regisseurin Yael Ronen ist die lustigste Frau im deutschsprachigen Theater. (…) Kein noch so schwieriges Thema – vom Nahostkonflikt über Völkermorde bis zur aktuellen Flüchtlingskrise -, das durch ihren trockenen Humor nicht unverzagt mit all seinen Widersprüchlichkeiten ganz nah herangezoomt würde. Ronens Stärke ist es, große, weltpolitisch brisante Fragen in kleinen, persönlichen Geschichten zu verankern.”

Karin Cerny, Spiegel Online

“Wirklich weh tut dieser Abend nicht. Aber vielleicht muss es das ja auch nicht. Vielleicht ist es ja gerade das, was das Theater – immerhin – leisten kann: Uns zu lehren, über die eigene Hilflosigkeit zu lachen. Nicht, damit wir uns entspannt zurücklehnen, weil wir ja eh nichts tun können. Und nicht, damit wir die verlorene Unschuld wiederfinden. Aber eben auch nicht, damit wir vor lauter Schuldbewusstsein kapitulieren. Sich seine Überforderung – auch in ihrer Lächerlichkeit – einzugestehen, könnte befreiend sein. Und damit der erste Schritt, sie zu überwinden.”

Christoph Leibold, Deutschlandradio Kultur