Menü
 
Uraufführung

Werte Familie

von Jessica Glause und Ensemble
Was haben die Begriffe Glück, Vater, Werte, Planung, Bonus, Drama und Geheimnis gemeinsam? Sie lassen sich alle mit dem Begriff Familie zusammensetzen.

Die Familie, in der ursprünglichen Bedeutung der Machtbereich des pater familias, im bürgerlichen Zeitalter das herrschende Ideal zur Ordnung der Geschlechterverhältnisse und als Hort des erbaulichen Privatlebens verklärt, nach 1968 kritisiert, dekonstruiert, aufgelöst und variiert, feiert zur Zeit ein fröhliches Comeback. Die heilige Familie spukt durch die politischen Diskurse und untermauert jedes Argument, das in ihrem Namen vorgetragen wird, ihre Nennung beschert jeder Talkrunde eine besinnliche Sekunde, sie spannt den Sinnhorizont einer Gesellschaft auf, die mangels anderer Ideen in Begeisterung für die Abstammungsgemeinschaft ausbricht. Und auch wenn Patchwork und Alleinerzieherinnenhaushalt mehr Norm als Ausnahme sind und häusliche Gewalt unleugbar zum Themenkomplex gehört, verströmt die Kleinfamilie mit heterosexuellen Eltern und zwei Kindern dennoch das Versprechen von Glück, Erfüllung und Geborgenheit.

Jessica Glause, die im Volx/Margareten bereits die Stückentwicklung Nachtschicht zur Aufführung brachte, betreibt gemeinsam mit fünf Frauen aus Wien theatrale Feldforschung. Ausgehend von Gesprächen mit den Beteiligten über ihre eigenen privaten Konstellationen entsteht auf der Bühne das Porträt einer unheiligen Familie – Abbild eines vielfältigen Sozialkosmos, der Familie heute ist.

 

Ein Interview zum Entstehungsprozess mit Regisseurin Jessica Glause finden Sie hier.

  • DO 06. DEZ 2018 20.00 - 21.30
    Tickets
  • SO 09. DEZ 2018 20.00 - 21.30
    Tickets

mit Shabnam Chamani, Michaela Eisold-Pernthaller, Maria Lodjn, Luciana Siegenthaler, Alexandra Yildiz

Pressestimmen

„Bunt und bodenständig: Werte Familie im Volx/Margareten. (…) Denn im Zentrum stehen die fünf Frauen, ihre Geschichten und ihre Persönlichkeiten. (…) Kleine Show Momente und am Ende großer Jubel.“
Wolfgang Huber-Lang, APA

„Ich würde mir wünschen, dass dieses Stück durch die Stadt tourt, denn besprochen werden Familienkonstellationen, in denen sich wohl viele leichter verorten können als in einer weiteren konventionellen „Mutter-Vater-Kind-Erzählung. (…) Ein sehr ehrliches, lustiges und emotionales Stück über Familienkonstellationen außerhalb klassischer Mutter, Vater, Kind(er)-Geschichten, das viele Blickwinkel eröffnen kann und zum Weiterdenken anregt.“
Julia Gramm, Neue Wiener

„Diese Geschichten sind authentisch, aus dem Leben gegriffen, mag das Bühnenbild Mai Gogishvilis auch bizarr sein (…). Die Frauen erzählen (oder rappen) offen über ihre recht divergenten Familiengeschichten jenseits des konventionellen Schemas „Vater, Mutter Kind“. Es ergibt sich ein Patchwork, das Verständnis für offene Formen des Zusammenlebens weckt, Intimität schafft.“
Norbert Mayer, Die Presse

„Aufmerksamkeits-technisch klug gesetzte Gesangseinlagen und musikalische Gags unterbrechen das strenge Nacheinander der Monologe und ermöglichen einen kurzweiligen 90-Minuten Theaterabend.“
Theresa Luise Gindlstrasser, Wiener Zeitung

„Fazit: Ein ungewöhnlicher Abend, der, sobald man sich auf seinen Ton eingehört hat, große Sogwirkung erzielt. Am Ende gibt es zu Recht großen Jubel für die Darstellerinnen, die wirklich alles gegeben haben.“
Guido Tartarotti, Kurier