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© Holger Väth / Volkstheater
Dein Auftrag führt nicht weit.

Philoktet

von Heiner Müller
Philoktet ist keiner mehr von ihnen, kein Kriegsheld und kein Freund. Doch dann sind sie wieder da, der einstige Kriegsfreund und sein jugendlicher Begleiter.

Philoktet sollte an der Seite von Odysseus, Achill und Ajax am Trojanischen Krieg teilnehmen, doch auf dem Weg nach Troja wurde er von einer Schlange gebissen und war von da an kampfunfähig. Als Odysseus seinen Kameraden auf der menschenleeren Insel Lemnos aussetzt, um den Seeweg nach Troja fortsetzen zu können, fällt er seine Entscheidung für die gemeinsame Sache – das Todesurteil für den einstigen Freund. Nun, nach zehn Jahren, in denen Philoktet dank seines Bogens und dessen Giftpfeilen und wider allen Voraussagungen überlebt hat, kehrt Odysseus in Begleitung des jungen Neoptolemos auf die Insel zurück, um Philoktet erneut für den Krieg zu gewinnen. Der Freund wird wieder gebraucht. Was nun beginnt, ist ein Kampf dreier Menschen für den großen Zweck, die moralischen Grundsätze – und den eigenen Platz in der Geschichte.

Calle Fuhr, der in der letzten Spielzeit u. a. Von den Beinen zu kurz von Katja Brunner in der Roten Bar erfolgreich in Szene setzte, gibt mit seiner Inszenierung von Heiner Müllers sehr persönlicher Deutung des antiken Stoffes sein Regiedebüt im Volx/Margareten.

Weitere Termine in Planung
  • Bühne und Kostüme Amelie Sabbagh
  • Video Max Hammel
  • Dramaturgie Angela Heide

mit Sebastian Klein (Odysseus), Stefanie Reinsperger (Philoktet), Luka Vlatković (Neoptolemos)

Pressestimmen

„Ein verstörendes Theaterereignis in der kleinen Volx-Bühne am Margaretengürtel. Die drei Darsteller in diesem wie in Stein gemeißelten Blankversgedicht zum Angreifen nah. (…) Luka Vlatkovićs von Locken umkränzter Kopf mit schmalstehenden Augen gleicht griechischen Tragödenmasken in Stein und Ton. So schlampig er daherkommt, so fein sein Spiel mit allen Defiziten eines Antihelden. Sebastian Klein dagegen, stimmtechnisch brillant, ein wichtigtuerischer Jungbrutalo vom Typ Assistent der Geschäftsführung. (…) Mit einer Frau wie Reinsperger kommt Erotik ins freudige Sich-Umarmen und in die Wechselreden. Der kluge Fuhr baut vor, dass nicht der Kampf der Ideologien zu gemeinem Kampf der Geschlechter verkomme.“

Hans Haider, Wiener Zeitung

„Nun hat Calle Fuhr erstmals im Volx Margareten eine geradlinige, dem zwischen tragischer Ironie und politischer Farce schillernden Text gerecht gewordene Inszenierung vorgelegt – 90 Minuten mit einem gut abgestimmten Ensemble-Trio. Nicht nur Reinsperger beeindruckt als verwundeter Bogenschütze, sondern auch Sebastian Klein als abgebrühter, aalglatter Odysseus, so wie Luka Vlatkovic als idealistischer Neoptolemos, als der von Odysseus hintergangene Sohn des vor Troja gefallen Superhelden Achilles.“

Norbert Mayer, Die Presse

„Drei Große des Volkstheaterensembles geben hier Großes, machen die jeweilige Motivation glaubhaft, das Leiden der beiden Opfer, aber auch jenes, durch Unverfrorenheit überspieltes des Anstifters, ja, Täters fühlbar. An solchen Abenden benötigt man keine wie auch immer herbeigequälten Anspielungen auf die nicht gerade ermutigende aktuelle Weltlage. Man weiß vielmehr, man ist im Theater angekommen.“

Martin Lhotzky, FAZ