Menü
 
© Alexi Pelekanos
Kreisler, sei positiv!
Verschiedene Spielstätten
Uraufführung

Wien ohne Wiener

Ein Georg-Kreisler-Liederabend von Nikolaus Habjan und Franui
Mit Franui live
Regie und Puppenbau Nikolaus Habjan
Mit freundlicher Unterstützung der Arbeiterkammer Wien
Wie schön wäre Wien ohne Wiener!/So schön wie a schlafende Frau./Der Stadtpark wär sicher viel grüner,/und die Donau wär endlich so blau./Wie schön wäre Wien ohne Wiener,/ein Gewinn für den Fremdenverkehr!/Die Autos ständen stumm, das Riesenrad fallet um,/und die lauschigen Gassen wärn leer …

Was für eine makabre Vorstellung! Schon zu seiner Entstehungszeit löste dieses Lied von Georg Kreisler gemischte Gefühle aus bei den Bürger/innen seiner Geburtsstadt, die ihm auf ambivalente Weise ein unerschöpflicher Inspirationsquell war und blieb. Was damals nicht mehr als ein bitter-komisches Gedankenspiel bedeutete, könnte heute als satirische Attacke auf diverse politische Strömungen verstanden werden. Aber Vorsicht: Kreislers Lieder, die alltägliche Beobachtungen ins Monströse vergrößern und dabei ihren kritischen und politischen Kern entblößen, sperren sich einfachen Deutungen. Die schwarzhumorige Fantasie eines der größten Kabarettisten des 20. Jahrhunderts, die sich in treffsicheren Pointen auf dem Papier bzw. auf den Klaviertasten niederschlägt, eröffnet einen eigenen Kosmos. Darin einzutauchen haben sich der in Wien lebende Grazer Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan und die Musiker der 1993 gegründeten Musicbanda Franui unter der Leitung von Andreas Schett aus dem Osttiroler Dorf Innervillgraten verbunden. Gemeinsam mit stimmgewaltigen Volkstheater-Schauspieler/innen und einer neuen Kollektion von Puppen aus Habjans Werkstatt werden sie ihrer Affinität zu den „alten bösen“ und den neueren Kreisler-Liedern Ausdruck verleihen. Georg Kreisler, der als Autor, Komponist und Sänger bis zuletzt immer neue künstlerische Wege ausprobierte und sich nicht auf das Label des komischen „Taubenvergifters“ festlegen lassen wollte, wäre auf diese Melange wohl gespannt gewesen.

 

Ein Gespräch mit Andreas Schett und Markus Kraler von der Musicbanda Franui über Kreisler-Lieder, Volksmusik und die Schönheit von Beerdigungen gibt es in unserem Magazin.

Weitere Termine anzeigen
Weitere Termine in Planung


Pressestimmen

„Es ist ein mehr als ungewöhnlicher Abend, den Nikolaus Habjan dem Volkstheaterpublikum beschert: Mit dem Georg-Kreisler-Liederabend Wien ohne Wiener hat der Regisseur und Puppenspieler einen Coup gelandet. Heiter und wolkig, bissig und charmant zugleich sind die knapp zwei Stunden, in denen sechs Schauspieler, neun Puppen und die Osttiroler Musicbanda Franui die Wiener Seele ausloten.“ Sonja Harter, APA

„Das virtuose Ensemble singt, spielt und animiert die hypnotischen Puppenwesen, die sich wie durch Zauberhand von freundlichen Mitbürgern in Bestien verwandeln.“ Heinz Sichrovsky, Kronen Zeitung

„Mit dem grandiosen Musikensemble Franui erzeugen die Schauspieler in minimalistischem Ambiente enorme Atmosphäre. Der Abend ist ebenso komisch wie beklemmend und steigert sich in seinen besten Augenblicken in die Höhe großen absurden Theaters.“ Heinz Sichrovsky, Kronen Zeitung

„Vor allem Günter Franzmeier ist super als Figurenspieler, der regelrecht hinter der Puppe, die auf Wienerisch herumgrantelt, verschwindet. Sehr witzig auch Claudia Sabitzer, die zum Lied „Taubenvergiften“ als riesige Taube vergiftetes Brot vom Boden pickt.“ Sara Schausberger, Falter

„Die (allerdings wunderbare) Claudia Sabitzer ist die anmutigste Taube, die jemals vergiftet worden war. Stefan Suske sitzt komplett entgeistert auf der Schnecke des Souffleurkastens. Er entgleitet milde in die rätselhafte Stille von Der Witz hinüber, eine der Gipfelleistungen von Kreislers olympischer Liederkunst.“ Ronald Pohl, Der Standard