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Uraufführung

Rojava

von Ibrahim Amir
mit englischen und kurdischen Übertiteln
Mit Humor von einer echten Revolution zu erzählen, im Kriegsalltag tragikomische Momente zu entdecken und die romantische Liebe zum Kampfplatz um persönliche und politische Freiheit zu machen - all dies vermag der Wiener Autor Ibrahim Amir in seinem neuen Stück.

Betört von der unwiderstehlichen Aura der Revolution macht sich der Wiener Student Michael auf den Weg nach Rojava, das kurdische Selbstverwaltungsgebiet in Nordsyrien, um sich am Aufbau einer neuen Welt des geschwisterlichen Zusammenlebens zu beteiligen – und diese, wenn nötig, mit der Waffe zu verteidigen. Kaum angekommen, lernt Michael den Kurden Alan kennen, den keine Ideologie mehr halten kann, und der einen Vorschlag macht: Alan verschafft Michael Kontakte in die revolutionäre Szene, Michael übergibt Alan dafür seinen Reisepass. So kann Alan dem Krieg endlich entkommen – ins sichere Österreich. Michael freundet sich indes mit Alans blindem Cousin an und erlernt den Umgang mit einer Waffe – von einer Kämpferin, die bei den Frauenverteidigungseinheiten Zuflucht gefunden hat.
Das neue Stück des Wiener Autors Ibrahim Amir handelt vom Versuch, unter den Bedingungen des Kriegs eine Utopie zu leben – in Rojava, wo Amir selbst aufgewachsen ist.
Der Musiker und Regisseur Sandy Lopičić brachte in den vergangenen Spielzeiten in Graz und St. Pölten höchst erfolgreich kraftvolle wie poetische musikalische Inszenierungen auf die Bühne und zeigt nun seine erste Arbeit am Volkstheater.


mit Peter Fasching, Isabella Knöll, Sebastian Pass, Claudia Sabitzer, Luka Vlatković, Rina Kaçinari, Imre Lichtenberger Bozoki, Mona Matbou Riahi, Maria Petrova, Golnar Shahyar (Musiker/innen)

Pressestimmen

„Amüsant und zugleich beklemmend, schwer und doch leichtfüßig, rasant aber bedächtig: Ibrahim Amirs Stück ‚Rojava‘ ist eine scharfsinnig konstruierte Geschichte rund um die Themen Revolution, Utopie, Krieg und Verlust. (…) In Szene gesetzt wurde die Uraufführung am Donnerstag im Volkstheater von Sandy Lopičić, der den Text mit einer musikalischen Umsetzung in lichte Höhen und tiefe Abgründe begleitet. (…) In den vielen, meist von Lopičić‘ Kompositionen gefüllten Dialogpausen wird das Unsagbare spürbar. (…) Und so wird „Rojava“ in der zweieinhalbstündigen Uraufführung (eine Pause) zu einem multimedialen Gesamtkunstwerk, das auf einem äußerst starken Text beruht. (…) Eine Gelegenheit, um über Krieg, Utopien und die Zweischneidigkeit des Altruismus nachzudenken, die man sich nicht entgehen lassen sollte.“ Sonja Harter, APA

„Größer könnte die Fallhöhe nicht sein, die Ibrahim Amir in seiner schnellen, von Zeitsprüngen strukturierten Geschichte konstruiert. (…) Die Visionen und die Klischees, das Lapidare und die Ironie, das Autochthone und das Fremde hält Ibrahim Amir in Rojava nämlich in wunderbarer Balance. Hier verhandelt jemand jene Bruchlinien der Gegenwart, vor der sich viele andere zeitgenössische Dramatiker drücken.“ Stephan Hilpold, Der Standard

„Ablauf, Musik, Ensemble fügen sich unter Lopičićs balkanisch-vitaler Regiehand zu einem oftmals überraschenden Ganzen.“ Hans Haider, Wiener Zeitung

„Sanfte Gruppenimprovisationen unterfüttern manche Sprechszenen, dann bricht die Musikergruppe wieder mit Vehemenz hervor. Bestechend einfach und stimmungsvoll die Ausstattung von Vibeke Andersen, ein Halbrund aus ruinenhaften Betonwänden auf der Drehbühne.“ Reinhard Kriechbaum, nachtkritik.de

„Die phantastische Stimme der aus Teheran stammenden Sängerin Golnar Shahyar, die Michaels kurdisch-österreichische Freundin Derya verkörpert, verzaubert nicht nur ihn, sondern auch das Publikum des Volkstheaters, das am vergangenen Donnerstag der Uraufführung von Ibrahim Amirs ‚Rojava‘ beiwohnte.“ Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung