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© Riri Froehlich / Volkstheater
© Riri Froehlich / Volkstheater
Ich strebe meine persönliche Verwirklichung an.
Uraufführung

Nora³

von Henrik Ibsen/Elfriede Jelinek
inkl. Ein Puppenheim/Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte/Nach Nora
Übernahme vom Düsseldorfer Schauspielhaus
Es ist einer der berühmtesten Theaterabgänge: Nora Helmer, die als Hausfrau, Hobbytänzerin und Mutter ausgefüllt schien, verlässt umstandslos Haus, Mann und die gemeinsamen drei Kinder.

Davor hat ihr Gatte, der zum Bankdirektor aufgestiegene Torvald, unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass ihm seine Karriere wichtiger ist als sein „Singvögelchen“. Wie es mit Nora weitergehen könnte, hat Elfriede Jelinek 1979 in ihrem ersten Theaterstück dargestellt: Als ungelernte Kraft, die gern häkelt und strickt, landet sie in einer Textilfabrik. Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte zeigt sarkastisch Noras „befreites“ Leben auf der anderen Seite der Puppenhaustür: Beim erstbesten „Textilkönig“ wird Nora wieder schwach … Der tschechische Regisseur Dušan David Pařízek potenziert in seiner in Düsseldorf entstandenen Inszenierung die Krise der emanzipierten Frau: Nora hoch drei. Um dem Textilkönig zu gefallen, spielt Nora ihr Ibsen’sches Vorleben als „Kultureinlage“: beim Betriebsfest – und die Belegschaft wirkt mit! Die Darstellung gefällt, doch abermals wendet sich das Blatt. Nora reflektiert aus heutiger Sicht die globalen Marktzusammenhänge: einstürzende Textilfabriken in Bangladesch, todschicke Klamotten in der „Fuzo“. Ein Epilog der Wiener Nobelpreisträgerin, eigens für diese Aufführung entstanden. Pařízek leitete von 2002 bis 2012 das Prager Kammertheater und inszeniert seit 2001 an den großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. 2015 war er beim Berliner Theatertreffen mit seiner Akademietheater-Inszenierung Die lächerliche Finsternis vertreten; diese Arbeit wurde im gleichen Jahr in der Theater -heute-Kritikerumfrage als Beste Inszenierung und Bestes Bühnenbild ausgezeichnet.


mit Michael Abendroth (Doktor Rank/Konsul Weygang), Bettina Ernst (Anne-Marie/Marie-Anne), Rainer Galke (Torvald Helmer/Robert Fellner), Anja Herden (Frau Linde/Eva, ab 29.1.16), Sarah Hostettler (Frau Linde/Eva), Stefanie Reinsperger (Nora Helmer), Jan Thümer (Krogstad/Franz)

Pressestimmen

“Pařízek hält mit dieser aus Düsseldorf übernommenen Produktion tadellos die Mitte zwischen satirischer Zuspitzung und moralischem Ernst. Reinsperger spielt das weibliche Aufbegehren auf des Messers Schneide. Das Volkstheater unter Badora sprüht Funken. Und hat mit Reinsperger von der Burg eine Schauspielerin übernommen, die ohne sichtbare Anstrengung geistige Konzepte in körperliche Haltungen übersetzt.”

Ronald Pohl, Der Standard

“Stefanie Reinsperger als Titelfigur ist ein Ereignis.”

Werner Rosenberger, Kurier

“Endlich einmal sieht man einen Typen aus der Wirtschaft, der nicht wie ein Schauspieler aussieht! Der korpulente Rainer Galke ist als Helmer mit Ärmelschonern und als Personalchef, der jedem Eigentümer zu Willen ist, hinreißend. (…) Bettina Ernst versucht als Kinderfrau Anne-Marie vergeblich, Frau Helmers Aufmerksamkeit auf ihre drei Kinder zu lenken (…) – und als Arbeiterin erzählt sie vom unmöglichen Multitasking: Letztlich geht die Arbeit oft vor, was manche Karrierefrau bestätigen wird.”

Barbara Petsch, Die Presse

“Zugange ist ein wahrhaft rasendes Ensemble. (…) Ein Fest der Schauspieler und ein rastloser, dichter, sehr kluger Abend.”

Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung

“Auch Sarah Hostettler, Jan Thümer und Michael Abendroth erbringen begeisternde schauspielerische Leistungen, diese Nora zählt zum Intensivsten, was man seit langem auf Wiener Bühnen gesehen hat.”

Heinz Sichrovsky, News