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Illustration: Valerie Tiefenbacher
Verschiedene Spielstätten

Warten auf Godot

von Samuel Beckett
Deutsch von Elmar Tophoven
Wohin gehen wir? – Nicht weit. – Doch, doch, lass uns weit weggehen von hier!– Wir können nicht. – Warum? – Wir müssen morgen wiederkommen. – Um was zu tun? – Um auf Godot zu warten. – Ach ja.

Samuel Becketts Warten auf Godot ist ein Theaterklassiker des 20. Jahrhunderts, ein komisches Meisterwerk des Absurden. Seit seiner Uraufführung 1953 in Paris versuchen die beiden Clochards Wladimir und Estragon, die Bühne zu verlassen, auf die sie eines Tages geworfen wurden. Doch vorher wollen sie noch das Kommen eines gewissen Herrn Godot abwarten. Sie vertreiben sich die Zeit und erforschen ohne Sinn ihre Existenz; sie bekämpfen sich und können ohne einander nicht sein. Sie warten und glauben an Godot.
Wer ist dieser Godot? Bis heute ist dies eines der wahrscheinlich größten Rätsel der Literaturgeschichte. Beckett soll auf die Frage geantwortet haben: „Wenn ich das wüsste, hätte ich das Stück nicht geschrieben.“ Ist Godot eine Erlöserfigur, die nicht erscheinen will? Oder eine sentimentale Erinnerung, deren Wiederkehr wir herbeisehnen? Wir wissen es nicht. Bis zu dem Tag, an dem Godot kommen wird – wenn er denn kommt. Bis dahin spielen wir ums Überleben oder sterben tausend Bühnentode. „Sag ihm, dass du uns gesehen hast. Du hast uns doch gut gesehen, nicht wahr?“

Mit der Premiere von Warten auf Godot beendet ein großer Klassiker des modernen Theaters die Bezirke-Saison. Inszeniert wird der tragikomische Abend vom Schweizer Regisseur Jonas Knecht, seit 2016 Schauspieldirektor am Theater St. Gallen.

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