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© Zef Depplin / Volkstheater
Uraufführung

Nachtschicht

von Jessica Glause und Wiener Nachtarbeiter/innen
Theatrale Feldforschung
In Wien gibt es rund 170.000 Menschen, die nachts arbeiten: vom Bäcker und Würstlstandbetreiber zur Taxifahrerin und U-Bahn-Kontrolleurin, von Pflegepersonal und Notdienst bis zu Polizei und Security.

Es sind Menschen, deren Arbeit im Stadtleben oft unbemerkt bleibt. Sie haben die Nacht für ihre Existenz gewählt, freiwillig oder von Umständen genötigt. In Nachtschicht reflektieren verschiedene Dienstleister/innen der Nacht über ihre eigene soziale und ökonomische Lage und die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit. Was heißt es, aus dem Rhythmus des Tages zu fallen? Hat es Konsequenzen für das soziale Leben, für Familie, Freund- und Partnerschaft? Welche Ängste und Sehnsüchte kommen in der Dunkelheit auf? Ermöglichen die nächtlichen Arbeitsstunden gar ungeahnte Freiheiten? Nachtschicht schöpft aus dem Fundus urbaner Geschichten. Die unterschiedlichen Perspektiven verhandeln das Leben in einer nächtlichen Parallelwelt und werden zu einer Bestandsaufnahme der Stadt bei Nacht. Fakten und Fiktion vermischen sich zu einer neuen theatralen Stadtrealität. Regisseurin Jessica Glause, geboren 1980 in Niedersachsen, hat vielfältige Erfahrung mit partizipativen Theaterprojekten aufzuweisen. Ihre recherchebasierte Produktion zum Thema Homosexualität mit Bürger/innen der Republik Moldau gewann den Publikumspreis des deutsch-europäischen Bürgerbühnenfestivals am Staatsschauspiel Dresden und wurde unter anderem zum Festival Radikal jung und zum Festival Politik im freien Theater eingeladen. Mit der theatralen Feldforschung zu Nachtarbeiter/innen in Wien eröffnet sie das Volx/Margareten als zweite ständig bespielte Bühne des Volkstheaters.
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Günther Wuchterl und Dr. Norbert Fiala, Kuffner Sternwarte und Dr. Brigitte Holzinger, Institut für Bewusstseins- und Traumforschung.

 

Erfahren Sie mehr über Nachtschicht im Volkstheater-Magazin.


mit Claudia Kubista, Ingrid Lang, Régis Mainka, Solbritt Matich, Peter Rodriguez Poveda, Farag Said, Günter Schatzl

Pressestimmen

„Mit Nachtschicht gelingt eine schöne, konzentrierte theatrale Feldforschung, sie ist in ihrer Aufrichtigkeit und Mitmenschfokussiertheit jetzt schon nicht mehr aus der Welt zu denken.“

Margarete Affenzeller, Der Standard

„Ein Libyer, ein Barkeeper, eine Dame aus der Frachtabteilung der AUA erzählen, sie flitzt behänd auf Rollschuhen über die kleine Bühne und verrät, was Hugo in ihrem Geschäft heißt: Heute unerwartet verstorbenes Objekt, sprich eine Leiche. Kurios, tragisch, komisch sind die Episoden.“

Barbara Petsch, Die Presse

„Das Format, Laien auf die Bühne zu bringen und Momentaufnahmen aus deren Leben wie ein Doku-Drama zu verdichten, ist seit den Arbeiten des deutschen Kollektivs Rimini Protokoll nicht mehr neu. In der Zusammenschau etabliert Nachtschicht jedoch ein kurzweiliges Kaleidoskop nächtlicher Arbeitsweisen, ein gelungenes Mosaik urbaner Lebensformen.“

Petra Paterno, Wiener Zeitung