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MATINEE

Wir sind wir

Ruth Beckermann und Anna Badora im Gespräch über Ausgrenzung, Antisemitismus und das Wir-Gefühl im Zeitalter des Populismus, Moderation: Nina Horaczek (Falter)

Ruth Beckermanns preisgekrönter Dokumentarfilm und österreichischer Oscar-Kandidat Waldheims Walzer zeigt den Schulterschluss nationaler Kräfte und die Mechanismen der Mobilisierung antisemitischer Gefühle als Abwehrreaktion auf die Entlarvung der NS-Vergangenheit von Kurt Waldheim durch den jüdischen Weltkongress. Anna Badoras aktuelle Inszenierung Der Kaufmann von Venedig konfrontiert das Theaterpublikum mit salonfähigem Alltagsrassismus und Antisemitismus. Wer „der Jude“ ist, legt das Theaterpublikum in einer demokratischen Wahl fest. Die Mehrheit entscheidet und behauptet ihr Recht. In einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft erhebt sich die Frage, ob das von vielen Bürger/innen erstrebte Wir-Gefühl nur über Stigmatisierung vermeintlicher Sündenböcke zu verwirklichen ist. Was braucht es, um die Kräfte der Zivilgesellschaft zu mobilisieren?