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© Maria Magdalena Ianchis / Volkstheater
© Maria Magdalena Ianchis / Volkstheater
Es war die süßeste Konfusion, die ich in meinem Leben gefühlt habe.
Verschiedene Spielstätten

Stella

von Johann Wolfgang Goethe
Als sich Stella und Cäcilie kennenlernen, empfinden beide sofort große Zuneigung füreinander. Sie teilen eine ähnliche Lebensgeschichte: Cäcilie wurde von ihrem Ehemann verlassen, Stella von ihrem Liebhaber. Und beide können den Geliebten nicht vergessen.

Bald stellt sich heraus, dass es sich um denselben Mann handelt. Fernando hatte einst Cäcilie geheiratet und mit ihr eine Tochter bekommen, sich dann aber gelangweilt. Bei einem seiner Streifzüge in die Umgebung lernte er die Baronesse Stella kennen und verliebte sich in sie. Er verließ Frau und Kind und lebte einige Jahre mit Stella zusammen, bis ihn abermals das Bedürfnis nach Abwechslung überkam und er auch Stella verließ. Als Fernando seiner Wanderschaft müde und liebeshungrig zurückkehrt, beide Frauen vorfindet, sich in beide wieder verliebt, und keine der Frauen die jeweils andere ausstechen will, drängt der fünfte Akt auf eine rasche und klare Lösung. Doch Goethe empfand die Konstellation 1775 als reizvoll, und so versprechen sich die Figuren glückselig die Ehe zu dritt. Gegen dieses skandalöse Happy End liefen die Zeitgenoss/innen Sturm. Wie schon Goethes Werther verstoße Stella „gegen alle Grundsätze der christlichen Religion, der biblischen und philosophischen Moral, der bürgerlichen Verfassungen, ja des gesunden Menschenverstandes“. Und Goethe sah sich gezwungen, den Dramenschluss doch noch zur Tragödie umzuarbeiten.

Regisseur Robert Gerloff ist Spezialist für komödiantische Lesarten und entfesselte Figuren. Zuletzt inszenierte er am Residenztheater München, in Düsseldorf und Oldenburg. Stella ist seine erste Inszenierung in Wien.

 

Mehr über Stella erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.

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  • Bühne Gabriela Neubauer
  • Kostüme Johanna Hlawica
  • Musik Cornelius Borgolte
  • Dramaturgie Veronika Maurer

mit Hanna Binder (Stella), Bettina Ernst (Cäcilie), Sofie Gross (Lucie), Andreas Patton (Fernando), Doris Weiner (Postmeisterin), Günther Wiederschwinger (Verwalter/Postillon), Constanze Winkler (Annchen/Bedienter/der Autor)

Pressestimmen

“Große Gefühle, große Gefühlsumschwünge und große Entdeckungen; aus diesem inhaltlichen Material baut Gerloff eine temporeiche Komödie. (…) Vor allem Hanna Binder in der Rolle der Stella fasziniert in diesem ausstellenden und kommentierendem Sprechen. Wie eine aufgezogene Puppe stürzt sie atemlos von einer Gefühlslage in die nächste. Eine Freude ist’s, dem Schauspiel zuzusehen.”
Theresa Luise Gindlstrasser, Wiener Zeitung

“Auf der raffiniert genutzten kompakten Bühne (Gabriela Neubauer) und in zuckerlbunten Kleidern (Johanna Hlawica) wird gesungen, gestolpert, der Kopf in Kamine gesteckt. (…) Dass sogar übertriebene Pointen sitzen, verdankt sich dem mit Bravour und Präzision spielenden Ensemble.”
Michael Wurmitzer, Der Standard

“(…) Robert Gerloffs Inszenierung strotzt vor übermütigen Ideen, die aus dem Text gar Komödie machen: Wortverdreher und Kostüm-Perücken-Ulk (…), ein Kommentar des Autors (Constanze Winkler sitzt der größte Schalk im Nacken), viel Slapstick und ein Musicalfinale.”
Martin Pesl, Falter

„(…) der junge Duisburger Regisseur, in Deutschland längst bekannt als Spezialist für humoristische Lesarten und entfesselte Figuren, hat im Trauerspiel die Komödie entdeckt. Und das ist so frech und frisch, so schrill und schräg, so temperamentvoll und temporeich, dass die zwei Stunden Aufführung eine reine Freude sind. Gerloff hat mit Gabriela Neubauer (Bühne) und Johanna Hlawica (Kostüme) eine bonbonbunte Welt zerzauster Perücken und ausladender Reifröcke erdacht, bei den beiden sitzengelassenen Damen ist „Schnürbrust“ ja quasi Pflicht, und durchpflügt diese nun mit hunderterlei stimmig-spaßigen Ideen, bei denen stets die Wertschätzung von Goethes geschliffener Sprache im Vordergrund steht.“
Michaela Mottinger, Mottingers-Meinung.at