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© Martin Nimmervoll / Volkstheater
© Martin Nimmervoll / Volkstheater
Was ist das für ein Gott, der für sich muss kämpfen lassen?

Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing
Mit freundlicher Unterstützung der Österreichischen Lotterien GmbH
Eine Atempause lang leben die Muslime und Christen von Jerusalem im Waffenstillstand. Aber das Haus des Juden brennt wieder einmal.

Nathan, für den kein Platz im politischen System des regierenden Sultans ist, muss Geld mitbringen, um akzeptiert zu sein. Kaum hat er mit der Ringparabel seinen Kopf aus der Schlinge Saladins gezogen, sieht er seine Rolle als Vater gefährdet. Ein junger Tempelherr, der Nathans Tochter Recha aus den Flammen des brennenden Hauses errettete, verliebt sich in das jüdische Mädchen und setzt alle Mittel ein, um es zu gewinnen. Der zum religiösen Fanatiker erzogene Krieger lässt sich von einem Juden nicht abweisen. Schon gar nicht, wenn es stimmt, was dem Tempelherren zu Ohren kommt: dass Nathan gar nicht Rechas Vater sei. Sofort sind Denunziation und Hass im Spiel. Die Liebe des Christen zu Recha wird lebensgefährlich für Nathan. Nun muss er weise sein und sehr schlau. Geschichten erzählen kann Leben retten. Und Nathan kennt Geschichten … Er stiftet eine Konfessionen übergreifende Wahlverwandtschaft als Modell eines friedlichen Gemeinwesens, in dem die durch Kriege heimatlos gewordenen Individuen wie versprengte Teilchen zu einem neuen Ganzen zusammenwachsen sollen. Wenn sie können. Und wollen.

Nathan der Weise, das erste Blankversdrama in deutscher Sprache, das Lessing zwei Jahre vor seinem Tod verfasste, enthält dessen Credo in Hinblick auf Religion, Weltanschauung und Geschichtsphilosophie. Der prominente Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan eröffnet mit seiner Version für Schauspieler/innen und Puppen heutige Bezugsfelder. Nach Das Missverständnis und der Uraufführung von Das Wechselbälgchen führt er zum dritten Mal Regie am Volkstheater.

 

Lotterien-Tag am 26.4.2017 – Alle Informationen dazu finden Sie unter www.lotterientag.at.

  • MI 26. APR 2017 19.30 - 22.10
    eine Pause
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    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية
    Lotterien Tag – Information auf www.lotterien.at, anschl. Publikumsgespräch in der Roten Bar
  • SA 06. MAI 2017 19.30 - 22.10
    eine Pause
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    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية / anschließend Publikumsgespräch
  • MO 08. MAI 2017 19.30 - 22.10
    eine Pause
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    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية
  • DI 16. MAI 2017 19.30 - 22.10
    eine Pause
    Kaufen
    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية
  • SO 28. MAI 2017 19.30 - 22.10
    eine Pause
    Kaufen
    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية
  • FR 02. JUN 2017 18.30 - 21.10
    eine Pause
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    mit englischen und arabischen Übertiteln/with English and Arabic supertitles/عناوبن باللغة العربية والإنكليزية / anschl. Verleihung der Dorothea Neff-Preise
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Weitere Termine in Planung

mit Gábor Biedermann (Sultan Saladin), Günter Franzmeier (Nathan, ein reicher Jude in Jerusalem), Katharina Klar (Recha, dessen angenommene Tochter), Steffi Krautz (Sittah, dessen Schwester), Christoph Rothenbuchner (Ein junger Tempelherr), Claudia Sabitzer (Daja, Gesellschafterin der Recha), Stefan Suske (Ein Klosterbruder)

Pressestimmen

„Günter Franzmeier formt als Nathan einen echten Charakter, der um „sein“ Kind Recha kämpft. Ein gescheiterter Gescheiter, eine tragische Figur, dem selbst die schönste Ringparabel menschlich wenig helfen kann.“

Peter Jarolin, Kurier

„Der Abend (er dauert mit Pause zweieinhalb Stunden) beeindruckt durch seine Strenge. Mit fast heiligem Ernst, ohne viel Ablenkung, werden die Blankverse gesprochen – Übertitel auf Englisch und Arabisch! Und doch bleibt auch genügend Raum für eine sehr individuelle Charakterzeichnung.“

Norbert Mayer, Die Presse

„Die Geschichte wird spannend erzählt, die sehr guten Schauspieler agieren auf der Höhe ihres Könnens. (…) Nur zwei Puppen sind diesmal im Einsatz: Nathans Kopf als Partner dialektischer Selbstgespräche mit dem exzellenten Titeldarsteller Günter Franzmeier; und der Patriarch, ein monströses Mahnmal christlicher Bestialität. Aus Trümmern, die ohne Aktualisierungsbanalität das heutige Syrien zitieren, ersteht ein Nachtstück, eine Gespenstersonate von enormem Sog.“

Heinz Sichrovsky, Kronen Zeitung (Nachtkritik)

„Günter Franzmeier überzeugt – ja, beeindruckt – in seiner Verlorenheit und durch sein flackerndes Licht, durch sein Ringen. Steffi Krautz zeigt eine Sittah mit Profil, Christoph Rothenbuchner einen glaubhaft innerlich zerrissenen Tempelherrn.“

Oliver A. Láng, Kronen Zeitung

„Die Schauspieler machen sich durchwegs überzeugend Gedanken über ihren Platz in der Welt und die ihnen durch die Religion zugedachten Rollen, die sich am Boden der verworrenen Realität schwerlich leben lassen.“

Nikolaus Täuber, APA

„Habjan lässt große Gesten zu, besteht aber auf exakt ausbalanciertem Artikulieren, wehrt damit Pathos ab und bringt das Stück zur Wirkung“.

Christa Dietrich, Voralberger Nachrichten

„Habjan hält sich genau an Lessings Text, zeigt aber, dass die im Stück vorgesehene Versöhnung nicht möglich ist. Gespielt wird sehr gut: Ohne Pathos tragt Günter Franzmeier (Nathan) die „Ringparabel“, das Gleichnis über den Stellenwert der Religionen vor und zeigt dabei einen Mann, der um eine Erklärung für das Erlittene ringt. Das toll geführte Ensemble überzeugt in jeder Hinsicht.“

Susanne Zobl, News