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© Florine Kammerer / Volkstheater
© Florine Kammerer / Volkstheater
Wir hatten Erfahrung und wir hatten die Nase voll
Uraufführung

Superheldinnen

von Barbi Marković
Bühnenfassung Bérénice Hebenstreit und Andrea Zaiser mit Barbi Marković
Sie sind typische Großstädterinnen – sie haben ein gespaltenes Verhältnis zur Natur und einen geschärften Sinn für Hundekot. Jede von ihnen hat mindestens einmal das Land gewechselt und die Konsequenzen dieser Entscheidung getragen. Nach gescheiterten Stationen in Sarajevo, Belgrad und Berlin sind sie schließlich in Wien, der Stadt ihrer Wahl, gelandet.

Jeden Samstag treffen sich die drei Freundinnen im Café Sette Fontane am Siebenbrunnenplatz im Bezirk Margareten. In intensiven Arbeitsgesprächen entscheiden sie über den Einsatz ihrer magischen Kräfte. Mit „Blitz“ und „Auslöschung“ greifen sie helfend in die Schicksale kleiner Leute ein, während sie selbst vergeblich darauf warten, in der ersehnten Mittelschicht anzukommen. Ihre Magie ist dunkel wie ihr großstädtischer Pessimismus. „Keine von uns hatte jemals gelernt, ein normales, menschenwürdiges Leben zu führen. Überall waren wir von Mist und Misstrauen und Taubenscheiße umgeben.“ An einem Samstag verfolgt jedoch jede der drei ein geheimes Vorhaben, das ihre Leben entscheidend verändern wird.

Die aus Belgrad stammende Autorin Barbi Marković lebt seit 2006 in Wien. Mit Ausgehen, einem Thomas-Bernhard-Remix, machte sie als Popliteratin einer neuen Generation Furore. In ihrem Stadtroman Superheldinnen, der mit dem Alpha Literaturpreis 2016 ausgezeichnet wurde, wirft sie einen „ebenso bös grotesken wie lapidar pessimistischen Blick auf drei Leben mit ‚Migrationshintergrund‘ – und punktet mit dem unwahrscheinlichsten Happy End seit Christi Wiederauferstehung.“ (Fritz Ostermayer, FM4, Im Sumpf).

Bérénice Hebenstreit, die in der letzten Spielzeit u. a. Judas von Lot Vekemans in der Roten Bar erfolgreich in Szene setzte, adaptiert den Roman für die Bühne und gibt damit ihr Regiedebüt im Volx/Margareten.

 

Mehr über Superheldinnen erfahren Sie im Volkstheater-Magazin.

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Pressestimmen

„Ein starkes weibliches Trio steht auch hinter der Uraufführung von Superheldinnen: Die Adaption des Großstadtromans von Autorin Barbi Marković (erschienen 2016) ist Regisseurin Bérénice Hebenstreit und Dramaturgin Andrea Zaiser gelungen. Es ist der großartigen Leistung der drei Schauspielerinnen zu verdanken, dass der literarische Text nie an Humor oder Spannung einbüßt, so aufmerksam begegnet man ihm. Quittner, Klar und Saleh bilden ein harmonisches Gespann, das sich stets auf Augenhöhe begegnet und dem man gerne zusieht.“

Katharina Stöger, Der Standard

„…, das Buch kann allen empfohlen werden, ob sie’s schon in die Mittelschicht geschafft haben oder nicht. Derzeit kann man es sich alternativerweise auch vorspielen lassen, und zwar sehr gut: Bérénice Hebenstreit hat es gemeinsam mit Marković dramatisiert und mit bescheidensten Mitteln erstaunlich effektiv inszeniert.“

Thomas Kramar, Die Presse

“Alberne Kostüme brauchen die coolen Hexen aus dem Osten sicher nicht. Auf der leeren Bühne des Volx/Margareten stehen drei junge Frauen in Parka (Katharina Klar), mit silberglänzendem Plisseerock (Nadine Quittner), blauen Haaren (Seyneb Saleh) und liefern in der einfühlsamen Regie von Bérénice Hebenstreit ein kurzweiliges Kammerspiel (Bühne und Kostüme: Mira König). Zu den Höhepunkten der knapp zweistündigen Aufführung gehört es, wenn die Akteurinnen zum Mikro greifen und eines der Lieder – David Bowies Heroes, Superheroes aus der Rocky Horror Picture Show und No More Heroes von The Stranglers in einer exquisit-depressiven Coverversion von Gilbert Handler – zum Besten geben.”

Petra Paterno, Wiener Zeitung

„Marković zeichnet ein ungemein genauer Blick auf (prekäre) Lebensverhältnisse aus. Klar, Quittner und Saleh setzen spielfreudigst und quietschfidel diese Geschichten mit dem bitterbösen Happy End um.“

Reinhold Reiterer, Kleine Zeitung