Mit 30.000 Euro einer der höchstdotierten Dramatikpreise des deutschsprachigen Raums, wird diese Spielzeit zum ersten Mal verliehen. Wir gratulieren allen Finalist:innen herzlich!

 

In dieser Spielzeit zum ersten Mal ausgeschrieben, geht der Jura Soyfer Preis nun in die Zielgerade! Inspiriert von Jura Soyfer, der mit Witz und Biss gegen Ausbeutung und Nationalismus anschrieb, sollen neue Stücke für die große Bühne entstehen, die an eine Tradition des politischen Humors anknüpfen. Gesucht wurde nichts Geringeres als die „Komödie der Gegenwart“. Unter 137 Einsendungen wurden von der Volkstheater-Dramaturgie die fünf besten ausgewählt. Ihre Stück-Konzepte werden am 25. April ab 20:00 Uhr in der Roten Bar präsentiert. Das Volkstheater-Ensemble stellt in szenischen Lesungen erste Auszüge aus den Entwürfen vor. Tickets für diesen Abend gibt es ab 5. März zu kaufen! (Sie wollen den Vorverkaufsstart nicht verpassen? Hier für den Newsletter anmelden!)

„Die Liste der Bewerber:innen las sich wie ein Who is Who der zeitgenössischen Dramatik. Über das große Interesse vieler uns verbundener Autor:innen haben wir uns extrem gefreut – und die Entscheidung für die Finalist:innen ist uns sehr schwer gefallen“, so Tobias Schuster, Leitender Dramaturg des Volkstheaters.

Noch vor dem Sommer 2026 wird eine Fachjury aus einer Vertretung des Volkstheaters und externen Expert:innen den großzügig von der Edith und Werner Rieder Stiftung geförderten Preis vergeben. Das Preisgeld für das Siegerstück beträgt EUR 30.000,-. Die Erstellung der Entwürfe im Finale ist jeweils mit EUR 6.000,- dotiert. Damit ist der „Jura Soyfer Preis“ einer der höchstdotierten Dramatikpreise des deutschsprachigen Raums. Die Uraufführung des Siegerstücks ist für die Spielzeit 2027/28 im Volkstheater geplant.

„Wir möchten mit der Förderung des Jura Soyfer Preises nicht nur all jene motivieren, die zeitgenössische Dramatik schaffen, sondern auch andere Förderer ermutigen, sich stärker im Bereich der Dramatischen Kunst zu engagieren“, sagt Stiftungsvorstand Dirk Olaf Hanke. Und weiter: „Kunst und Theater sind für einen demokratischen geführten Diskurs in unserer Gesellschaft unverzichtbar. In Zeiten, in denen der politische und ökonomische Druck auf die Produktionsstätten immer stärker wird, ist privatwirtschaftliches Engagement hier dringend geboten.“

Das sind die fünf Finalist:innen

wurde 1992 in Koblenz geboren, studierte Szenisches Schreiben und Narrativer Film an der Universität der Künste Berlin. 2016 erhielt sie für ihr Libretto „Post nuclear Love“ den Berliner Opernpreis. Ihre Stücke wurden an verschiedenen Theatern uraufgeführt. Mit ihrem feministischen Horrorstück „Maria Magda“ gewann sie den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2021. Der Text wurde ins Polnische übersetzt und unter anderem in Krakau und Danzig gezeigt. 2022 erhielt sie für ihr Stück „Die Zukünftige“ den 3. Else-Lasker-Schüler Stückepreis. Ihr Stück „Garland“ wurde im Oktober 2021 am Schauspielhaus Graz uraufgeführt. Die Inszenierung von Anita Vulesica wurde zum virtuellen nachtkritik-Theatertreffen 2022 eingeladen und mit dem Nestroy Preis 2022 ausgezeichnet. Seit Sommer 2022 wird sie von schaefersphilippen vertreten und lebt und arbeitet in Berlin und London.

wurde 1987 in Augsburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er auch auf der Studiobühne seine ersten Stücke selbst inszenierte, und anschließend Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
Seither arbeitet er als Autor, Regisseur und Filmemacher. Zusammen mit Jakob Nolte hat er Theaterstücke auch unter dem Namen „Nolte Decar“ geschrieben, von denen er „Das Tierreich“ – wie viele seiner eigenen Stücke – auch als Hörspiel inszeniert hat. 2020 produzierte Deutschlandradio/Deutschlandfunk Kultur zudem sein Originalhörspiel „Die besten Sprüche aller Zeiten“. Seine Theaterstücke wurden an über 50 Theatern im In- und Ausland gespielt, unter anderem dem Thalia Theater Hamburg, dem Maxim Gorki Theater und Residenztheater München. 2018 erschien sein erster Roman „Tausend deutsche Diskotheken“ im Ullstein Verlag. 2020 lief sein Kurzfilm „Europa“ zum Beispiel im Wettbewerb des Max Ophüls Preis.

wurde 1990 in Oberösterreich geboren, studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien Sprachkunst und anschließend Theaterwissenschaften sowie Szenisches Schreiben beim DRAMA FORUM Graz. Zudem nahm sie 2019 an der Residency for Emerging Playwrights am Londoner Royal Court Theatre teil. Mit ihren eingereichten Texten warb sie zahlreiche Arbeitsstipendien ein, darunter 2014, 2016 und 2018 Dramatiker:innenstipendien des österreichischen Bundeskanzleramts, das Literaturstipendium der Stadt Linz 2015, die Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich 2015 sowie das Dramatikerstipendium der Literar Mechana 2017. Ihr Debütstück „Was wir wollen“ wurde als Dramentext 2015 für den Osnabrücker Dramatikerpreis nominiert. Mit „Das weiße Dorf“ hat die Autorin 2019 den Preis des Heidelberger Stückemarkts gewonnen. 2022 war sie für den Mülheimer Dramatiker:innenpreis mit „Monte Rosa“ nominiert. Teresa Dopler lebt in Wien.

wurde 1989 in Darmstadt geboren, studierte zunächst Germanistik und Theaterwissenschaft sowie Kulturanthropologie in Mainz, bevor er sein Schauspielstudium an der Hochschule der Künste Bern aufnahm, das er 2015 mit dem Master Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste abschloss. Bereits während des Studiums spielte er am Theater Basel und war im Studio am Schauspielhaus Zürich engagiert. Von 2015 bis 2019 war Link festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Wien. Seit 2020 ist er Teil des Ensembles am Münchner Volkstheater. Steffen Link entwickelt regelmäßig eigene Theaterarbeiten, z.B. für das Sprungturmfestival in Darmstadt, und schreibt Texte für Stückentwicklungen wie „Città del Vaticano“ mit Falk Richter und „Mehr Zeit für Probleme“ (Regie: Johanna Mitulla) am Schauspielhaus Wien, „Happy, we lived on a Planet“ mit Mervan Ürkmez am Schauspiel Dortmund sowie „Feeling Faust“ mit Claudia Bossard am Münchner Volkstheater. Für sein Debütstück „Der Verein“ war er für den Nestroy-Preis nominiert. Sein zweites Stück „Dinge, die einfach wahr sind“ war für den Retzhofer Dramapreis 2023 nominiert.

wurde 1967 in Friedrichshafen geboren, besuchte von 1990 bis 1994 die Hochschule für Musik und Theater Bern, wo sie eine Schauspielausbildung absolvierte. Anschließend war sie zwei Jahre lang Ensemblemitglied am Jungen Theater Göttingen. 1996 entstand ihr Stück „Das Restpaar“, das im Jahr darauf uraufgeführt wurde. Ebenfalls 1997 hatte ihr Stück „Kleine Zweifel“ Uraufführung. 1998 wurde sie in der Kritiker:innen-Umfrage der Zeitschrift Theater heute zur besten Nachwuchsautorin gewählt sowie 1999 zur besten deutschsprachigen Autorin. 2011/12 hatte sie die Poetikdozentur an der Universität Koblenz-Landau inne. 2013/14 war sie Hausautorin am Nationaltheater Mannheim. Ihre Stücke sind mittlerweile in 20 Sprachen übersetzt; allein „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ hatte bisher über 30 und „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ fast 40 Inszenierungen.

Theresia Walser lebt bei Freiburg im Breisgau.

„Jetzt mehr Mut! Mehr Kontakt mit jenen Autoren, die kräftig nach dem greifen, was nicht so leicht erreichbar ist: das widerspruchsvolle, problemerfüllte, lebendige Leben von heute.“
Jura Soyfer: „Man liest: junge Autoren“ über einen Schreibwettbewerb seiner Zeit

Der „Jura Soyfer Preis“ wird 2028 erneut verliehen, die neue Ausschreibung geht im Sommer 2026 online. Die Ausschreibung in Form eines mehrstufigen Wettbewerbs richtet sich an erfahrene Autor:innen. Entstehen sollen neue Stücke für die große Bühne, die an eine Tradition des politischen Humors anknüpfen.

Foto: Marcella Ruiz Cruz aus ICH MÖCHTE ZUR MILCHSTRASSE WANDERN! – „WELTUNTERGANG“, „ASTORIA“, „VINETA“ UND ANDERE TEXTE nach Jura Soyfer