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Uraufführung

Werte Familie

von Jessica Glause und Ensemble
Was haben die Begriffe Glück, Vater, Werte, Planung, Nachzug, Bonus, Drama und Fehde gemeinsam? Sie lassen sich alle mit dem Begriff Familie zusammensetzen.

Die Familie, in der ursprünglichen Bedeutung der Machtbereich des pater familias, im bürgerlichen Zeitalter das herrschende Ideal zur Ordnung der Geschlechterverhältnisse und als Hort des erbaulichen Privatlebens verklärt, nach 1968 kritisiert, dekonstruiert, aufgelöst und variiert, feiert zur Zeit ein fröhliches Comeback. Die heilige Familie spukt durch die politischen Diskurse und untermauert jedes Argument, das in ihrem Namen vorgetragen wird, ihre Nennung beschert jeder Talkrunde eine besinnliche Sekunde, sie spannt den Sinnhorizont einer Gesellschaft auf, die mangels anderer Ideen in Begeisterung für die Abstammungsgemeinschaft ausbricht. Und auch wenn Patchwork mehr Norm als Ausnahme ist und Erbschaftsstreit und häusliche Gewalt unleugbar zum Themenkomplex gehören, verströmt die Kleinfamilie mit heterosexuellen Eltern und zwei Kindern dennoch das Versprechen von Glück, Erfüllung und Geborgenheit.

Jessica Glause, die im Volx/Margareten bereits die Stückentwicklung Nachtschicht zur Aufführung brachte, betreibt erneut gemeinsam mit Wiener Spieler/innen theatrale Feldforschung. Ausgehend von Gesprächen mit den Beteiligten über ihre eigenen privaten Konstellationen entsteht auf der Bühne das Porträt einer unheiligen Familie – Abbild eines vielfältigen Sozialkosmos, der Familie heute ist.


mit Shabnam Chamani, Michaela Eisold-Pernthaller, Maria Lodjn, Luciana Siegenthaler, Alexandra Yildiz