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Uraufführung

Opernball

nach dem gleichnamigen Roman von Josef Haslinger
Ein Giftgasanschlag trifft die Gäste des Wiener Opernballs. Der Fernsehjournalist Kurt Fraser, der die Live-Übertragung aus den Ballsälen koordinieren soll, wird an den Monitoren zum Zeugen ihres qualvollen Sterbens. Unter den Opfern ist sein Sohn.

Der in Wien und Leipzig lebende österreichische Autor Josef Haslinger fächert in seinem spannenden Politthriller aus dem Jahr 1995 das Panorama einer vom Terrorismus bedrohten Wohlstandsgesellschaft auf. Von Trauer um seinen Sohn getrieben versucht Kurt Fraser, die Hintergründe des Anschlags zu verstehen. Dass sein Auftraggeber, ein europäischer Medienkonzern, nicht nur Bericht erstattet, sondern im Vorfeld Ereignisse befördert und Regierungsentscheidungen beeinflusst, erscheint ihm angesichts der Katastrophe in neuem Licht. Vertreter von Polizei und Sicherheitsapparat recherchieren Fakten und übersehen das Offensichtliche. Liberale Bürger/innen erhörten ihre Forderung nach totaler Sicherheit. Und parallel weben politisch motivierte rechte Gewalttäter ihre Netzwerke und befestigen ihr Weltbild.

Aus diversen Aussagen von Tätern, Betroffenen und scheinbar ohnmächtigen Staatsdienern entwickelte Haslinger vor mehr als zwanzig Jahren ein komplexes Erklärungsmuster für den seinerzeit dystopisch anmutenden Terrorakt. Dahinter erscheinen die so grotesken wie gefährlichen Züge einer Gesellschaft, die das rechtsextreme Potenzial in ihrer Mitte nicht nur unterschätzt, sondern duldet.

Alexander Charim, 1981 in Wien geboren, bringt diesen auf neue Weise verstörenden Roman zur Uraufführung. Er inszenierte an Schauspielhäusern und Opernbühnen in Österreich, der Schweiz und Deutschland.

  • Premiere
    SO 17. MRZ 2019