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© Stefan Krische / Volkstheater
© Stefan Krische / Volkstheater
Weggehaucht die Vergangenheit. Alles Gegenwart, ohne Zukunft.

Medea

von Franz Grillparzer
Dramatisches Gedicht
Mit freundlicher Unterstützung der WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG
Vier Jahre sind der einstige Held der Griechen, Jason, und seine Ehefrau Medea aus Kolchis mit den beiden gemeinsamen Kindern über die Meere gekreuzt und fanden nirgendwo Aufnahme.

Nicht in der Heimat Jasons und auch sonst nirgendwo will man jenen Mann aufnehmen, der zwar das Goldene Vlies, ein mit magischen Kräften ausgestattetes Widderfell, von den Kolchern zurückerbeutet, dabei aber eine Spur von Unglück und Mord hinterlassen hat. Die Odyssee hat das Paar zermürbt, und Jason beginnt seine Heirat mit der Königstochter aus Kolchis zu bereuen. König Kreon endlich, der Jason schon aus dessen Kindertagen kennt, gewährt ihm Aufnahme in Korinth und duldet nach langem Zögern auch die Anwesenheit der Barbarin Medea, über deren Wildheit ebenso viele Gerüchte existieren wie über ihre magischen Kräfte. Kreons Tochter Kreusa macht es sich zur Aufgabe, die Frau ihrer einstigen Jugendliebe in die griechischen Verhältnisse einzuführen und deren Kinder zu sozialisieren. Medea, die sich all ihrer magischen Hilfsmittel entledigt hat, unternimmt willig den Versuch der Anpassung an die ihr fremde Kultur. Aber Jason wendet sich von ihr ab. Das Gerücht von einem Mord, den Medea an Jasons Oheim begangen haben soll, spitzt die Lage zu. Kreon verbannt die Fremde, entzieht ihr binnen 24 Stunden das Bleiberecht und beraubt sie ihrer Kinder. Medea rast vor Verzweiflung und wird zu der, die man in ihr gesehen hat – eine mordende Megäre.

Medea  bildet den Schwerpunkt der zwischen 1818 und 1821 von Franz Grillparzer geschriebenen Trilogie Das Goldene Vlies. Regisseurin Anna Badora hat Erfahrung im Umgang mit antiken Stoffen. 2002 inszenierte sie in Düsseldorf und Epidauros Antigone von Hölderlin/Walser und 2013 Klytaimnestra am Schauspielhaus Graz.

 

Mehr über Medea erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.

  • DI 25. APR 2017 19.30 - 22.00
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    mit englischen Übertiteln/with English supertitles
  • FR 28. APR 2017 19.30 - 22.00
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  • FR 12. MAI 2017 19.30 - 22.00
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  • DI 30. MAI 2017 19.30 - 22.00
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Weitere Termine in Planung

mit Michael Abendroth (Aietes/Herold der Amphiktyonen), Gábor Biedermann (Jason/Phryxus), Günter Franzmeier (Kreon), Anja Herden (Gora), Evi Kehrstephan (Kreusa), Michael Köhler (Absyrtus), Stefanie Reinsperger (Medea), Sarah Pritchard-Smith/Luana Otto (Die junge Medea), Phillip Bauer, Nikolaus Baumgartner, Oskar Salomonowitz, Simon Stadler-Lamisch, Johannes Brandweiner (Medeas Kinder)

Pressestimmen

„Im Zentrum der Handlung stehen Medeas vergebliche Bemühungen, sich zu ‘integrieren’. Die Versuche der moralisch flexiblen Prinzessin Kreusa (großartig: Evi Kehrstephan), Medea westliches Benehmen beizubringen, demütigen diese nur. Medea bleibt eine Zumutung. Beim kalt-geschmeidigen König Kreon, einem biegsamen Realpolitiker (sensationell: Günter Franzmeier) hat sie sowieso keine Chance.“

Guido Tartarotti, Kurier

„Als sich die Bühne in Richtung Vergangenheit dreht, will sie Medea mit aller Kraft zum Stehenbleiben bringen. Aber die Gewalt des Unausweichlichen ist zu stark. Medea muss ihre bösen Erinnerungen aussitzen. Das ist einer der Kniffe, mit denen in Anna Badoras Neuinszenierung im Volkstheater Grillparzers Goldenes Vlies-Trilogie kompakt zusammengeschachtelt wird.“

Christina Böck, Wiener Zeitung

„Das Engagement der Regisseurin Anna Badora durch die gleichnamige Direktorin rechnet sich abermals: Assoziationen zur aktuellen Flüchtlingskatastrophe werden nur in sparsamen optischen Zitaten zugelassen. Und doch ist das Gültige am Schicksal der ‘Barbarin’, die dem Griechen Jason in ihren Untergang folgt, mit Händen zu greifen. Thilo Reuthers Bühnenbild ist klar und kühl und wird von großen Spiegeln dominiert, die dem Publikum – nicht neu, aber wirksam – Teilnahme aufnötigen.“

Heinz Sichrovsky, News

„Das sieht sehr klug und modern aus. Und mit den Rückblenden zieht Badora der Geschichte sogar eine psychologische Unterströmung ein, die das Stück eigentlich nicht hat. Auch das magische Moment der Zauber-Frau wird kenntlicher. Und dieser Differenzierung gegenüber wirkt Stefanie Reinsperger als zentrale Protagonistin noch etwas energischer – wie fast immer ist sie vor allem Feuer und Flamme; die Wiener Senkrechtstarterin, ‘Schauspielerin des Jahres’ im Vorjahr und damals noch am Burgtheater, agiert ja eher selten ziseliert und filigran. In ihr brodelt’s und brennt’s immerzu – insofern passt sie zur Medea. Aber neben ihr markieren Gabor Biedermanns Jason, Anja Herdens Gora und Michael Abendroth in hoch konzentrierten Herrscher-Partien die strukturell durchdachte Kraft dieser Aufführung.“

Michael Laages, Deutschlandradio Kultur

„Im Zentrum steht, wie Mutter Erde, die Zauberin; Stefanie Reinsperger ist als Medea wie immer eine Urgewalt auf der Bühne (…).An ihrer Seite brilliert Gábor Biedermann als ein Jason, der im lakonischen Tonfall seiner Liebe zwar abschwören kann, doch bis zuletzt die Ekstase, die Passion Medeas in der neuen, schönen, aalglatten Welt sucht. Biedermann, am Volkstheater bis dato immer eine sichere Bank, überzeugt auch diesmal. Und wieder zeigt er neue Seiten seines schauspielerischen Könnens.“

Michaela Mottinger, Mottingers Meinung

„Stefanie Reinsperger beherrscht alle Töne der von der Regie erweiterten Farbpalette, von sengendrot (ihre anfangs bedingungslose Liebe zu Jason) über versöhnlichblau (den Anstrengungen, ihren Gastgebern zu genügen) bis hin zu höllenschwarz (der Kindsmord, konsequent umgesetzt).“

Eva Biringer, nachtkritik.de